Kritik an Verkehrsplanung bei Ärztehaus-Projekt in Neumarkt: Radler zu wenig beachtet?

Das Projekt eines Ärztehauses samt Parkhaus in der Dr.-Grundler-Straße war erneut Thema im Neumarkter Stadtrat. Es ging dabei um die nötigen Kanalbauarbeiten und wie künftig der Verkehr im Umgriff des Projekts der Firmengruppe Max Bögl geführt wird. Die Verkehrsplanung auf Basis einer Untersuchung aus dem Jahr 2016 gefiel aber etlichen Stadträten nicht. Sie forderten, nachzubessern.
„Wenn das so gebaut wird, sehe ich das kritisch“, urteilte Olaf Böttcher (Grüne). Tenor seiner und anderer Wortmeldungen war, dass die Planungen überarbeitet werden müssen. Insbesondere Radfahrer werden in der Planung nach Ansicht etlicher Redner zu wenig beachtet. Was angesichts der angrenzenden Schulen aber notwendig sei.
In der bisherigen Planung sollen Radfahrer auf der Dr.-Grundler-Straße fahren, eigene Spuren sind „aufgrund der geringen Kfz-Verkehrsbelastung und der verkehrsrechtlichen Einstufung der Dr.-Grundler-Straße“ nicht vorgesehen, wie die Stadtverwaltung erklärte. Aus Böttchers Sicht wird sich die Aussage "der geringen Kfz-Verkehrsbelastung“ durch das 394 Plätze umfassende Parkhaus relativieren.
Geplante Haltestreifen für „Elterntaxis“ ärgern manche Neumarkter Stadträte
Auch an der Wegeführung für den Radverkehr im weiteren Umgriff störte sich mancher Stadtrat. Der große geplante Kreisverkehr an der Einmündung der Dr.-Grundler-Straße in die Nürnberger Straße setzt zwar den einst mit dem Kreisel am Landratsamt gewählten Weg logisch fort, aber wie Radler hier geleitet werden, müsse überdacht werden. Andernfalls steige das Risiko von Unfällen.
Die vorgesehenen Haltestreifen zum Bringen und Holen, allen voran für „Elterntaxis“, kritisierten einige Stadträte. Böttcher nannte dort parkende Autos ein potenziell großes Risiko für Unfälle, bei denen Radler mit unachtsam geöffneten Autotüren kollidieren. Es sei nicht die Aufgabe der Stadt, „Elterntaxis“ zu fördern, sagte Marco Winkler (Linke).
Auch wenn man kein Fan von „Elterntaxis“ sei, müsse man Vorgaben und Realitäten anerkennen, entgegnete der OB. Das Einzugsgebiet des Ostendorfer Gymnasiums sei groß und nicht jeder Schüler komme mit Rad, Bus oder Bahn. Der Rathauschef sagte aber zu, dass die Verwaltung eine überarbeitete Planung vorstellen wird.