Trachtenverein tanzt endlich im neuen Vereinsdomizil

Ein Jahr lang arbeiteten die Mitglieder des Trachtenvereins gemeinsam mit der Kommune Neustadt a. d. Donau, um sich eine neue Vereinsunterkunft zu schaffen. Jetzt fanden die ersten Übungseinheiten in den neuen Räumen statt.
„Wir starten mit dem Schwarzwaldmädl“, kündigt Andrea Necker an, bevor sie die Musik anstellt. Die Tanzpaare stellen sich auf und beginnen mit dem Tanz. „Eins, zwei, drei, Wechselschritt“, gibt die Tanztrainerin den Takt vor. Der Übungsabend des Neustädter Trachtenvereins an diesem Freitag hat begonnen. Etwa zwei Stunden lang wird ab jetzt das Tanzbein geschwungen werden.
Nach vielen Monaten im Provisorium im Kurhaus in Bad Gögging haben die Mitglieder des Vereins endlich wieder ein eigenes Domizil. Bis vor wenigen Tagen haben Vorsitzender Wolfgang Godesar und seine Mitstreiter im neuen Übungsraum, den sie Trachtenstüberl nennen, gearbeitet - etwa Sockelleisten befestigt. „Seit April haben wir insgesamt 1250 freiwillige Arbeitsstunden geleistet“, zieht Godesar eine positive Bilanz. Die städtischen Räume, die sich direkt neben den Tafelräumen an der Raffineriestraße befinden, zum Trachtenheim zu formen, war insgesamt ein Gemeinschaftsprojekt, da auch Kräfte des Bauhofs Aufgaben übernommen haben.
Platzmangel im Bürgerhaus zwang zum Handeln
Notwendig war das alles geworden, da der Verein in den angestammten Räumen im Bürgerhaus nicht mehr genügend Platz gehabt hätte. Laut Godesar benötigt die dort neu eingebaute Lüftungsanlage deutlich mehr Quadratmeter als die alte. Der Vorsitzende betont aber von Anfang an beim Gespräch mit dieser Zeitung, dass es eine gute Zusammenarbeit mit der Kommune gab. Die Stadt habe dem Verein den neuen Standort vorgeschlagen.
„Er ist wichtig für den Erhalt des Vereins, sonst hätten wir uns auflösen können“, stellt Godesar fest. Er war sofort froh, diese Lösung vorgelegt bekommen zu haben, immerhin zählt der Verein derzeit 115 Mitgliedsfamilien. „Aber am Anfang war ich der einzige, der sich hier herinnen ein Trachtenheim hat vorstellen können.“ Aber mit der Zeit habe er die Mitglieder überzeugen können. Und so habe man in Abendschichten und Wochenendeinsätzen so Einiges erledigt.
Man brach eine Zwischenwand heraus, um in den ehemaligen Gewerberäumen einen Raum zu schaffen, der für die Übungsabende groß genug ist. Die Mitglieder erledigten die Malerarbeiten, Fachkräfte aus den eigenen Reihen sorgten für die Elektroinstallation. Ein neuer Boden wurde verlegt.
Stauraum für die Vereinsutensilien
Entstanden sind auch zwei Lagerräume, in denen Tanzutensilien, aber auch Stühle und Tische, die etwa bei vereinsinternen Veranstaltungen genutzt werden, untergebracht sind. Sanitäre Anlagen, die auch den Nutzern der Tafelräume zur Verfügung stehen, gibt es mittlerweile auch.

Entscheidend für das Vereinsleben ist aber der Übungsraum, in dem Necker längst den nächsten Tanz angesagt hat. Übungsabende wie dieser finden mindestens alle zwei Wochen statt. Es werde nach ihren Worten dabei immer das geübt, was beim nächsten Auftritt vor allem gefragt ist.
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Kommt man in den Übungsraum, erblickt man rechts von der Eingangstüre einige Bänke und Tische. Die sind nicht nur für die Pause zwischen den Trainingseinheiten gedacht. Godesar berichtet, dass mehrmals im Jahr Spieleabende organisiert werden. Außerdem habe sich innerhalb des Vereins eine Gruppe gebildet, die sich hin und wieder zu einem Ratschnachmittag trifft. Es seien Mitglieder, die nicht mehr abens fortgehen wollen und deshalb einen Treffpunkt für unter Tags bräuchten. Selbstverständlich würden alle Vereinsversammlungen hier stattfinden.
Wandschrank mit wichtigem Inhalt
Betritt man den Raum, fällt der Blick aber vor allem auf den langen Wandschrank, der gegenüber den Sitzgelegenheiten steht. Als Necker die Schranktüren öffnet, kommen Teile der so genannten Neustädter Festtagstracht sowohl für weibliche als auch männliche Mitglieder zum Vorschein - Schürzen, Hemden, Kleider und Jacken. Das sei erst einmal Wechselmaterial für alle Fälle für die Mitglieder, die grundsätzlich ihre eigene Tracht bei sich zu Hause haben.
Außerdem könne man Neuzugänge, die es etwa nach Tanzkursen durchaus immer wieder gebe, kurzfristig mit einer Tracht versorgen. Auch die Vereinsfahne wird hier aufbewahrt. All das habe für den Verein schon einen gewissen Wert. Deshalb ist es laut Necker wichtig, dass man es weiter zentral zusammen lagern kann und nicht verstreut auf zahlreiche Standorte.

Streng genommen sind laut Godesar noch nicht alle Arbeiten fertig. Das Vereinsemblem wolle man noch im Eingangsbereich befestigen, denn derzeit weist nichts darauf hin, dass der Verein in dem Gebäude sein Domizil hat. Der Außenbereich werde dagegen nicht gestaltet. „Wir haben nur den Innenbereich von der Stadt gemietet“, stellt Godesar fest.
Noch steht der Termin für die Einweihung nicht - ebenso wenig das Programm. Allerdings hat der Vorsitzenden eine Veranstaltung mit Pfarrer und Bürgermeister vor Augen.