Countdown in den Neumarkter Jurahallen: Die Hausmeister behalten den Überblick

Im Durchgang zwischen den Neumarkter Jurahallen stehen Küchengeräte herum, Geschirr klappert, es riecht nach Putzmittel. In der großen Halle warten Stapel von Biertischgarnituren darauf, aufgestellt zu werden. Die Jurahallen werden schick gemacht für das Neumarkter Jura-Volksfest. Was vor dem Auftakt noch alles zu tun ist, hat uns Hausmeister Dirk Mischke bei einem Rundgang erklärt.
Mischke ist seit 2024 zuständig für die Jurahallen und in der Regel alleine vor Ort. Während der Volksfestzeit schafft er das allerdings nicht. Dann sind drei weitere Hausmeister mit da, die in einem Schichtsystem von früh bis spät darauf achten, dass in den Jurahallen alles funktioniert. Die Hausmeister koordinieren und sind Ansprechpartner für alle: Festwirt, Brauerei, Putzpersonal, Bühnentechnik und viele mehr. Auch bei anderen größeren Festen bekommt Mischke Unterstützung – sonst würden sich irgendwann die Überstunden türmen.
Während unseres Rundgangs – wir starten in der kleinen Jurahalle – klingelt mehrmals Mischkes Diensthandy. Anlieferungen werden besprochen, Uhrzeiten vereinbart. Zwischendrin muss er ein Schild der Brauerei Glossner mit hochheben, das über dem Haupteingang der großen Halle aufgehängt werden soll. Jemand vom Küchenpersonal kommt auf ihn zu und macht ihn auf den kaputten Boden in einer der Kühlkammern aufmerksam. In der Kühlkammer nebenan ist ein Lämpchen kaputt. Es hat einen Wackelkontakt.
Promiunterschriften im persönlichen Gästebuch
Die Jurahallen sind mittlerweile deutlich in die Jahre gekommen. Das sieht man an vielen Stellen. Wie lange die Elektrik die vielen Verbraucher noch packt? Mischke zuckt mit den Schultern. Für das kommende Jahr sind die Hallen jedenfalls noch gut ausgebucht: Höhepunkte im Jahr 2027 sind Auftritte von Monika Gruber, Martina Schwarzmann, Martin Frank oder dem Oimara. Viele große Firmen veranstalten ihre Betriebs- oder Weihnachtsfeiern dort. Für den Hausmeister bedeutet das viel – und vor allem lange – Arbeit.

Denn er muss bei vielen Veranstaltungen bis ganz zum Schluss mit dableiben, um nach dem Bühnenabbau abzusperren. „Da kann es schon mal nachts um drei werden“, sagt er. Allerdings wird er auch nicht nur finanziell dafür entschädigt. Denn er darf sich die Auftritte der Künstler auch mit anschauen. Viele von ihnen kommen gerne in seinem kleinen Büro vorbei und unterschreiben in einem Gästebuch, das sein Vorgänger vor einigen Jahren angelegt hat, in dem aber zunächst nur zwei Einträge standen. Mischke hat sich entschlossen, es weiter zu führen. Neben Klostergold und der Parsberger Band El Loco haben sich auch schon Jürgen Kirner aus den Brettl Spitzn und Comedian Bülent Ceylan mit einem persönlichen Gruß darin verewigt.
Für das Jura-Volksfest nächste Woche ist die Deko bereits fertig. Die war mit zwei speziellen Hubsteigern schon vor dem Frühlingsfest aufgehängt worden. Gleichzeitig konnten Experten der Firma Dehn die Brandmeldeanlage in der großen Halle warten. Die Essensbox ist mittlerweile aufgebaut und während der Woche kommen Mitglieder vom THW Neumarkt, um die etwas mehr als 500 Biergarnituren für beide Hallen aufzustellen. Mischke muss überwachen, dass alle Fluchtwege freigehalten werden und breit genug sind.

Die Vorbereitungen liegen gut im Zeitplan, sagt er. Für die Essensanbieter und Fahrgeschäfte draußen auf dem Festplatz sind die Wasseranschlüsse mittlerweile durchgespült. Das Wasser ist im Labor beprobt worden und kann nun als Trinkwasser auf dem Festplatz verwendet werden. Auf dem Boden vor den Hallen sind die Aufstellplätze für die Essensstände bereits markiert, Tag für Tag kommen neue Arbeiter und bauen ihre Buden auf.
Die unerfreulichen Seiten des Hausmeister-Jobs
Während des Volksfestes fängt der Tag frühmorgens an für das Hausmeister-Vierergespann. Jeden Tag gibt es etwas zu reparieren, was am Vortag kaputt gegangen ist. Außerdem wird für eine Stunde der Müllcontainer-Platz aufgesperrt. In dieser Zeit können alle Essensanbieter und Fahrgeschäftebetreiber kommen und ihren Müll entsorgen, einer der Hausmeister muss dabeibleiben.
Sorgenkind sind unter anderem die Toilettenanlagen, in denen das Reinigungspersonal auch schon ganz in der Früh wieder saubermacht. Ständig sorgen irgendwelche Festbesucher nachts für Beschädigungen und andere Sauereien, die dann vom Hausmeister und vom Putzpersonal beseitigt werden müssen. Im schlimmsten Fall muss sogar der Kanalwagen des Bauhofs anrücken und Verstopfungen beseitigen. Das sind die unerfreulichen Seiten von Mischkes Job.
Trotzdem freut sich auch Dirk Mischke schon aufs Jura-Volksfest. Denn auch in diesem Jahr sind wieder gute, bekannte Bands im Festprogramm mit dabei. Und die landen dann vielleicht auch in seinem Gästebuch.