Stadtwall erhält einen weiteren Blickfang

Von Wolfgang Abeltshauser · 17. Juli 2026 um 11:00

Der Neustädter Stadtrat hat am 15. Juli der von Architekt Franz Hilger vorgestellten Planung für die Weiterführung des Stadtwalls im Bereich des früheren Fronfischer-Anwesens zugestimmt. Bürgermeister Thomas Memmel nannte einen ambitionierten Zeitplan dazu.

Hilger betonte, dass es sich um den damals wichtigen Stadtzugang von der Donau her handle. Deshalb sei es gut, den optisch wieder herzustellen. „Entstehen solle ein zusätzlicher Aufenthaltsbereich am Rande der Innenstadt“, sagte er. Geplant sei, wenn die alten Gebäude erst einmal abgerissen sind, die Situation von der gegenüberliegenden Straßenseite beim Volksfestplatz sozusagen zu spiegeln.

Entstehen soll ein rund 2,5 Meter hoher Turm aus Erde mit einem wassergebundenen begehbaren Plateau, auf dem Sitzgelegenheiten und ein Stadtmodell platziert werden sollen. Eingefasst werden soll diese Fläche mit einem Dreizeiler aus Granit- oder Kalkstein. Erreicht werden soll der Bereich durch eine Treppe und eine Rampe - also auch durch einen barrierefreien Zugang.

Noch stehen die alten Gebäude des Fronfischeranwesens. Der Stadtwall auf der anderen Seite soll hier fortgesetzt werden. - Foto:

Auf dem Turm sollen, vergleichbar der Situation auf dem restlichen Stadtwall, Kastanien gepflanzt werden. Memmel betonte in den Zusammenhang, dass es sich um eine schädlingsresistente Art handeln werde. Hilger sagte, dass entlang des ehemaligen Fronfischer-Anwesens auch Bäume gepflanzt werden. Es seien allerdings keine Kastanien, sondern rückschnittsverträgliche Arten.

Stadträte wünschen sich einen Wall in Neustadt a. d. Donau

Für den weiteren Verlauf entlang des ehemaligen Fronfischer-Anwesens am Alten Turnplatz zeichnete Hilger zwei Varianten auf. Schon zu Beginn hatte er betont: „Wir orientieren uns an der historischen Stadtfestung.“

Möglich sei nach seinen Worten entweder den Stadtgraben mittels einer flachen Grünfläche anzudeuten oder eben den Wall. Auf Nachfrage von Konrad Sigl (Wählergemeinschaft Mühlhausen-Geibenstetten) erläuterte der Planer, dass es sich um eine rund 1,5 Meter hohe bepflanzte Aufschüttung handeln würde, die nicht begehbar wäre.

Das klingt doch auch interessant: Neustadt will Denkmalkonzept für die Innenstadt

In der anschließenden Aussprache wurde rasch deutlich, dass eine Mehrheit der Ratsmitglieder diese Variante bevorzugt, so dass es auch so beschlossen wurde. Unter anderem äußerten sich Memmel, Eduard Albrecht und Roland Artinger (beide SPD) entsprechend. Das würde der Gesamtsituation eher entsprechen.

Albrecht betonte, dass die Maßnahme eine konsequente Fortführung des bisherigen Konzepts sei und lobte das Vorhaben. „Wir haben bisher schon 1400 Meter Stadtwall, das sind schon sieben Achtel der historischen Länge.“ Stellvertretender Bürgermeister Sebastian Mayer (CSU) sagte: „Das verschönert den Eingangsbereich der Stadt.“ Hilger hatte dazu Positives in Sachen Finanzierung im Gepäck. Nicht nur, dass die Chancen laut Bürgermeister sehr groß sind, dass es Gelder von der Städtebauförderung gibt.

Ein weiterer Fördertopf tut sich für die Neustädter auf

Der Planer wies darauf hin, dass ja zusätzliche Grünflächen geschaffen werden. Grundsätzliche gebe es Sonderförderprogramme, die etwa die Entsiegelung von Flächen honoriert – also, dass überbaute Areale verschwinden und darauf Grünflächen entstehen. Er sehe Chancen, insgesamt 80 Prozent der auf 158.000 Euro geschätzten Baukosten als Zuschüsse zu erhalten.

Bereits in der nichtöffentlichen Sitzung haben die Räte laut Bürgermeister die Abbrucharbeiten für die alten Gebäude vergeben. Er geht davon aus, dass die Arbeiten rund um die Erweiterung des Stadtwalls im dritten Quartal vergeben werden können. Sein Zeitplan sehe vor, dass die Maßnahme noch in diesem Jahr durchgeführt wird.

Weg zur Donau denkbar

Hilger sprach in seiner Präsentation an, dass man durchaus auch andenken könnte, den ehemaligen Weg Richtung Donau in der Fortführung des Gehwegs, der entlang des neuen Wallabschnitts entstehen soll, grundsätzlich wieder aufzunehmen.

Die bisher jüngste Erweiterung des Stadtwalls wurde vor einigen Jahren in der Herrnstraße umgesetzt, nachdem dort ein ehemaliger Gewerbebetrieb sein Anwesen aufgegeben hatte.