Bei Bahn-Arbeiten beschädigt: Neue Radbrücke zwischen Sinzing und Regensburg schon kaputt

Von Benedikt Baumgartner · 7. August 2026 um 09:00

Vor gut zwei Jahren wurde die Geh- und Radwegbrücke zwischen Sinzing und Regensburg eingeweiht – jetzt muss sie schon für „umfassende Reparaturarbeiten“ drei Wochen lang gesperrt werden, wie die Gemeinde Sinzing mitteilt. Unter anderem muss der Brückenbelag erneuert werden. Wie kann das sein?

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Sinzings Bürgermeister Martin Brix erläutert: „Durch die Sanierung der Eisenbahnbrücke im vergangenen Jahr ist die Fuß- und Radwegbrücke beschädigt worden.“ Unter anderem seien der Belag und Teile des Geländers betroffen. Auf MZ-Anfrage teilt eine Sprecherin der Bahn mit: „Im Zuge der Korrosionsschutzarbeiten an der Eisenbahnbrücke über die Donau in Sinzing wurde die benachbarte Fuß- und Radwegbrücke durch die ausführende Baufirma zeitweise als Zugang sowie für den Materialtransport mitgenutzt.“

Keine Kosten, nur der Ärger für die Gemeinde

Dabei sei es zu Beschädigungen an einzelnen Bauteilen der Fuß- und Radwegbrücke gekommen. Die Beseitigung der festgestellten Schäden erfolge nun durch die Gemeinde Sinzing im Rahmen einer separaten Instandsetzungsmaßnahme. Kosten entstehen der Gemeinde laut Brix nicht, „wir haben bloß den Ärger“. Denn: „Die Brücke wird gut genutzt, das muss man so sagen.“ Nun wird sie von 17. August bis einschließlich 5. September gesperrt.

Auch an der Bahnbrücke wird nachgearbeitet

Auch an der angrenzenden Eisenbahnbrücke finden in den nächsten Wochen erneut Arbeiten statt: Im Wesentlichen sei die Korrosionsschutzsanierung im vergangenen Juli und August durchgeführt worden, teilt die Bahnsprecherin mit. Doch: „Im Zeitraum von September bis Oktober werden noch einzelne Rest- und Fertigstellungsarbeiten ausgeführt, um die Maßnahme vollständig abzuschließen.“

Die Durchführung der Arbeiten erfolgt in einzelnen Nächten, Auswirkungen auf den regulären Bahnverkehr sind dadurch nicht zu erwarten.Bahn-Sprecherin

Hierbei handle es sich um planmäßige Arbeiten im Rahmen der laufenden Projektabwicklung. „Die Durchführung der Arbeiten erfolgt in einzelnen Nächten, Auswirkungen auf den regulären Bahnverkehr sind dadurch nicht zu erwarten“, sagt die Bahn-Sprecherin.

Die Beschädigungen an der Fuß- und Radwegbrücke fielen der Gemeinde im Nachgang bereits auf. „Die Reparatur hätte eigentlich heuer in den Pfingstferien geschehen sollen“, sagt Brix. Allerdings überschnitt sich der Zeitplan mit der Generalsanierung der Zugstrecke Regensburg – Nürnberg. Die Ertüchtigung der Radbrücke musste warten.

Bereits im Winter hat Andreas Nutz (r.) vom Sinzinger Bauamt mit stellvertretendem Bürgermeister Thomas Schwindl die entstandenen Schäden auf der Radbrücke in Augenschein genommen. - Foto: Gertraud Pilz/Archiv

„Die Einschränkung wird spürbar sein“, sagt Brix, „aber man hat die Sperrung bewusst in die Sommerferien gelegt, damit der ganze Radverkehr in die Schule nicht beeinträchtigt wird“. Als Umleitung für Radfahrer dient die Mariaorter Eisenbahnbrücke. „Das ist ja die einzige Alternative für Radfahrer“, sagt Wolfgang Bogie, Vorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) in Regensburg, mit Verweis auf den ebenfalls seit Monaten und noch bis Jahresende gesperrten Pfaffensteiner Steg.

Für Radfahrer bleibt nur eine einzige Verbindung

„Das ist für die drei Wochen eine Häufung an Baustellen für den Radverkehr und sicher nicht ideal“, stellt Bogie fest. Die Eisenbahnbrücke bei Mariaort ist in dieser Zeit die letzte Radwegverbindung zwischen Stadt und westlichem Landkreis. „Die Strecke muss dann auch ordentlich beschildert werden“, fordert Bogie, „sowohl auf Stadt- als auch auf Landkreisseite“. Dass die Reparaturarbeiten samt Sperrung in der Ferienzeit stattfinden, lobt der Verkehrsexperte. So sei der Schulverkehr nicht betroffen. Freizeitradler fänden in diesen Wochen auch andere Touren. Betroffen seien allerdings zahlreiche Berufspendler. Denn dies ist laut Bogie Teil der Erfolgsgeschichte der breiteren und komfortableren, neuen Radbrücke zwischen Sinzing und Regensburg: „Es hat sich eingespielt, dass die Sinzinger verstärkt mit dem Rad in die Arbeit fahren.“

Sie ist ein Highlight und hat Sinzing näher an die Stadt gebracht.Wolfgang Bogie, VCD-Regensburg-Vorsitzender

Im Vergleich zum alten, schmalen Steg sei die nun zwei Jahre bestehende Verbindung „definitiv eine Verbesserung“, wie Bogie bekräftigt: „Sie ist ein Highlight und hat Sinzing näher an die Stadt gebracht.“ Lediglich einen Mangel an deutlicher Beschilderung auf der Regensburger Seite hat er ausgemacht. „Wenn man sich nicht auskennt, ist es schwierig, die Radbrücke zu finden.“ Er hofft darauf, dass die Stadt hierbei noch nachbessert.