Warum die Aktiven der Saaler Feuerwehr ein neues Boot brauchen

Von Roland Kugler · 23. Juli 2026 um 11:00

Die Retter um Kommandant Siegfried Girke sind zu jeder Jahreszeit auch auf der Donau gefragt. Sie retten Personen aus dem Wasser oder rücken aus, wenn Güter- oder Personenschiffe auf dem Fluss havarieren.

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Das Mehrzweckboot der Saaler Feuerwehr soll durch ein neues ersetzt werden. Bei voraussichtlichen Kosten von 230.000 Euro gab es Gesprächsbedarf im Gemeinderat.

Verzichtet werden kann auf das Boot nur schwer, da es auch bei Einsätzen in Katastrophenfällen notwendig ist. Das Mehrzweckboot der Saaler Wehr ist Baujahr 1999. Es gibt immer wieder technische Probleme, zum Beispiel mit dem Getriebe, auch der Bootskörper war schon beschädigt und es kam zu einem Wassereintritt, erklärte Feuerwehr-Kommandant Siegfried Girke im Gemeinderat.

Schnell an der Donau – und dann streikt der Motor

So ist es schon vorgekommen, dass die Wehr bei Alarmierung zwar schnell an der Donau war, aber der Motor des Boots nicht angesprungen ist. „Aktuell ist das Boot einsatzfähig“, so Girke. Es wurde instand gesetzt, aber wegen des Alters und der zunehmenden Reparaturen will die Gemeinde ein neues und zuverlässiges Mehrzweckboot anschaffen.

Auch vom Kreisbrandrat wird eine Ersatzbeschaffung dringend befürwortet, wie Geschäftsleiter Tobias Zeitler mitteilte. Die Nachbargemeinden an der Donau haben sich bereits für ein neues Boot entschieden: Bad Abbach hat es schon im Einsatz, Kelheim habe es bestellt, sagte Zeitler weiter.

Kosten solle ein neues Boot 220.000 bis 230.000 Euro, inklusive Trailer, und je nach Ausstattung und Preissteigerungen. Da es auch für den Katastropheneinsatz vorgesehen ist, könne mit einer Förderung von bis zu 99.000 Euro gerechnet werden. Das Saaler Mehrzweckboot ist zum Beispiel im Sondereinsatzplan Ölsperre MERO 30 eingeplant.

Gemeinderat Bernd Schmid fragte, ob das vorhandene Boot dauerhaft repariert werden könne. Girke sagte, dass das schwierig sei. Der Rumpf bestehe aus Glasfaser, die neuen Boote würden aus Aluminium hergestellt. Die Firma, die das Saaler Boot hergestellt habe, existiere nicht mehr, und es würde wohl nicht leicht sein, ein Unternehmen zu finden, das Glasfaserboote repariere.

Robert Fuchs sagte, dass es wichtig sei, ein funktionierendes Boot zu haben, das sei dann auch auf dem neuesten Stand der Technik. Werner Czech wies darauf hin, dass solche Boote jährliche Preissteigerungen von bis zu 15 Prozent hätten. Karl Fuchs, Bootsführer der Saaler Wehr, sagte, man sei ein neues Mehrzweckboot in Straubing Probe gefahren. Es sei kein Vergleich zum alten Boot, das Fahrverhalten, die Ausstattung und die Sicherheit seien wesentlich besser.

Auch bei Havarien von Schiffen im Einsatz

Verzichten kann die Gemeinde auf ein Mehrzweckboot eigentlich nicht. Nicht weil die Feuerwehr gerne eins haben möchte, sondern weil das Boot auch bei Einsätzen in Katastrophenfällen eingeplant sei. Hier seien alle mit entsprechenden Booten ausgestatteten Wehren im Landkreis einbezogen, sagte Zeitler.

So komme das Boot nicht nur bei Personenrettungen auf dem Wasser zum Einsatz, hierfür habe die Saaler Wehr auch noch ein zusätzliches kleineres Rettungsboot. Das Mehrzweckboot komme zum Beispiel auch zum Einsatz, wenn Ölsperren errichtet werden müssten. Oder bei Notfällen oder Havarien von Schiffen, wie sie sich auf der Donau auch schon ereignet hatten. Vor der Schleuse Poikam hatte sich in der Vergangenheit ein Frachter quer gestellt, auch ein Kreuzfahrtschiff war schon in eine solche Notlage geraten.

„Die Donau ist eine Bundeswasserstraße, wir haben den Hafen Saal-Kelheim, die Sportboothäfen in Saal und Kapfelberg. Auf der Donau sind Frachtschiffe und auch viele Touristen mit Booten unterwegs, und wir sind im Katastrophenplan mit eingebunden“, sagte Zeitler. Der auch darauf hinwies, dass es etwa drei Jahre dauern würde, bis ein neues Boot da sei. Zuerst müsse ein Förderantrag gestellt werden. Wenn dieser positiv beschieden sei, könne eine Ausschreibung für das Boot erfolgen. Bis diese dann entschieden und das Boot gebaut und geliefert sei, würde es entsprechend dauern.

Die Räte stimmten schließlich einstimmig dafür, die Förderung zu beantragen. Sobald diese zugesagt sei, solle das Ausschreibungsverfahren eingeleitet werden. Der Auftrag dazu wurde für 2900 Euro vergeben, ebenfalls einstimmig.