Neustadt will Denkmalkonzept für die Innenstadt

Der Fokus in Neustadt a. d. Donau soll weiterhin auf der Innenstadt liegen. Nachdem die Altstadtstadtsanierung von Straßen und Plätzen im Vorjahr zu Ende gegangen ist, soll jetzt ein Konzept entwickelt werden, das Immobilienbesitzer im Zentrum helfen soll.
In der Stadtratssitzung am Montagabend beschloss das Gremium einstimmig, ein kommunales Denkmalkonzept erstellen zu lassen. Angebote von Planern sollen jetzt eingeholt werden. Zu Beginn des Tagesordnungspunkts blickte Bürgermeister Thomas Memmel (CSU) zurück: „Wir haben in den vergangenen Monaten vor allem den öffentlichen Plätzen ein neues Gesicht gegeben.“
Man habe damit Initiative ergriffen, um das Neustädter Stadtbild zu verschönern. „Unser Ziel ist, dass auch Privateigentümer initiativ werden, ihre Gebäude zu sanieren und langfristig zu nutzen.“ Allerdings seien Maßnahmen in der Innenstadt zugegebenermaßen nicht einfach, da der Denkmalschutz Vorgaben mache.
Literatur und Quellen werden gesichtet
Deshalb wolle man gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege ein Konzept erarbeiten, in dem Möglichkeiten für Gebäudeeigentumer zusammengefasst sind. Sabrina Sommer von der Behörde führte in der Sitzung aus, dass in einem ersten Schritt die Innenstadtgebäude erfasst und analysiert werden sollen.
Dazu sollen auch historische Literatur und Archiv-Quellen herangezogen werden. Daraus sollen die beauftragten Planer dann Entwicklungsmöglichkeiten für die Innenstadt erarbeiten. Das betreffe sowohl bauliche Veränderungen als auch künftige Nutzungen.
Am Ende des Prozesses soll es laut Sommer individuelle Vorschläge für jedes Innenstadtgebäude geben. Das könnten beispielsweise Hinweise sein, ob und auf welche Weise Photovoltaik auf dem Dach möglich ist. Das Landratsamt sei in den Prozess eingebunden, so dass laut Memmel im Vorfeld Fragen geklärt werden können, die sonst womöglich erst bei einem konkreten Bauantrag auftreten.
Die Bevölkerung wird an den Planungen beteiligt
Dies bekräftigte der Bürgermeister: „Wir möchten vor allem den Grundstückseigentümern Angebote machen.“ Laut Sommer sei es für jemanden, der sich noch nie mit Denkmalschutz beschäftigt hat, schwierig, in die Materie einzuarbeiten. Auch deshalb solle die Bevölkerung schon während der Konzepterstellung mit ins Boot geholt werden.
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Laut Sommer seien etwa Bürgerforen möglich. In anderen Orten habe es auch Projekte für Kinder und Jugendliche gegeben – bei denen etwa kleine Bereiche einer Stadtmauer gemeinsam restauriert wurden. Über die Art und Weise, in der die Bürgerbeteiligung in Neustadt a. d. Donau konkret ablaufen soll, wurde in der Sitzung noch nicht gesprochen.
Feststeht laut Sommer, dass die Kommune die Kosten für die Konzepterstellung mit 80 Prozent gefördert bekommt. Stadtrat Helmut Hartl (CSU) fragte nach, wie es danach mit Förderungen für Privatinvestoren aussehe. Sommer antwortete: „Der Mehraufwand, der durch Auflagen des Denkmalschutzes entsteht, kann mit bis zu hundert Prozent gefördert werden.“
Keine Debatte über Für und Wider des Vorhabens
Eine Debatte über Für und Wider im Zusammenhang mit dem Konzept entstand im Rat keine. Ein Ziel des Konzepts ist laut Memmel, für die gesamte Innenstadt innerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung einen Bebauungsplan aufzustellen. Außerdem sei es ein langfristiges Ziel, den gesamten Stadtwall wiederherzustellen.
Ein erster Schritt dazu ist laut seinen Worten der Bebauungsplan Innenstadt West, den das Gremium einstimmig aufgestellt hat. Er soll parallel zum Konzept entwickelt werden. „Dort haben wir einige schwierige Situationen, für die wir schnell eine Antwort benötigen“, begründete der Bürgermeister, dass man damit nicht warte, bis das Konzept fertig ist.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplans umfasst rund zwei Hektar und wird in etwa von den Straßen Am Westhang, Herrnstraße, Rambaldistraße und Krähwinkel begrenzt. Stadtrat Konrad Sigl (CMWG) fragte, warum denn nicht auch der Bereich des alten Turnerplatzes mit in den Bebauungsplan-Umgriff mit hineingenommen worden ist.
Memmel antwortete, dass dieser sicherlich in einem der noch folgenden Bebauungsplan-Verfahren ein Thema sein wird. Als nächster Schritt sollen jetzt Angebote von Planern eingeholt und mit der Erarbeitung des Vorentwurfs für die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit begonnen werden.