Freystadts neue Mehrzweckhalle soll bereits in wenigen Tagen öffnen

Schon im August soll die generalsanierte und erweiterte Mehrzweckhalle in Freystadt wieder genutzt werden können. Im Haupt- und Finanzausschuss wurden die Kosten des Millionenprojekts detailliert offengelegt – mit durchaus überraschenden Ergebnissen.
Die Generalsanierung und Erweiterung der Mehrzweckhalle Freystadt war zentrales Thema im Haupt- und Finanzausschusses am Mittwoch im Stadlmannanwesen. Rico Lehmeier, Geschäftsführer des Architekturbüros Berschneider, und Projektleiter Marcel Schmidt informierten über Kosten und Baufortschritt.
„Die Mehrzweckhalle ist ein tolles Projekt, sehr ansehnlich für unsere Gemeinde“, lobte Bürgermeister Tobias Maget das Millionen-Projekt. Lehmeier zufolge sind die Arbeiten in der Halle nahezu fertig, aktuell werden die Außenanlagen erstellt. Die Gesamtkosten liegen bei rund 11,6 Millionen Euro.
Die ursprüngliche Kostenberechnung lag bei 11,2 Millionen Euro ohne PV-Anlage. Diese kostet 105.000 Euro und wurde nachträglich eingeplant. Damit liege man mit den Kosten rund 412.000 Euro, also 3,68 Prozent, über der ursprünglichen Kostenberechnung aus dem Jahr 2022. Ein Ergebnis, das sich sehen lassen könne.
Kosten der Außenanlagen fast verdoppelt
Insgesamt umfasst die Baustelle 40 Gewerke. Hier gab es bei den Ausschreibungen günstigere und teurere Ergebnisse als berechnet. Zusätzliche Kosten entstanden unter anderem durch Massenmehrungen. Bei den Außenanlagen stiegen die Kosten von geplanten 316.000 Euro auf rund 600.000 Euro. Dies liege vor allem daran, dass mehr Arbeiten anfielen als ursprünglich gedacht.
Zunächst war man nur vom direkten Umgriff der Halle ausgegangen, jetzt seien weitere Flächen hinzugekommen, erklärte Lehmeier. Detailliert gaben die Planer Einblicke in die angefallenen Kosten. Bei den Erd- und Baumeisterarbeiten stiegen die Kosten von 1,38 Millionen Euro auf 1,65 Millionen Euro. „Du findest halt immer was, womit du nicht gerechnet hast“, sagte Lehmeier mit Blick auf zusätzliche Abbruchleistungen und nicht vorhersehbarer Massenmehrungen.
Verdoppelt habe sich die Position Gerüstbauarbeiten von 49.391 Euro auf jetzt 104.391 Euro, da die Standzeiten länger waren als geplant. Glasbrüstung und Stahlkonstruktionen schlugen mit 136.844 Euro statt der geplanten 75.808 Euro zu Buche. So fielen bei der tragenden Stahlkonstruktion für Deckensportgeräte zusätzliche 51.544 Euro an.
Sanitärinstallation kostet 60.000 Euro mehr
Verdoppelt haben sich auch die Kosten bei den Innenputzarbeiten – statt 28.461 Euro jetzt 59.940 Euro, da zusätzliche Arbeiten notwendig waren. Rund 60.000 Euro zusätzliche Kosten gab es bei der Sanitärinstallation. Besser lief es bei anderen Gewerken, bei denen die Berechnungen nahezu eingehalten wurden.
Nachträge wurden vom Ausschuss abgesegnet
Zur Genehmigung standen bei der Ausschusssitzung Nachträge verschiedener Gewerke von insgesamt 485.739 Euro an. Einstimmig wurden diese von den Ausschussmitgliedern abgesegnet.
Wie Lehmeier weiter informierte, werde aktuell noch die Ausstattung an Geräten und Sportmaterial mit der Schule abgestimmt. Maget ergänzte, dass auch mit den Vereinen in den folgenden Wochen Gespräche zwecks Bedarf geführt werden sollen. Bereits im August soll die Halle genutzt werden können. Die offizielle Einweihung ist im Oktober geplant.
Offene Fragen: Nebenkosten und Fördermittel
In der Diskussion fragte Beate Huber-Beck zur Hitze in der Halle nach. Bislang war dies im Sommer stets ein Problem. Lehmeier verwies auf die Lüftungsanlage und Kippelemente an den Seiten. Zudem lassen sich die Oberlichter öffnen. Jürgen Bärenfänger wollte wissen, wie hoch die Nebenkosten sind, die noch auf die Stadt zukommen werden, wie Strom und Wasser. Dies ließ sich nicht genau beziffern.
Einig waren sich Stadtbaumeister Michael Meyer und die Planer, dass die Vorgehensweise auf öffentlichen Baustellen so üblich sei. Bärenfänger wollte zudem wissen, warum Skonti-Beträge bei Rechnungen kaum genutzt werden. Dies liege meist am Zeitfenster der Zahlungsfristen, das für den bei Rechnungen nötigen Verwaltungsaufwand zu eng getaktet sei. Hans Kerl monierte den Anstrich der Holzkonstruktion, die nun anders als geplant lackiert wurde. Lehmeier erläuterte, dass dies optisch die beste Lösung gewesen sei.
Noch keine genauen Angaben konnte Maget zur Zuschusshöhe für die Generalsanierung der Halle machen. Diese werde bekanntgegeben, wenn die Förderbescheide vorliegen. Lehmeier dankte abschließend für das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit mit der Stadt.