Malle-Abend, Tanzkurs, Flag Football: Das ist neu auf dem Neumarkter Jura-Volksfest

Es ist zwar noch Zeit bis zum Volksfest in Neumarkt. Doch auf der Webseite des Jura-Volksfestes tickt schon unaufhaltsam der Countdown bis zum Start. Und mit jeder Minute, die er herunterzählt, läuft das Uhrwerk – das Team, das schon mitten in den Vorbereitungen steckt – weiter.
Thomas Thumann, Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung in der Stadt Neumarkt, ist der, der schaut, dass alle Zahnrädchen ineinandergreifen. Die Anforderungen, die die Stadt Neumarkt für die Sicherheit auf dem Jura-Volksfest erfüllen muss, sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Beim Auszug zum Fest am Freitag, auf dem Festgelände selbst und während des Volksfestzugs. „Früher hat die Werkvolkkapelle gespielt und dann ist man halt einfach losgelaufen, zwei Polizeiautos als Begleitung haben gereicht“, erinnert sich Thumann, der seit 26 Jahren Organisator des Festes ist.
Thema Sicherheit: Immer mehr Amoksperren nötig
Heute sind beim Auszug an insgesamt 14 Stellen entlang der Strecke Amoksperren geplant, beim Volksfestzug an etwa 70. Das sind entweder spezielle Amokbarrieren oder große Fahrzeuge. Sie sollen verhindern, dass ein Fahrzeug in die Menge rast. Zuletzt ist die Anzahl der Absperrungen, Bauzäune und anderer Abgrenzungen immer weiter angewachsen.
Auch wird es vor dem Betreten des Festplatzes wieder stichprobenartige Zugangskontrollen geben. „Zwar nicht ganz so streng wie am Flughafen“, sagt Thumann, „aber wir wollen sichergehen, dass niemand verbotene Gegenstände dabeihat.“ Zusätzlich auf dem Volksfestplatz gibt es eine Brandschutzwache, die während des Festes immer besetzt ist.

Darüber hinaus stellt eine spezielle Infrastruktur sicher, dass auch während eines möglichen Stromausfalls die Kommunikation auf dem Gelände aufrechterhalten werden kann. Sechs Türme mit Akku betriebener Beleuchtung und Lautsprecheranlage garantieren im Falle eines Stromausfalls – und einer anschließenden Räumung des Platzes – dass die Besucher weiterhin genug Licht haben, um den Volksfestplatz sicher zu verlassen und über alles Nötige informiert werden können.
Sicher und sauber muss auch das Trinkwasser auf dem Gelände sein. Daher müssen schon Wochen vor der eigentlichen Veranstaltung Wasserproben ins Labor geschickt werden, um sicherzustellen, dass die Leitungen und Anschlüsse für das Wasser keimfrei und sauber sind.
Immer mehr Arbeiter helfen auf dem Volksfest mit
Die Zahl der Personen, die vor, während und nach dem Volksfest damit beschäftigt sind, dass alles reibungslos läuft, ist zuletzt immer größer geworden. An der Spitze des Teams stehen Thumann und seine Kollegin Mira Hollweck. Es folgen die Mitarbeiter des Bauhofs mit Günter Nutz als Koordinator, der Stadtgärtnerei mit ihrem Chef Manuel Traub, des Festwirtspaars Marco und Bine Härteis sowie das vierköpfige Hausmeisterteam, Rettungskräfte von BRK, Feuerwehr, Polizei und THW, der Sicherheitsdienst, das Reinigungspersonal und die jeweiligen Teams der Essenstände und Fahrgeschäfte.

