Sommernachtstraum auf Burg Brennberg: Mit Titania im Felsenbett und Esel in Ekstase

Von Resi Beiderbeck · 12. Juli 2026 um 16:37

Geheimnisvolle Elfenwelten und koketter Liebeszauber, dazu derbes Handwerkertheater – bei der komplett ausverkauften Premiere des „Sommernachtstraums“ von William Shakespeare auf Burg Brennberg (Kreis Regensburg) wurden alle Register gezogen. Das Wetter: ein Traum. Die Kostüme: eine Pracht. Das Publikum: gut gelaunt. Weitere Aufführungen folgen.

Hermia (Renate Brandl) und Helena (Christine Hofmann) - Foto: Resi Beiderbeck

In der Neumondnacht soll es geschehen: Theseus (Klaus Wenk), mächtiger Herzog von Athen, kann es kaum erwarten, die Königin der Amazonen (Gabi Schiegl) zu ehelichen. Jubel und Gelage soll es geben, Zeitvertreib, Tänze, Maskenspiel und Possen.

Also machen sich Schreiner Schnock (Erich Fink), Balsbalgflicker Flaut (Stefan Schichtl), Kesselflicker Schnauz (Jakob Schmid) und Schneider Schlucker (Robert Ulrich) eifrig daran, ein Schauspiel einzustudieren. Zimmermann Squenz (Matthias Großkopf) müht sich redlich, die Truppe einigermaßen auf Trab zu bringen.

Die Elfenkönigin verliebt sich in einen Esel

Oberon (Klaus Wenk) und die Feen, mit prächtigen Kostümen ausgestattet - Foto:

Hingegen ist der Weber Zettel (Martin Kürzinger) vor Begeisterung kaum zu halten: Den „Lexengangerl“ will er aufführen oder den „Mühlhiasl“, eingedenk früherer Burgfeste samt Freilichtstücken. Den Oberjägermeister würde er zu gerne spielen oder den Waldpropheten, aber nein – zur Hochzeit muss es etwas Literarisches sein.

Immerhin darf Gschaftlhuber Zettel die Hauptrolle spielen, den verliebten Pyramus. Hätte er mal geahnt, wohin das führen würde! Plötzlich hat er lange Ohren am Kopf und eine dicke, graue Nase im Gesicht. Während er noch sinniert, wie es geschehen konnte, dass er plötzlich ein Esel ist, wird die Elfenkönigin seiner gewahr. Weil sie durch den Saft einer magischen Blume einem Zauber unterliegt, verliebt sie sich augenblicklich in das schöne Tier.

Puck (Franziska Huber) mit erstaunlicher Dynamik - Foto: Resi Beiderbeck

„Leg dich her, du strammer, fremder Mann. Schmieg dich an mich an“, lockt sie und verspricht ihm allerhand: Aprikosen, Feigen, Walderdbeeren, blaue Trauben, Honigwein, dazu drei Elfen zur Erfüllung aller Wünsche. Schon liegt der „Esel“ zutraulich schmusend im Felsenbett der Königin. Sinnlich-verführerisch spielt Gabi Schiegl die Titania derart willensstark, dass es in der Liebeshöhle unweigerlich zum Äußersten kommen wird. Das vermutet man jedenfalls, denn sehen kann man es nicht.

Das Liebeslager schließt sich wie von Zauberhand

Das famose Liebeslager schließt sich wie von Zauberhand – eine spielerische Laune der Natur, respektive der Bühnenbauer. Liebeskummer gibt es am Herzogshof, wo Demetrius (Michael Weber), Helena (Christine Hofmann), Lysander (Andreas Guckenberger) und Hermia (Renate Brandl) mal diese, mal jenen begehren. Egeia (Olga Wanninger) kann da wenig ausrichten, Philostrat (Hans-Michel Schreier) schon gar nichts.

Viel Applaus bekamen die Handwerker vom Premieren-Publikum in Brennberg. - Foto: Resi Beiderbeck

Derweil versehen in der Elfenwelt „Spinnweb“ (Gabi Fischer), „Senfsamen“ (Daniela Schiegl) und „Bohnenblüte“ (Susanna Sedmak) ihre treuen Dienste. Dann ist da noch Puck (Franziska Huber), der schelmische Waldgeist außer Rand und Band, nicht eben gering begabt in Sachen Energie-Ausbrüche. Er saust, tobt, schreit, kichert durch die Szenen, dass man nur so staunt.

Titania (Gabi Schiegl) verliebt sich in „Esel“ Martin Kürzinger. - Foto: Resi Beiderbeck

Die Gunst des Publikums erwirbt sich auch das Herzogspaar, das eine Doppelrolle meistert. Flotte Kostümwechsel sind vonnöten: Kam Klaus Wenk eben noch als Herzog von Athen mit Halskrause und aristokratischer Attitüde in den Burghof stolziert, so ist er nun ein Oberon mit geradezu animalischer Anmutung.

Seinen hautengen Elfen-Overall trägt er so ungeniert, als hätte er sein Lebtag nie etwas anderes angezogen. Mut zum Kostüm beweist auch Gabi Schiegl nach dem Motto „Wenn schon, denn schon!“ Eine Amazonenkönigin geht nicht in Sack und Asche! Und eine Titania verlangt nach wallenden, kupferroten Locken und glitzernd-schmeichelndem Gewand.

Shakespeare auf der Burg

■ Schirmherrschaft: Landrätin Tanja Schweiger ist die Schirmherrin des Burgschauspiels. Sie gratulierte dem Ensemble und dem Regisseur Georg Blüml zur aktuellen Inszenierung.

■ Weitere Vorstellungen: Erneut gezeigt wird der Sommernachtstraum von William Shakespeare (A Midsommer nights dreame) auf Burg Brennberg am 17., 18., 19., 24. und 25. Juli.

■ Karten: Diese gibt es auf okticket.de sowie an der jeweiligen Abendkasse.

■ Ambiente: Eine herrliche Sommernacht erlebten die Premierengäste im Burghof, verwöhnt mit bestem Catering. Bürgermeisterin Marion Macht dankte allen Beteiligten auf, vor und hinter der Bühne, den Sponsoren, sowie den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.