Mittleres Einkommen im Landkreis Cham steigt auf 3712 Euro – Deutliche Unterschiede bleiben

Zum Stichtag am 31. Dezember 2025 erzielten die sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten mit Arbeitsort im Landkreis Cham ein mittleres Einkommen, auch Medianlohn oder Medianeinkommen genannt, von 3712 Euro pro Monat und somit 159 Euro mehr als im Vorjahr. Bei der Betrachtung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach verschiedenen Merkmalen, fallen aber deutliche Einkommensunterschiede auf.
Deutsche Staatsangehörige erwirtschafteten 3960 Euro pro Monat und damit 176 Euro mehr als im Vorjahr. Ausländische Beschäftigte kamen hingegen auf ein Entgelt von 2979 Euro und erzielten damit 144 Euro mehr als im Vorjahr.
Eine Rolle beim Einkommen spielte zudem das Geschlecht. Frauen erzielten im Mittel 3289 Euro und somit 171 Euro mehr als 2024. Männliche Beschäftigte verdienten 3860 Euro und somit 141 Euro mehr als im Vorjahr.
Ohne Berufsabschluss gibt es weniger Geld
Wie viel Beschäftigte verdienen, hängt zudem stark von der jeweiligen Qualifikation ab. Während Menschen ohne Berufsabschluss 2987 Euro und damit 131 Euro mehr als 2024 erzielten, lag der Verdienst bei Arbeitnehmern mit anerkanntem Berufsabschluss bei 3765 Euro und damit 148 Euro über dem Vorjahresniveau. Akademiker erzielten im Median 5352 Euro und damit 206 Euro mehr als 2024.
„Das Einkommen ist bei allen Arbeitnehmergruppen im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Am deutlichsten zeigte sich der Anstieg allerdings bei Arbeitskräften mit Ausbildung oder akademischer Laufbahn und erklärt damit auch den deutlichen Unterschied zur Gruppe der ausländischen Staatsangehörigen. Zuwanderer aus dem Ausland haben oftmals keine Berufsausbildung oder bekommen ihren im Ausland erworbenen Abschluss nicht bzw. nicht gleichwertig in Deutschland anerkannt. Sie nutzen deshalb weniger qualifizierte Beschäftigungen zum Einstieg ins Berufsleben“, sagt Siegfried Bäumler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf.
Verpasste Abschlüsse nachholen
„Es lohnt sich daher immer, auch noch später in der aktiven Berufsphase einen verpassten Abschluss nachzuholen, weil man damit in der Regel einfach mehr Geld in der Tasche hat“, empfahl Bäumler.
Mit Teilzeitausbildungen, Umschulungen und Weiterbildungen im Betrieb gebe es hier verschiedene Möglichkeiten, auch bei familiären Verpflichtungen ein passendes Qualifizierungsangebot zu finden. „Die Agentur für Arbeit kann hier mit entsprechenden Beratungs- und Förderangeboten unterstützen“, betont Siegfried Bäumler.
Mit zunehmendem Lebensalter steigt bei den Beschäftigten das Entgelt. Arbeitnehmer unter 25 Jahren erzielten 3160 Euro und somit 102 Euro mehr als im Vorjahr, 25- bis 55-Jährige mit 3793 Euro insgesamt 159 Euro mehr als 2024. Die Arbeitnehmer 55-Jahre-plus erwirtschafteten 3819 Euro und somit 149 Euro mehr als im Vorjahr. Das mittlere Einkommen in Deutschland betrug 4217 Euro.