40 Jahre Squash- und Freizeitclub Cham: Vom Trendsport zur starken Gemeinschaft

Von Gregor Raab · 16. Juli 2026 um 13:48

Wer die Geschichte des Chamer Squash- und Freizeitclubs nachvollziehen will, muss nicht lange suchen: Raimund Huber und Hans Schmaderer öffnen mit sichtbarem Stolz die dicken Fotoalben, in denen vier Jahrzehnte Vereinsleben sorgfältig dokumentiert sind. Vergilbte Zeitungsartikel, Urkunden und Schnappschüsse von Turnieren, Festen und Ausflügen erzählen eine Geschichte, die weit über den einstigen Trendsport hinausgeht.

Als Anfang der 1980er-Jahre eine ganze Nation plötzlich den Schläger schwang und Bälle gegen Wände drosch, war auch Cham vom Squash-Fieber erfasst. 1984 eröffnete im Randsbergerhof das Squashcenter, und nur zwei Jahre später, am 12. Oktober 1986, gründeten dort 35 Mitglieder den Squash- und Freizeitclub Cham.

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Zum ersten Vorsitzenden wurde Manfred Heigl gewählt. Christian Daxl übernahm das Amt des Stellvertreters. Als damals einziger Verein dieser Art im Landkreis setzte sich die junge Gemeinschaft ehrgeizige Ziele: die Teilnahme am Verbandsspielbetrieb und vor allem die Förderung des Squash-Nachwuchses. Bereits 1987 feierte die Herrenmannschaft mit den Paßspielern Franz Steidl, Christian Daxl, Alois Breu, Peter Steffens, Manfred Heigl, Peter Pongratz, André Burgfeld, Alfred Weiß und Raimund Huber in Amberg ihr Kreisliga-Debüt.

Jedes Foto erzählt eine Geschichte

1988 übernahm Huber den Vorsitz – ein Name, der bis heute eng mit dem Verein verbunden ist. Bis 1992 führte er den Club zu den ersten sportlichen Erfolgen. So schafften in diesem Jahr sowohl die Herren den Aufstieg in die Bezirksliga als auch die Damen den Sprung in die Landesliga. In den folgenden Jahren lenkten Petra Meindl und Franz Lommer jeweils vier Jahre lang die Geschicke des Vereins, ehe Huber im Jahr 2000 an die Spitze zurückkehrte. Doch nicht nur auf dem Court wurde das Miteinander gelebt. Schon während der aktiven Squash-Zeit kam die Geselligkeit nie zu kurz. Davon zeugen die zahlreichen Bilder von Faschingsbällen und gemeinsamen Ausflügen, die ebenso liebevoll in den Alben festgehalten sind wie Pokale und Meisterschaftserfolge.

Die legendäre Herrenmannschaft: Franz Steidl, Alois Breu, Thomas Schröpfer, Alfred Weiß, André Burgfeld (von vorne im Uhrzeigersinn) - Foto: Raimund Huber

Bis Anfang der 2000er-Jahre verlor Squash bundesweit zunehmend an Bedeutung. Lange Fahrten zu Auswärtsspielen und fehlender Nachwuchs erschwerten den Spielbetrieb. 2001 wurden beide Mannschaften vom Verbandsspielbetrieb abgemeldet. Bis 2016 lebte der Sport noch in einer Freizeitliga weiter, ehe das Squashcenter in Cham der Erweiterung des Kinos weichen musste.

Vom Court auf den Wanderweg

Was andernorts wohl das Ende eines Vereins bedeutet hätte, wurde in Cham zum Neuanfang. Der Club blieb bestehen und besann sich auf das, was ihn von Anfang an getragen hatte: die Gemeinschaft. Heute prägen Wanderungen, Radtouren, Städtereisen, Grillabende sowie Skigymnastik, Skiausflüge und Skitouren das Vereinsleben.

Die erfolgreiche Damenmannschaft: Birgit Riedl, Sonja Daxl, Christine Huber, Gaby Klauk, Gabi Kederer (von vorne) - Foto: Raimund Huber

Ein fester Höhepunkt im Jahreskalender ist seit 1990 das Old-Shatterhand-Sommernachtsfest auf der Alten Ranch in Pitzling. Unter dem Motto „Feiern und Gutes tun“ fließt der Erlös regelmäßig an soziale Einrichtungen wie die Chamer Tafel, Notfallseelsorge, „Bürger helfen Bürger“, KUNO, die Ghana-Hilfe oder Typisierungsaktionen. Darüber hinaus unterhält der Verein Patenschaften mit dem SOS-Kinderdorf, Plan International und der Kindernothilfe.

Auch sportlich hat sich der Verein neu erfunden: Seit 1997 veranstaltet er das „Spiel ohne Grenzen“ – eine Hommage an die legendäre Fernsehshow der 1970er- und 1980er-Jahre. Mannschaften aus dem gesamten Landkreis, teilweise sogar aus München, treten dabei unter wechselnden Jahresmottos gegeneinander an. Rund 100 Mitglieder zählt der Verein heute. An seiner Spitze steht weiterhin Huber, der auf 30 Jahre als Vorsitzender zurückblickt. Unterstützt wird er aktuell von seinem Vizer Hans Schmaderer. Beide hoffen, dass zum heutigen Bestand noch viele weitere Fotoalben hinzukommen. Denn solange der Zusammenhalt stimmt und das Vereinsleben lebendig bleibt, wird die Geschichte des Squash- und Freizeitclubs Cham noch lange nicht zu Ende erzählt sein.