Rewe, Edeka, Aldi: Woher kommen die Namen deutscher Supermärkte?

Von Andrea Baumann · 9. August 2026 um 12:45

Viele Verbraucher gehen regelmäßig bei Aldi, Edeka oder Rewe einkaufen. Doch die wenigsten wissen, dass hinter diesen bekannten Firmennamen oft lange, teils sperrige Begriffe oder historische Abkürzungen stecken. Die Bedeutungen und Geschichten hinter den Namen verraten viel über die Anfänge des deutschen Einzelhandels.

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Viele der großen deutschen Supermarktketten haben ihre Wurzeln nicht als moderne Marken, sondern als Zusammenschlüsse oder Familienunternehmen. So klingen die ursprünglichen Namen oft deutlich weniger alltagstauglich als die heutigen Logos.

Welche Geschichte steckt hinter Edeka, Rewe und Aldi?

Edeka ist ein anschauliches Beispiel dafür: Die Abkürzung steht ursprünglich für "Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler". Entstanden ist sie laut dem Unternehmen Anfang des 20. Jahrhunderts als Zusammenschluss kleiner Kaufleute, die gemeinsam bessere Einkaufspreise erzielen wollten.

Auch der Name Rewe hat einen historischen Ursprung: Er geht auf den "Revisionsverband der Westkaufgenossenschaften" zurück. Der Fokus lag damals auf Kontrolle, Organisation und wirtschaftlicher Prüfung von Genossenschaften.

Bei Aldi hingegen wird es etwas persönlicher: Der Name steht für "Albrecht Discount". Er geht auf die Brüder Karl und Theo Albrecht zurück, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihr Geschäft auf günstige Preise und ein stark vereinfachtes Sortiment ausrichteten. Heute ist das Unternehmen in die zwei eigenständigen Gruppen Aldi Nord und Aldi Süd aufgeteilt.

Warum wurden aus sperrigen Genossenschaftsnamen kurze Marken?

Viele der heutigen Namen sind das Ergebnis eines einfachen Problems: Wie unter anderem ntv berichtet, waren die ursprünglichen Bezeichnungen zu lang, zu technisch oder zu wenig einprägsam. Sie taugten in der Industrie, für die Kunden, die regelmäßig ins Geschäft kommen, aber kaum. So entwickelten sich aus den Unternehmen nicht nur Supermarkt-Ketten, sondern echte Marken.

Gerade bei Edeka oder Rewe zeigt sich, dass die frühen Begriffe eher für interne Strukturen gedacht waren als für große Werbeschilder. "Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler" oder "Revisionsverband der Westkaufgenossenschaften" waren funktional, aber kaum markentauglich. Im Laufe der Zeit wurden deshalb die bekannten Kürzel gebildet, die leichter auszusprechen und besser zu merken waren.

Bei Aldi war der Schritt etwas anders: Hier wurde bewusst ein kurzer Markenname aus dem Familiennamen entwickelt, ergänzt durch das Prinzip "Discount". Dabei war die Idee von Anfang an klar auf Einfachheit und Wiedererkennbarkeit ausgelegt.

Auch andere Ketten folgten diesem Trend. Penny etwa wurde ursprünglich als einfache Handelsmarke im Discountbereich aufgebaut, während Netto als Name bewusst auf Einfachheit und Preisfokus setzt. Die ersten Filialen der Handelsgesellschaft trugen den Namen "SuDi", die Abkürzung für "SuperDiscount", bevor sie zu Netto wechselten. Der gemeinsame Nenner: Kurze, klare Namen funktionieren im Einzelhandel besser als lange Verbandsbezeichnungen.

Wie haben sich die Unternehmen seit ihren Gründertagen verändert?

Die ursprünglichen Namen erzählen etwas über die Geschichte des deutschen Lebensmittelhandels und darüber, wie sich die Branche seitdem verändert hat. So begann Edeka als Zusammenschluss kleiner Händler und ist heute ein dezentral organisiertes System aus selbstständigen Kaufleuten und regionalen Gesellschaften. Der genossenschaftliche Gedanke ist zwar erhalten geblieben, tritt heute jedoch stärker hinter die Markenstruktur zurück.

Rewe wiederum hat sich von einem reinen Verbandsmodell zu einem großen Handelskonzern entwickelt, der neben Supermärkten auch Reise- und Baumarktbereiche umfasst. Die ursprüngliche Idee der Revision ist im Namen nicht mehr deutlich erkennbar. Aldi hat sich von einem einfachen Discount-Konzept zu einem internationalen Handelsunternehmen entwickelt. Trotzdem bleibt das Prinzip gleich: wenige Produkte, klare Strukturen, günstige Preise, nur der Rahmen ist deutlich größer geworden.

Auch andere Ketten wie Lidl oder Kaufland zeigen eine ähnliche Entwicklung: Laut FOCUS Online sind aus ursprünglich kleineren Handelsstrukturen große Marken mit internationaler Präsenz geworden. Die früheren Namens- und Gründungskontexte sind dabei oft nur noch historisch bedeutsam, prägen die Identität der Unternehmen aber weiterhin im Hintergrund.