Vereinbarung läuft aus: Wie geht es mit der Unterkunft für Asylbewerber in Hemau weiter?

Von David Santl · 16. Juli 2026 um 15:00

Seit zehn Jahren gibt es am Stadtrand von Hemau (Landkreis Regensburg) eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber und Geflüchtete. Nun läuft die Nutzungsvereinbarung zwischen der Stadt und der Regierung der Oberpfalz als Betreiber aus. Welche Zukunft könnte die Einrichtung haben? Und ist die Unterkunft eigentlich ein Brennpunkt? Darüber sollen die Bürger bei einem Infoabend am 20. Juli diskutieren können.

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Kinder spielen vergnügt Fußball, ein Mann legt Fleisch auf den Grill und ein paar Frauen sitzen etwas abseits und machen mit dem Handy einen Videoanruf. Die Atmosphäre zwischen den Holzbauten der Geflüchteten-Unterkunft am Hemauer Stadtrand ist ruhig, geradezu familiär.

Vereinbarung zwischen Regierung und Stadt war auf zehn Jahre ausgelegt

Seit zehn Jahren gibt es die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber und Geflüchtete nun. Im Januar 2016 beschloss der Stadtrat, eine Unterkunft für 150 Personen beim Sportgelände des TV Hemau zu bauen. Betreiber ist die Regierung der Oberpfalz.

Ausgelegt war die Vereinbarung zwischen Regierung und Stadt auf zehn Jahre – die jetzt rum sind. Stellt sich also die Frage: Wie könnte es weitergehen? Das soll Thema eines Infoabends am Montag, 20. Juli, um 19 Uhr im Landgasthof Ferstl-Bruckmeier sein. Das letzte Wort wird zwar der Stadtrat haben – „aber die Bürger sollen nachvollziehen können, auf welcher Grundlage die Entscheidung dann getroffen wird. Sie sollen dieselben Informationen erhalten wie der Stadtrat“, erklärt Bürgermeisterin Petra Lutz (SPD).

Beim Infoabend wollen Vertreter der Regierung, der Stadt, des Landratsamtes und der Polizei darum über den aktuellen Stand informieren. Unter anderem soll es um die Erfahrungen der vergangenen Jahre und um Chancen und Herausforderungen des Zusammenlebens gehen. Auch die Auswirkungen einer möglichen Verlängerung oder Nicht-Verlängerung der Vereinbarung sollen zur Sprache kommen.

- Foto: Katharina Schneider
„Es ging und geht um Menschen, die Schutz suchen. Menschlichkeit und Verantwortungsbewusstsein waren damals wie heute die entscheidenden Beweggründe.Petra Lutz (SPD), Bürgermeisterin von Hemau

Dass es rund um die Gemeinschaftsunterkunft unterschiedliche Sichtweisen und auch kritische Stimmen gibt, ist Bürgermeisterin Lutz bewusst. Gerade deshalb sei ihr die Infoveranstaltung so wichtig. „So können Missverständnisse und Fehleinschätzungen ausgeräumt werden.“

Lutz ist insgesamt aber der Meinung, dass die Gemeinschaftsunterkunft von einem Großteil der Bürger akzeptiert werde und dass sich die Einrichtung in den vergangenen zehn Jahren gut in die Stadt eingefügt habe. „Mir sind aus dieser Zeit keine Probleme bekannt, die mit der Einrichtung in Verbindung stehen.“ Ein wichtiger Faktor aus Sicht der Bürgermeisterin: die sehr gute Organisation und Betreuung vor Ort. „Die Bewohner haben feste Ansprechpartner, wodurch viele Anliegen frühzeitig geklärt werden können.“

Lutz: Keine Probleme mit Einrichtung bekannt

Und noch ein Punkt ist Petra Lutz in der Diskussion um die Zukunft der Einrichtung wichtig: Es muss klar differenziert werden. In der öffentlichen Debatte würden unterschiedliche Themen rund um Migration und das Zusammenleben in Hemau häufig miteinander vermischt werden. „Aber die Gemeinschaftsunterkunft ist dabei nur ein Teil dieses Gesamtbildes“, betont das Stadtoberhaupt. Genau hier will die Stadt mit Informationen der zuständigen Fachstellen und der Polizei für mehr Klarheit sorgen und die verschiedenen Themen sachlich voneinander abgrenzen.

Für Petra Lutz ist jedenfalls klar: Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen. Das war schon ihre Devise, als sie vor zehn Jahren als Stadträtin die Diskussion um den Bau der Unterkunft miterlebte: „Es ging und geht um Menschen, die Schutz suchen“, betont sie, „Menschlichkeit und Verantwortungsbewusstsein waren damals wie heute die entscheidenden Beweggründe.“