Fahrgeschäfte: Die Anforderungen der Gäste steigen
Jedes Jahr immer die gleichen Fahrgeschäfte? Das geht nicht. Thumann erzählt im Gespräch mit unserem Medienhaus von klar formulierten Anschreiben und E-Mails von Besuchern, die genau das anprangern. Deshalb hat die Stadt für den Fuhrpark der Fahrgeschäfte seit vielen Jahren als Generalunternehmer die Hartmanns Vergnügungsbetriebe unter Vertrag – früher noch mit ihrem Chef Günther Wunderle, heute mit dessen Tochter Britta Wunderle-Wittmann und ihrem Mann Jürgen Wittmann an der Spitze.
Das Unternehmen kümmert sich um die Bewerbungen der Schau- und Fahrgeschäftbetreiber sowie der Spiel- und Süßwarenstände, trifft dann eine Vorauswahl und stellt diese dann dem Arbeitskreis Großveranstaltungen und Feste der Stadt Neumarkt vor. Dieser trifft final die Entscheidung, wer auf dem Festplatz seine Zelte aufschlagen darf. Dass die Wittmanns so gute Kontakte in der Welt der Fahrgeschäfte haben, hat das Volksfest Neumarkt schon mehr als einmal gerettet.
So war zum Beispiel in einem Jahr der Riesenradbetreiber nicht gekommen – über Nacht organisierte die Familie einen Ersatz. Auch hatte ein Fahrgeschäft aufgrund eines technischen Problems am vorherigen Standort erst ganz knapp vor dem Fest in Neumarkt anreisen können. Kurzerhand halfen alle auf dem Volksfestplatz zusammen und das Geschäft wurde noch pünktlich fertig.
Besonderheiten in diesem Jahr sind zum Beispiel der „Happy Coaster“ – für alle Kinder, die für den „XXL Höhenrausch“ oder die „Crazy Mine“ noch zu klein oder zu jung sind, aber auch schon zu groß fürs Kinderkarussell. Oder der Big Ben Tower, ein 40 Meter hohes Riesen-Kettenkarussell, bei dem die Besucher rund 30 Meter über dem Boden fliegen. Wichtig ist Thumann, dass jedes Jahr Fahrgeschäfte dabei sind, die man schon von Weitem sehen kann.

Das Riesenrad, der Autoscooter, das Kinderkarussell und der Jumbo-Jet sind Klassiker, die trotzdem in keinem Jahr fehlen dürfen. Um optisch ein wenig Abwechslung in den Festplatz zu bringen, werden die Fahrgeschäfte jedes Jahr ein wenig anders angeordnet.
Musik auf der Bühne: Immer mal was Neues – zum Beispiel die Mountain Crew
„Wie viele Hände hat der Oktopus?“ Die Antwort auf diese Frage kennt wohl jeder. Und sie wird am Donnerstag, 13. August, laut durch die Große Jurahalle donnern: „100 000 Hände!“ Die Mountain Crew aus Österreich wird dieses Jahr erstmals auf dem Jura-Volksfest auftreten. Bekannt sind die fünf Jungs in Lederhosen aus Shows von Florian Silbereisen, aus dem ZDF-Fernsehgarten, vom Oktoberfest und aus dem Bierkönig auf Mallorca.

Um das Musikprogramm in den Jurahallen kümmern sich die Festwirte Marco und Bine Härteis. Dafür ist Thumann dankbar. Denn das Paar veranstaltet so viele Feste, hat so viele Kontakte und Netzwerkpartner, dass für das Jura-Volksfest immer ein tolles Programm angeboten werden könne. Mit dabei sind immer feste Größen wie die Gipfelstürmer oder traditionelle Blaskapellen am Nachmittag sowie Neulinge, die sich in der Kleinen Jurahalle beweisen können, um dann vielleicht irgendwann in der Großen Halle dranzukommen.
Neu in diesem Jahr ist am Dienstag, 11. August, ein Malle Abend mit Deejay Biene, einem Kult-DJ aus dem Bierkönig in der Kleinen Jurahalle, danach gehts mit Malle-Musik weiter im Weinzelt. Ebenfalls neu ist ein bayerischer Abend „Volksfestschmankerl“ mit vier Kapellen und moderiert von Florian Gröninger, der aus der BR-Sendung Brettl-Spitzn bekannt ist. Danach ist Bayerische Afterparty im Weinzelt. Am 10. August findet erstmals im Weinzelt ein kostenloser Tanzkurs mit professionellem Tanzlehrer statt.
■ Neu im Sportprogramm: Flag Football am 8. August
Das Jura-Volksfest und der Sport sind traditionell verbunden. Seit Jahren bestreiten die Fußballer vom ASV Neumarkt zum Volksfest ein Heimspiel auf dem DJK-Platz in der Rotbuchenstraße hinter den Jurahallen, in diesem Jahr am 15. August ab 15.30 Uhr gegen die SpVgg Weiden. Einen Tag später findet ab 17 Uhr bei freiem Eintritt der traditionelle Ringkampf des ASV Neumarkt gegen die KG Amberg/Cham in der Großen Jurahalle statt.
Ganz neu im Sportprogramm ist dagegen ein Auftritt der Neumarkt Wolves am 8. August ab 10 Uhr auf dem DJK-Sportplatz: Die Neumarkter Footballer bestreiten ein sogenanntes Flag Football Turnier, einer Unterart des American Football, die fast ohne Körperkontakt auskommt und für die man die für die Sportart charakteristische, aber meist sehr teure Ausrüstung nicht braucht. Auch hier ist der Eintritt frei.