Dolce Vita in Siegenburg: Darum lieben die Gäste ihr Freibad

Von Lucia Pirkl · 2. August 2026 um 05:00

Ob Kinder, Rentner, Berufstätige: Sie alle wissen den Sommer im Freibad Siegenburg zu schätzen. Welcher Wunsch sich bisher nicht erfüllt hat, lesen Sie hier.

„Felicità“: Aus den Lautsprecherboxen wabert italienisches Lebensgefühl über die Liegewiese, ein Antipastiteller oder ein Aperol steuern das Ihrige bei: Man möchte meinen, Coscina Häusler und Iris Graßl hätten den schönsten Arbeitsplatz weit und breit. Seit fünf Jahren kümmert sich das Damen-Duo mit bester Laune um das Bad. Graßl ist für die Organisation, unter anderem für Dienstpläne zuständig, denn freilich haben die Beiden auch Unterstützung von weiteren Mitarbeitern. Und Häusler ist die „Frau am Beckenrand“, die Fachangestellte für Bäderbetriebe, oder kurz gesagt, Bademeisterin.

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Vor allem, wenn die Sonne vom Himmel lacht, ist das Freibad in Siegenburg der „Place to be“ oder, wie der Italiener sagen würde, „Il posto giusto“, der angesagte Ort, und zwar für alle Altersgruppen, vom Säugling bis zum Senior. Wenn sich Schulklassen anmelden, dann wird extra früher aufgesperrt. Und vor allem in den warmen Tagen nutzen die Schüler aus Siegenburg oder auch aus der Grundschule Pürkwang das Angebot zu Genüge. Und bisweilen schaut auch so manche Mutter-Kind-Gruppe oder Kindergarten vorbei.

Heuer gab es einen Besucherrekord

Dem guten Wetter in den vergangenen Wochen ist es zu verdanken, dass das Freibad Siegenburg heuer einen Besucherrekord verzeichnen konnte. „Dieses Jahr hatten wir so wenig Schließtage wie seit Jahren nicht mehr. Am Italienischen Abend waren über 1000 Leute da“, so Häusler. An guten Tagen kommen zwischen 300 bis 500 Gäste ins Schwimmbad, und zwar nicht nur aus Siegenburg, sondern auch aus Neustadt/Donau oder Abensberg und Kelheim. „Ein Paar kommt zum Beispiel hierher, weil man auf der flachen Treppe gut ins Becken kommt“, so Häusler.

Während am Nachmittag gerne Kinder und Familien zu Gast sind, schauen am Abend eher Berufstätige rein, die mit einem Snack, einem „Gelato“ oder einem Gläschen im Biergarten des Bads den Feierabend einläuten und dazwischen, davor oder danach eine Runde schwimmen. Nicht selten kommen die Gäste, vor allem die mit Saisonkarte, auch zweimal am Tag vorbei. Und am Wochenende trainiert die DLRG im Bad, ihr Sommerfest hier ist ebenfalls legendär.

Diese „Freibadgang“ gehört zur Stammkundschaft von Bad und Kiosk, vertreten durch Claudia Bretschneider (hinten). - Foto: Pirkl

Die treuesten Stammgäste jedoch sind die Frühschwimmer, die jeden Tag da sind, bei Wind und Wetter, einige von ihnen auch bei 13 Grad, eine halbe Stunde bis Stunde schwimmen und sich dann zum Ratschen und Genießen zusammensetzen, sich einen Kaffee gönnen oder einen alkoholfreien Spritz im Biergarten. „Wir wohnen da herinnen“, scherzt einer aus der Gruppe, die aus zehn bis 15 Leuten besteht. Zu schätzen wissen die „Schwimmbadfreunde“ vor allem die gute Wasserqualität, das engagierte Personal und überhaupt die Atmosphäre. Auch die gute Speisekarte vom Kiosk, die vom Bagel über Pommes reicht, finden sie super, „da kannst nix verkehrt machen“. Aber vor der Schlemmerei kommt das Schwimmtraining für die „bella figura“: „Das ist unser Fitnessparcours“, sagt eine der Damen. Siegenburg ohne Freibad? „Unvorstellbar“, so die Gruppe unisono. Auch an die Marktgemeinde haben sie nur Lob, „das ist super, dass die das so gut erhalten und dass man mit dem Radl herfahren kann, dass die Eintrittspreise so moderat sind“, freut sich die Runde.

Nur ein Punkt dämpft die Freude ein bisschen

Es könnte also alles wunderbar sein. Nur etwas dämpft ein bisschen die Freude am Freibadspaß: Das Gebäude, in dem sich auch die Umkleiden befinden, ist in die Jahre gekommen, „das gehört eigentlich einfach weg, wir bräuchten ein neues Gebäude“, so Graßl. Nur, das kostet. Der Plan wären mehr Kabinen, mehr Duschen, „Vor zehn Jahren gab es dazu schon mal einen Plan, aber das war einfach nicht machbar, nicht finanzierbar.“ Ein Gast kommt auf Graßl zu. Ob wohl ein Verein, den man eigens dafür gründet, nicht finanziell helfen könne? Eine Idee, die sicherlich einen zweiten Gedanken wert wäre.

Der Freibadsommer dauert bis September

Öffnungszeiten: Das Bad hat täglich zwischen 9.30 und 20 Uhr geöffnet, und zwar bis Mitte September.

Einzelkarte: 4 Euro für Erwachsene und 3 Euro für die Kinder, ab 17 Uhr 3 beziehungsweise 2,50 Euro

Saisonkarte: Erwachsene zahlen 50 Euro für die Saisonkarte, Kinder 40 Euro, für 90 Euro gibt es das Familiensaisonticket.

Kiosk: Der Kiosk samt angeschlossenem Biergarten, betrieben von Yasmin Bretschneider, bietet viele Leckereien und hat immer wieder Mottotage, wie etwa einen Italienischen Abend oder Mexico-Tag.