Eltern und Schüler des Parsberger Gymnasiums fordern eine bessere Kühlung

Seit Jahren ist das Gymnasium Parsberg eine Baustelle. In den vergangenen Wochen haben hohe Temperaturen Lehrkräfte wie Schüler zusätzlich belastet. In einem gemeinsamen Antrag fordern Schülermitverantwortung, Elternbeirat sowie Örtlicher Personalrat die Schulträger auf, eine „aktive Gebäudekühlung“ zu prüfen.
Vier Seiten umfasst der Antrag mit Begründung, der an Abgeordnete, aber vor allem an die Landratsämter sowie Kreistage in Neumarkt und Regensburg als Sachaufwandsträger des Gymnasiums gerichtet ist.
Vor dem Hintergrund des Klimawandels, der vergangenen Hitzeperioden sowie der „langfristigen Bedeutung der jetzt anstehenden technischen Entscheidungen“ fordern die drei Gremien, die Belüftung und Klimatisierung des Gymnasiums sowohl fachlich als auch wirtschaftlich noch einmal zu prüfen, bevor sie realisiert wird. Angeregt wird eine „aktive Gebäudekühlung“.
Mutter von Parsberger Schülerin: Treppenhäuser wirken wie Wintergärten
Die Raume im Altbestand seien noch kühler als der bereits sanierte Bereich, schildert eine Mutter. „Wenn sich der Betonbau einmal aufgeheizt hat, bekommt man die Wärme kaum mehr raus“, meint sie. Außerdem wirkten die Treppenhäuser wie Wintergärten: Sie heizten sich den ganzen Tag über auf und gäben die Wärme an die Umgebung ab. Zusammen mit dem Baustellenlärm sei „die Leidensfähigkeit aller am Gymnasium mittlerweile erschöpft“. Die Physiklehrerin habe an zwei Tagen im Juni 30,1 und 30,7 Grad gemessen.
Im Schulforum, in dem Vertreter der Schulleitung, Schüler, Lehrer, Eltern und des Landratsamts zusammengekommen sind, hätten sie das Thema Klimatisierung ebenfalls angesprochen, sagt der Vorsitzende des Elternbeirats, Christoph-Florian Pöppl-Neufert. Mit dem Antrag hätten sie ihrem Anliegen noch etwas Nachdruck verleihen wollen.
Ihnen sei wichtig, die Chance auf eine spürbare Verbesserung während der Generalsanierung zu nutzen. Die Pläne für die Belüftung seien schon Jahre alt. Deshalb sei den Antragstellern eine ergebnisoffene Prüfung wichtig. „Jetzt wird viel Geld investiert und die Technik soll ja für die nächsten Jahrzehnte eine tragfähige Lösung bieten“, sagt Pöppl-Neufert.

„Unsere Abteilungen prüfen derzeit, was noch möglich ist“, erklärt der Pressesprecher des Landratsamts, Michael Gottschalk. Konkretes könne er deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Es gehe darum, ein Gesamtkonzept zu erarbeiten und verschiedene Möglichkeiten durchzuspielen – wie zum Beispiel den Einsatz von Spezialfolien, die an Glasflächen die Wärme reflektieren.
Die Pläne für die Generalsanierung des Parsberger Gymnasiums stammten aus einer Zeit, „da war Hitzeschutz noch kein Thema“, inzwischen sei es ein „Megathema“, dessen sich der Landkreis auch annehme, betont Gottschalk. „Wir nehmen das Thema sehr ernst.“

Lüftungsanlagen brächten durchaus einen spürbaren Effekt an heißen Tagen, das sehe man im Ostendorfer Gymnasium wie auch im Sonderpädagogischen Förderzentrum in Neumarkt. Die Herausforderung bestehe darin, ältere Gebäude nachzurüsten. Eine komplette Klimatisierung einer Schule sei finanziell jedoch nicht darstellbar.
Bayerischer Landtag lehnte Anschaffung mobiler Klimageräte ab
Die von Ministerpräsident Markus Söder kürzlich versprochene stärkere Förderung von Klimaanlagen in Schulen, Kitas und Krankenhäusern kommt für das Gymnasium in Parsberg wahrscheinlich zu spät. Denn noch ist im Landratsamt über diese Pläne nichts bekannt. „Wir haben davon auch nur aus den Medien erfahren“, sagt Gottschalk.
Ein Dringlichkeitsantrag der Grünen über Sofortmaßnahmen für Hitzeschutz hatte der Landtag vor allem wegen der hohen Kosten mehrheitlich abgelehnt. Die Grünen hatten unter anderem gefordert, der Freistaat solle den Kommunen hundert Millionen Euro zur Verfügung stellen, um Sonnensegel, mobile Klimaanlagen, Kühlwesten oder mobile Beschattung in Schulen und Kitas anzuschaffen.
Gerade bei Prüfungen ist der Baulärm nervig.Greta, Schülerin am Gymnasium Parsberg
Befragte Schüler kommen mit der Kombination aus Baulärm und Hitze unterschiedlich zurecht: Die Hitze sei ziemlich unangenehm, berichtet Laura. Zum Glück hätten sie in der Klasse einen Ventilator. Über den ist auch Franziska froh, außerdem hätten sie die Jalousien runtergelassen. Einige Klassen verzichten wegen des Baulärms und Staubs in der Luft lieber darauf, Fenster zu öffnen.
Für Elias stellen die Temperaturen kein Problem dar und Michael sowie Veronika beschreiben die Situation im Flachbau als deutlich besser. „Gerade bei Prüfungen ist der Baulärm nervig“, spricht Greta für etliche ihrer Mitschüler. Vor allem wenn gebohrt werde, sei es extrem laut, ergänzt Magnus. Den Eltern werde überwiegend eine sehr belastende Situation geschildert, fasst Elternbeiratsvorsitzender Christoph-Florian Pöppl-Neufert den Tenor zusammen, der bei den Eltern ankomme.
Schulleiter Manfred Hößl hat sich auf Anfrage unserer Zeitung weder zu dem Antrag noch zu der Hitze-Thematik generell geäußert.