Mehrere Sichtungen in wenigen Tagen: Hat der Regensburger Bismarckplatz ein Rattenproblem?

Was fiept und flitzt denn da? Am Bismarckplatz sorgen Ratten-Sichtungen für Aufsehen. Gibt es auf dem beliebten Platz in der Regensburger Altstadt etwa ein Problem mit den Tieren? Eine Plage gar?
Stadt-Sprecherin Juliane von Roenne-Styra stellt klar: „In Regensburg gibt es keine Rattenplage.“ Die Domstadt liege ihr zufolge im Normbereich. „Das Amt für öffentliche Ordnung und Sicherheit erhält durchschnittlich acht bis zehn Anrufe pro Jahr, dass eine Ratte gesehen wurde.“ Die Angestellten gingen der Sache nach, „um vor Ort nach Rattenlöchern zu suchen bzw. die Quelle, die die Nagetiere anzieht, ausfindig zu machen“. Insbesondere unsachgemäß entsorgte Essensreste zögen Ratten an.
Wie ist die Lage speziell am Bismarckplatz? Laut von Roenne-Styra sei exakt eine Beschwerde im Jahr 2025 eingegangen. Diese datiert auf den 25. August. Für das Jahr 2026 seien allerdings bereits zwei Rattensichtungen dokumentiert. Eine am 10. Juli, eine am 16. Juli. Die Mittelbayerische hat darüber hinaus mit einem Landkreisbewohner gesprochen, der an einem Wochenende Ende Juli mehrere Ratten am Bismarckplatz gesehen hat.

Die Stadt-Sprecherin sagt allerdings: „Dem Amt für Stadtgrün liegen bislang keine Erkenntnisse vor, die auf einen Rattenbefall hindeuten.“ Bei Überprüfung der Beete hätten keine Löcher oder sonstigen Anzeichen festgestellt werden können, die auf einen Rattenbefall schließen ließen. Darüber hinaus betont die Sprecherin: „Im Sommer sieht man eher mal eine Ratte.“ Im Winter lebten die Tiere im Untergrund. „Wie hoch die Rattenpopulation insgesamt ist, können wir leider nicht sagen.“
Regensburger Gesundheitsamt: Ratten können Krankheiten übertragen, aber...
Auch das Regensburger Gesundheitsamt, angesiedelt am Landratsamt, weiß von keiner Rattenhäufung am Bismarckplatz, sagt Sprecher Hans Fichtl. Ganz grundsätzlich betont er: „Ein erhöhtes Risiko besteht aus Sicht des Gesundheitsamts für die Allgemeinbevölkerung derzeit nicht.“ In Mitteleuropa seien insbesondere sogenannte Wanderratten unterwegs. Diese seien von Natur aus scheu und meideten den direkten Kontakt zu Menschen. Selbstredend könnten die Tiere potenziell Krankheiten übertragen. Aber: „Bei normaler Nutzung öffentlicher Plätze durch die Bevölkerung ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von derlei Erkrankungen gering.“