Kreisräte steigen Gymnasium aufs Dach: Sanierung wird teurer, Bau liegt im Zeitplan

Staub, Lärm und steigende Kosten: Die Generalsanierung des Gymnasiums Parsberg fordert Schüler und Landkreis gleichermaßen heraus – kommt aber sichtbar voran.
Das Gymnasium Parsberg stand am Montag im Mittelpunkt der letzten Sitzung des Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Umweltausschusses des Landkreises Neumarkt in dieser Legislaturperiode. Dabei machten sich die Kreisräte vor Ort ein Bild über die seit 2021 laufende Sanierung und die Kostenentwicklung des Projekts.
Dafür stiegen sie dem Gymnasium, nachdem sie einen Biologie- und einen Natur-und-Technik-Fachraum im Neubau (zweiter Bauabschnitt) besichtigt hatten, buchstäblich aufs Dach. Tobias Schneider vom kreiseigenen Hochbau des Landkreises informierte dort über den Bau der gewaltigen Dachlandschaft, die aktuell erstellt wird und die alle Gebäudeteile zusammenfügt. Sie besteht laut Schneider aus Massivholzplatten. Für den Dachstuhl werden insgesamt 450 Quadratmeter Holz verbaut. Bis Ende Juli soll das Gebäude dann komplett dicht sein.
Schulfamilie im Gymnasium Parsberg nimmt die Beeinträchtigungen hin
Zu Beginn des Ortstermins hatte der Direktor des Gymnasiums, Manfred Hösl, die Kreisräte darüber informiert, dass die Schulfamilie teilweise schon unter den Bauarbeiten leiden müsse. „Besonders jetzt mit den Arbeiten am Dach gibt es Beeinträchtigungen. Aber wir nehmen das hin. Uns ist klar, dass hier keine Rücksicht auf den Schulbetrieb genommen werden kann, wenn das Verzögerungen verursachen würde“, sagte er. Schließlich sei es eine gute Sache, wenn das Gymnasium ein Dach über dem Kopf habe.
Hösl berichtete weiter, dass die Arbeiten aus seiner Sicht aktuell sehr schnell vorangehen. Das bestätigte Schneider, der das Baugeschehen erläuterte. Neben den Arbeiten am Dach liefen kleinere Rückbauarbeiten im dritten Bauabschnitt.
Parallel sei der Baumeister am Aufbau des Gebäudeteils, zu dem unter anderem die Aula des Gymnasiums gehört. Schneider: „Da wir hier im Umbau- und Sanierungsbereich sind, müssen Abbruch und Aufbau gleichzeitig erfolgen.“ Der Rohbau soll im Juni 2026 fertig sein.
Danach beginne der Innenausbau, der etwa bis Juni 2027 dauern wird. Zum Schuljahresbeginn soll der dritte Bauabschnitt vollständig genutzt werden. Geplant sei, das gesamte Sanierungsprojekt inklusive Außenanlagen im Dezember 2027 abzuschließen.
Irankrieg treibt Preis für den Gussasphalt in die Höhe
Im Fokus der Sitzung standen auch die prognostizierten Kosten für die Sanierung, die mit rund 45 Millionen Euro deutlich über dem ursprünglich geplanten Betrag von 37,2 Millionen Euro liegen werden. Die Steigerung liegt bei rund 18 Prozent und damit deutlich niedriger als der vom Statistischen Bundesamt berechnete durchschnittliche Kostenanstieg. Der liegt von 2019 bis heute bei rund 53 Prozent.
Warum die Preise steigen, wurde bei der Vergabe des Estrichs aus Gussasphalt exemplarisch deutlich. Statt der geschätzten 120 000 Euro kostet dieses Gewerk 550 000 Euro. Schneider: „Gussasphalt ist anders als Zementestrich vollständig energie- und bitumenabhängig.“
Deshalb würden die von der Corona- und Ukraine-Krise ausgelösten Preissteigerungen hier nahezu ungefiltert weitergegeben. Zudem sei festzustellen, dass die gestörten Lieferketten durch den Irankonflikt dazu führen, dass die Unternehmen die Preise in diesem Gewerk schon vorausschauend anheben.
Für den Landkreis bessere Ergebnisse brachten die Ausschreibungen von Trockenbau-, Bodenbelags- und Schlosserarbeiten, die knapp unter oder sogar genau bei der Kostenschätzung lagen. Beim Landschaftsbau gibt es zwar ebenfalls eine Kostensteigerung, diese liegt aber mit 15 Prozent deutlich niedriger als die vom Statistischen Bundesamt angegebenen 63 Prozent.