Abschied nach elf Jahren: Der Club „Seven“ in Schwandorf ist Geschichte

Die Adressen für Nachtschwärmer in Schwandorf waren ohnehin schon dünn gesät, nun gibt es noch eine weniger: Der Club „Seven“ an der Ettmannsdorfer Straße ist Geschichte. Betreiber Tobias Singer spricht von einem „schweren Schritt“, der letztlich aber unausweichlich war.
Wer in Schwandorfs Innenstadt bis in die späten Stunden feiern wollte, hatte eigentlich nur noch zwei Adressen: das Puzzles am Marktplatz und eben den Club Seven neben dem Naab-Parkhaus. Letzterer hielt stolze elf Jahre durch, nun ist es aber vorbei. Ein kleiner Aushang an der Eingangstür verkündet das Aus. „Liebe Gäste, liebe Freunde, elf wundervolle Jahre sind zu Ende. Jahre voller lustiger Abende und toller Momente und fantastischer Menschen. Gerne hätten wir uns noch gebührend verabschiedet, aber sag beim Abschied leise servus“, steht auf dem Zettel geschrieben.
Die Nachfrage war nicht mehr groß genug
Das Aus für den Club kommt ziemlich abrupt. Als Ende Juli der Veranstaltungsmarathon in Schwandorf über die Bühne ging, war das Seven zur Aftershowparty gut gefüllt und auch am vergangenen Wochenende konnte man noch einige Gäste begrüßen. Doch insgesamt war die Nachfrage einfach nicht mehr groß genug. So erklärt Betreiber Tobias Singer seine Entscheidung, die geliebte Bar nun dauerhaft zuzusperren.

Bei einem Rundgang durch die Räumlichkeiten hätten Singer und der Immobilieneigentümer, die Stadtbau Amberg, gemeinsam beschlossen, den Pachtvertrag nicht zu verlängern. „Für mich ist das wirklich ein schwerer Schritt“, sagt Singer. Es sei eine schöne Zeit gewesen. „Und auf elf Jahre kann man schon stolz sein“, so der Betreiber. Andere Bars und Kneipen hätten in Schwandorf nicht so lange durchgehalten. Das sei auch nicht verwunderlich, denn die ganze Gastronomie stehe nun mal vor einem Wandel. „Die Leute gehen einfach nicht mehr so weg wie früher“, konstatiert Singer.
Personal wurde am Mittwoch über die Schließung informiert
Zu den meisten Partygästen dürfte die Nachricht von der Schließung des Seven noch gar nicht durchgedrungen sein. Schließlich weiß das Personal erst seit Mittwoch davon. Die Belegschaft habe ziemlich überrascht reagiert, konnte laut dem Chef die Entscheidung mit Blick auf die Zahlen aber nachvollziehen. „Ich möchte mich bei meinem Team für die durchweg positive Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren bedanken“, so der Chef.
Gemeinsam habe man mit dem Seven viel bewegt. Neben dem regelmäßigen Betrieb im Lokal wurden Kulturveranstaltungen und Konzerte organisiert. Zudem habe man die Bewirtung bei den Felsenkeller-Rundgängen sichergestellt und sich bei Stadtfesten mit einem Ausschank beteiligt.
Wie es für Singer persönlich weitergeht, darauf antwortet er: „Ich bleibe der Region auf jeden Fall fest verbunden.“ Was aus dem Seven wird, ist indes noch offen. Wie Singer schildert, hoffen er und auch die Amberger Stadtbau, dass sich zeitnah ein neuer Pächter findet.