Chamerau feiert seine Feuerwehr: Großes Fest zum 150-jährigen Bestehen

Von Richard Richter · 27. Juli 2026 um 13:00

Der Respekt und die Wertschätzung der Arbeit der Feuerwehr Chamerau über nunmehr 150 Jahre stand im Mittelpunkt des zweitägigen Festes, das mit einer Open-Air-Party seinen Anfang nahm und am Sonntag von einem Festgottesdienst und einem Kirchen- und Festzug durch die Ortschaft gekennzeichnet war, zu dem nahezu 30 Vereine und Feuerwehren die Jubelwehr begleiteten.

Am 16. Oktober 1876 erfolgte die Gründung durch 23 Männer aus Chamerau, Gilling, Gillisberg und Rossberg – vier Ortschaften, die immer noch den Schutzbereich der Wehr bilden. Seit ihrer Gründung feierten die Vereinsmitglieder mit der Dorfgemeinschaft und vielen Gästen bereits mehrere Vereinsjubiläen, drei Fahnen- und mehrere Fahrzeugweihen sowie 1989 die Einweihung des Gerätehauses. Im Jubiläumsjahr 2026 zählt der Verein fünf Ehrenmitglieder und 175 Mitglieder. Die Jugendfeuerwehr hat elf Mitglieder, der Kinderfeuerwehr gehören 29 Kinder an.

Blick in den Festgottesdienst - Foto: kht
Im Fahnenblock wurde nach dem Gottesdienst zum Festplatz marschiert. - Foto: kht
Die Kinder der Patenfeuerwehr aus Staning - Foto: kht
Der FC Chamerau kann nächstes Jahr sein Gründungsfest zum 100. Geburtstag feiern. - Foto: kht
Die Perlhütter Musikanten beim Kirchenzug - Foto: kht
Am Samstagabend genossen die vielen Besucher eine lauen Sommerabend. - Foto: kht
Viele Feuerwehren feierten mit in Chamerau. - Foto: kht
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Open-Air-Party am Samstagabend

Anlass genug, dies auch heuer zu feiern. Dabei ging die Feuerwehr Chamerau, nicht zuletzt gefördert durch die junge Vorstandschaft, einen neuen Weg. An zwei Tagen sollte gefeiert werden. Am Samstag war die Fläche hinter dem Bürgerhaus Zentrum der Open-Air Party, bei der die Band „Urwaidler“ mit einem bunt gemischten Programm durch eine lauen Samstagabend führte. Neben Bierzeltgarnituren, die fast bis auf den letzten Platz besetzt waren, stand im Mittelpunkt der lange Tresen auf massiven Stahlträgern. Als Abschluss lud das „Brandhaus“ ein, den Abend noch etwa zu verlängern.

Nach dem Einholen der geladenen Feuerwehren und Vereine begrüßte Festleiter Christopher Hannes gegen 9.30 Uhr die Gäste und Vereine vor dem Bürgerhaus. „Wir sind nicht nur da, wenn Not am Mann ist , sondern sind auch ein Anker in der Gesellschaft“, so der Festleiter.

Nach dem Kirchenzug stellte Pfarrer Kilian Limprunner in der Pfarrkirche St. Peter und Paul zu Beginn des Gottesdienstes, den er in Konzelebration mit Diakon Harald Schneider und Pfarrvikar P. Praveen Martin hielt, heraus, dass, wenn Gott ein gutes Modell formen müsste, bräuchte dies Nerven wie Drahtseile oder müsse in jeder Situation zupacken können. In dem Leitspruch der Feuerwehr „Gott zur Ehr dem Nächsten zur Wehr“ sei dies alles bestens verpackt. Darin spiegle sich auch Rufbereitschaft, etwa wenn in Notsituation die Hilfe Gottes oder bei Bränden und Unfälle die Hilfe der Feuerwehr notwendig sei. In beiden Fälle gäbe es dies rund um die Uhr. „Ich bin mir aber nicht sicher, ob die schnelle Hilfe dann auch entsprechend wertgeschätzt werden“, so der Pfarrer in dem von der Thürnsteiner Blaskapelle musikalisch umrahmten Gottesdienst. „150 Jahre Feuerwehr Chamerau und mit einhergehend auch die Dorfgemeinschaft heißt aber auch gutes Miteinander im Verein und Respekt gegenüber den Einsatzkräften ebenso wie die Gedanken an die bereits Verstorbenen Mitglieder“, so Pfarrer Limprunner.

Eine der ersten Wehren mit einer Kinderfeuerwehr

„Welch großer geschichtsträchtiger Tag“, leitete Herbert Ettl sein Grußwort ein. „Im Namen der Mitbürger möchte ich die höchste Wertschätzung und Anerkennung für die Hilfsbereitschaft aussprechen“, so der Schirmherr.

„Dank an die Tradition und die Arbeit jeden Tag für die Bürger“, sagte Christian Schindler. Der Landrat hob hervor, dass die Feuerwehr Chamerau mit eine der ersten war, die eine Kinderfeuerwehr ins Leben rief. „Bewahrt euch diese Innovation auch für die Zukunft.“ Mit dem Blick auf das Attentat in Berlin hob Christian Schindler heraus, wie ruhig und unbeschwert es dagegen hier sei. „Genießt deshalb die Feststunden hier in Chamerau.

„Ich durfte in der Feuerwehr Chamerau schon etliche Funktionen ausüben. Heute bin ich als Bürgermeister stolz, auf Euch zu blicken“ so Stefan Baumgartner. „Unsere Straßen sind sicher“, nahm auch er den Ball der aktuellen Entwicklung auf. Dafür sorge die Feuerwehr. „Ausrücken muss der Mensch“ lobte der Bürgermeister das Engagement der Aktiven, während die Kommunen dafür Sorge tragen, das notwendige Gerät vorzuhalten. Abschließend hob er den Weg mit dieser Art Festablauf heraus, der nicht zuletzt auch der jungen Vorstandschaft geschuldet sei und der allein schon mit Blick auf den Samstag entsprechend mit bestem Besuch gewürdigt wurde.Im Vorfeld der Ansprachen hatte Pfarrer Limprunner die neue Tragkraftspritze ebenso wie das neue Vereinstaferl und das Band des Schirmherrn gesegnet, nicht ohne die Redner darauf hinzuweisen, dass die mitgebrachte Sanduhr deren Redezeit einschränke.

Nach dem Festgottesdienst wurde im Fahnenblock zurück zum Festplatz marschiert, ehe sich am Nachmittag der große Festzug durch die Ortsmitte von Chamerau anschloss.