Auch das noch: Sarchinger See im Landkreis Regensburg muss von Pflanzen befreit werden

Der Sarchinger See gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen im Landkreis Regensburg. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Wenig bis gar keine Badegäste gibt es – und somit auch fast kein Geschäft für die drei Kioskbetreiber.
Der Naherholungsverein Regensburg musste reagieren und machte sich mit den zuständigen Fachstellen des Landratsamtes und Fischervereins Sarchinger See vor Ort mit Barbings Bürgermeister Dominik Schindlbeck und seinem Stellvertreter Johannes Heitzer ein Bild vom Zustand des Sees.
Mittels einer Drohne konnte man sehr gut erkennen, dass sich über die gesamte Fläche des rund 26 Hektar großen Sarchinger Sees Unmengen von Pflanzen gebildet hatten und ein Durchschwimmen des Sees nahezu unmöglich erscheint. „Monatelang haben die Kioskbesitzer täglich selbst das Ufer vor ihren Kiosken von den Pflanzen gereinigt – eine wahnsinnig aufwendige und auch schwere Arbeit“, sagte Heitzer in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag. Er lobte das Engagement der Betreiber.
Tags darauf, am Mittwochmorgen, wurden die ersten Maßnahmen eingeleitet, damit die Badegäste zumindest im Uferbereich der dort ansässigen Kioske wieder normal ins Wasser gehen können. Dazu kam eine Fachfirma aus Lupburg mittels Tieflader, auf dem ein Boot mit Schneidevorrichtung installiert war, zum Einsatz. Dieses Boot wurde zu Wasser gelassen und begann mit seiner Arbeit. Wie der zweite Bürgermeister erklärte, werden im ersten Schritt die Pflanzen, die sich gebildet haben, teilweise ausgerissen, teilweise abgeschnitten.
„Wir lassen die Pflanzen, die wir sozusagen abgeerntet haben, zwei Tage lang am Ufer liegen, damit die Kleintiere wieder zurück in den See gelangen können. Es wird alles getan, damit die Natur im Einklang bleibt“, erklärte Heitzer. Vorerst sollen neun Hektar der Fläche des Sarchinger Sees von diesen Pflanzen befreit werden. Wie es dazu kam, dass die Pflanzen derart schnell wachsen konnten, wird teilweise auf die hohe Population der Vögel am Sarchinger See verwiesen.
„Wir wissen, dass die vielen Vögel sich von den Fischen ernähren, die normalerweise die Pflanzen fressen. Wenn aber nicht mehr so viele Fische da sind, können sich die Pflanzen sehr schnell ausbreiten und dies ist hier geschehen“, so Heitzer. Er hofft, dass die Maßnahmen, die jetzt ergriffen worden sind, auch fruchten und die restliche Sommerbade-Saison im Sarchinger See von den Gästen genutzt werden kann.

Für den Herbst wurde nochmals ein Lokal-Termin mit allen Fachstellen anberaumt. Hier wird dann die weitere Vorgehensweise bestimmt werden, wie der Besatz mit welchen Fischen zu erfolgen habe. „Ich denke, wir bekommen den Sarchinger See wieder in den Griff, damit die Gäste bald wieder baden können“, zeigte sich Johannes Heitzer zuversichtlich.