Eskalation im Kirchenstreit im Landkreis Neumarkt: Mesner quittieren vorerst Dienst

Von Hans Peter Gleisenberg · 19. Juli 2026 um 15:00

Die Amtsenthebung von Landl-Pfarrer Alexander Proksch sorgt für viel Unruhe – nun deutet sich eine neue Eskalationsstufe an: In der Pfarrei im Landkreis Neumarkt formiert sich eine Protestwelle, denn die Art und Weise, wie diese Amtsenthebung zustande gekommen ist, stößt hier auf Unverständnis.

Video ansehen

Am Sonntagfrüh um 8.30 Uhr hätte an der Willibaldskirche in Hofen eigentlich ein Gottesdienst stattfinden sollen – Gottesdienstbesucher fanden dort aber ein Schreiben an der Kirchentür, das das Mesner-Team angebracht hatte.

Die beiden Mesner Alexander Pfindel und Leonhard Bachhofer brachten darin ihr Unverständnis über das Vorgehen zum Ausdruck und forderten Dekanat, Regionalbischof und die Landeskirche auf, „über Lippenbekenntnisse hinaus Stellung zu nehmen und dies in einer Art, die der Kirche würdig ist“, wie sie im Gespräch mit unserem Medienhaus erklärten. Zugleich legten sie aus Protest ihre Ämter nieder.

Mesner zeigen Unverständnis über Vorgehen der Kirche

An der Kirchentür war im Wortlaut folgendes zu lesen: „Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Kirche, aus Solidarität mit unserem Pfarrer Proksch, legt das Mesner Team, bis auf weiteres, seinen Dienst nieder. In dem Bewusstsein dass dieser Vorgang nicht nur die Gemeindeglieder unserer Pfarrei, sondern auch katholische Glaubensbrüder bewegt. Die Art und Weise wie die evangelische Kirchen mit unserem Pfarrer umgeht, gleicht nicht dem christlichen Prinzip der Nächstenliebe, sondern einer Hinrichtung.

Wir hoffen und beten, dass die Geschehnisse in einem fairen Verfahren sorgfältig aufgeklärt werden. Wir bitten um euer Verständnis, um Besonnenheit und um euer Gebet für alle Beteiligten.“

So blieb die Kirche geschlossen und Lektorin Birgit Heim bat die Anwesenden um Verständnis, vor diesem Hintergrund keinen Gottesdienst halten zu können. Alle der mehr als 20 Anwesenden, die die Kirchenfeier hatten besuchen wollen, machten auf Nachfrage ihre Solidarität mit dieser Entscheidung deutlich und verurteilten, wie mit ihrem Pfarrer umgegangen werde.