Kelheims Kunst- und Kulturnacht wird 25 - Das ist zum Jubiläum geboten

Von gediegen bis „ranzig“, von kreativ bis rockig: Die Kukuk lädt zum 25. Mal zum Kultur-Hopping durch Kelheim. Musik in der Befreiungshalle, Geschichten am Lagerfeuer, Jazz, Rock, Kunst und kreatives Mitmachen sind geplant. Das steckt hinter dem Erfolgsrezept der besonderen Sommernacht.
Seit 25 Jahren tun sich verschiedenste Kelheimer Kulturmacher für einen Abend zusammen. Ihnen bringt das mehr Aufmerksamkeit, als eine eigene Aktion allein. Gemeinsam bringen sie bei der Kunst- und Kulturnacht, kurz Kukuk, ein paar Tausend Menschen auf die Beine. Dem Publikum beschert das „Gemeinsame-Sache-Machen“ einen vielfältigen Abend. So soll das auch beim Jubiläum Ende August wieder sein.
2001 war Premiere. Mit handgeschriebenem Plakat und vier Locations (Donau-Gymnasium, Archäologisches Museum, Orgelmuseum, Galerie Schneider im Alten Sudhaus). Ein paar Tausend Besucher kamen – und kommen seither jedes Mal aufs Neue, sagen die Kukuk-Macher von 2026.

Streng genommen ist die Kukuk noch keine 25. Denn gestartet waren die Kulturabende als „Blaue Nacht“. Allerdings beanspruchte bald die Stadt Nürnberg den Namen für sich und verwies auf ihre Lizenzrechte. Der Leidenschaft der Macher für den gemeinsamen Abend tat dies keinen Abbruch, aber ein neuer Name musste her. Der geht auf Andrea Kugler zurück. Sie hatte die Kukuk-Idee.
„Das schönste Kompliment ist, wenn die Leute bleiben“
Am Freitag, 28. August, eröffnet die Befreiungshalle das 25. Kultur-Hopping in der Kreisstadt. Es hat inzwischen Tradition, dass einmal im Jahr zur Kukuk der Klenze-Bau auf dem Michelsberg zur Konzerthalle wird und Musiker dessen Akustik erlebbar machen. „Das schönste Kompliment ist, wenn die Leute nach dem ersten Konzert sitzen bleiben und sich auch das zweite anhören“, sagt Verwaltungsleiterin Rebecca Seidl. Für 2026 ist der Chor „Taktvoll“ aus Wolfsbuch (Kreis Eichstätt) engagiert. Dieser hat deutsche und internationale Songs im Gepäck. Erstmals um 18.30 Uhr, dann um 19 Uhr. Bis 22 Uhr gibt es immer einen Auftritt zur vollen Stunde.
KWAK nimmt das „ranzige Kelheim“ in den Blick
Bewusst provokativ lädt das Künstler:innen-Kollektiv KWAK mit dem Kaffee Kreativ in die jüngste Spielstätte, die Kulturkantine in der Donaustraße, ein. Diesmal erforschen die Kreativen das „ranzige Kelheim“. Statt um Hochglanz und Bilderbuch-Optiken geht es um Stellen, an denen der Putz bröckelt und Fassaden Risse haben, so Andrea Kugler. Auch kleine Fundstücke von der Straße werden eine Rolle spielen. Wie in den vergangenen Jahren will KWAK die Besucher zum Selbst-Kreativ-Werden anminieren. Bislang „waren es immer erstaunlich viele, die das annahmen und sich ausprobierten“, erinnert sich Kugler.

Diesmal können Besucher per Schreibmaschine kleine Geschichten zu den Fundstücken tippen und fabulieren wem in welcher Situation die „ranzigen Accessoires“ wohl abhanden kamen. Zudem will KWAK Frauen, Männer und Kinder zum Zeichnen bringen. Fotos vom „ranzigen Kelheim“ sollen dazu anregen.
Das Orgelmuseum zählt zu den Kukuk-Institutionen der ersten Stunde und ist laut Fördervereins-Vorsitzendem Christian Hopfner auch 2026 wieder dabei. Michael Pollwein (Orgel), Isolde Pollwein (Violine), Andreas Prem (Trompete) und er selbst an der Posaune laden zu einer musikalischen Zeitreise ein. Jeweils um 19, 20, 21 und 22 Uhr. Zudem wartet eine Foto-Schau.

Im Garten des Archäologischen Museums gibt es zur Jahres-Sonderschau „Keltenwelten“ ab der Dämmerung Sagen und Geschichten am Lagerfeuer, drinnen können die Besucher Sonder- und Dauerausstellung entdecken und ab 19 Uhr der Rockband „7even“ lauschen.
Im Evangelischen Gemeindezentrum in der Ludwigstraße spielt im Innenhof die Formation „Cadz“ Rock- und Pop-Klassiker. Im Obergeschoss zeigt die Kelheimer Malerin Karin Eberl ihre „Vielfalt“ – von Öl bis Sketching. Letzteres ist jüngere Kunstform, mit der schnelles Skizzieren oder Festhalten von Szenen, Gebäuden oder Ideen gemeint ist.

Finale für viele wird auch diesmal das Donau-Gymnasium sein. Dort ist zum 52. Mal die Bandbreite der Kunstschaffenden der Region bei der Jahresschau der Gruppe Kunst zu erleben. Gastausstellerin ist 2026 Christiane Settele (Expressive Malerei) aus Regensburg. Frank Späth plant eine Tanzperformance. „Contraphon“ sorgt bis null Uhr für Jazziges und Rockiges, so Jürgen Frömberg. An (fast) allen Orten laden zudem kühle Drinks und Schmankerl zum Verweilen ein.
Die Organisatoren hoffen, dass auch diesmal der Mix, der die Kukuk ausmacht, viele Menschen nach Kelheim bringt. Längst habe die Nacht auch Liebhaber jenseits der Stadt- und Kreisgrenze, beobachtet Bernd Sorcan. „Bei der Kukuk kann man viele kleine, feine Sachen entdecken. Am besten bei einer lauen Sommernacht“, so Elisabeth Riegler.
Freier Eintritt: Die Kukuk in Kelheim ist umsonst
• Termin: Freitag, 28. August, ab 18.15 Uhr ist Kunst- und Kulturnacht in Kelheim; Eintritt frei
• Stationen: Befreiungshalle, evangelisches Gemeindezentrum in der Ludwigstraße, Kulturkantine, Archäologisches Museum, Orgelmuseum und Donau-Gymnasium
• Ludwigsbahn: Die Ludwigsbahn pendelt kostenlos zwischen den Veranstaltungsorten. Halte: Donau-Gymnasium, Ludwigstraße, Forst-/Finanzamt, Befreiungshalle. Erste Abfahrt um 17.45 Uhr, Donau-Gymnasium.