„Ein Sommernachtstraum“: Shakespeare hält Einzug auf Burg Brennberg – Premiere am 10. Juli

Eine fantastische Traumwelt, in der Elfenkönig Oberon und dessen Diener Puck die Geschicke der Menschen beeinflussen, entsteht auf Burg Brennberg. Shakespeares „Sommernachtstraum“ wird vom 10. bis 25. Juli als Freilichtinszenierung gespielt. Das Burggelände wird dabei zu einem Wäldchen bei Athen, in dem wilde Verfolgungsjagden und allerlei Verwandlungen stattfinden. Die Proben fordern das Ensemble, machen aber gleichzeitig unglaublich viel Spaß.
„... und triff mich hier beim ersten Hahnenschrei!“, fordert Elfenkönig Oberon. „Nur keine Angst, mein Fürst. Bin schon dabei“, versichert Puck. Es geht um die Liebe in dieser schwülen Sommernacht. Die Hormone schlagen Purzelbäume bei Verwirrungen am Hofe und Intrigen in der Elfenwelt. Helena liebt Demetrius, der Hermia begehrt, die wiederum in Lysander verliebt ist; dazu kommen ein Elfenpaar im Rosenkrieg und eine bevorstehende Fürstenhochzeit, für die ein paar Handwerker im Wald ein Laienschauspiel proben.
Die Besetzung ist wunderbar gelungen
Mit Shakespeares leichtfüßiger Komödie zeigen die Brennberger heuer ein Stück Weltliteratur. Der Münchner Regisseur Georg Blüml arbeitet daran, eine temporeiche und sinnliche Inszenierung umzusetzen und gibt erst Ruhe, wenn jede Nuance passt. Streng ist er mit den Laienspielern, aber plötzlich springt er während der Probenarbeit auf und ruft euphorisch: „Es ist großartig! Danke, die Szene ist im Kasten!“
Im Mittelpunkt des Verwirrspiels um die Liebe steht Lysander (Andreas Guckenberger). Er wird geliebt von Hermia (Renate Brandl), Tochter der Egeia (Olga Wanninger). Um Hermia bewirbt sich aber auch Demetrius (Michael Weber), in den wiederum Helena (Christine Hofmann) verliebt ist. Theseus, Herzog von Athen, bereitet sich auf seine Hochzeit mit der Amazonen-Königin Hippolyta vor. Unterdessen liegt im Wald vor der Stadt der Elfenkönig Oberon (Klaus Wenk) im Zwist mit seiner Frau Titania (Gabi Schiegl). Um sie gefügig zu machen, will er sie mit einem Liebesbann belegen. Dafür wird der Saft einer Blume einem Schlafenden auf die Lider geträufelt. Beim Erwachen verliebt dieser sich in das erste Wesen, das seine Augen erblicken. Die Komödie nimmt ihren Lauf.

Bei der Hochzeitsfeier wollen Athener Handwerker die Tragödie von „Pyramos und Thisbe“ aufführen. Die Vorstellung der unfreiwillig komischen Laienschauspieler gerät zur Komödie, zum Stück im Stück quasi. Auch hier ist die Besetzung wunderbar gelungen. Als Handwerker kommen Matthias Großkopf, Martin Kürzinger, Stefan Schichtl, Jakob Schmid, Erich Fink und Robert Ulrich auf die Bühne.
Und dann ist da noch Puck, der Poltergeist, „der nachts die Mädchen an den Haaren reißt, der Milch versauert, in der Mühle steckt, der gern im frischen Bier die Hefe weckt, der in der Mehlschwitz diese Klumpen macht, Nachtwandrer irreführt und dann noch lacht“. Er wird von Franziska Huber dargestellt.
Hochrenaissance-Kostüme sind extrem aufwendig
Schon bei den ersten Leseproben zeigte sich, welche hervorragende Wahl dies ist, denn der Text ist schwer: „Ich hetz und fetz euch kreuz und quer, über Pflock, über Pfahl, durch Gebüsch und Gemäuer, und blök und bell und brenn und brumm und husch als Pferd, Hund, Wolf, Bär, Feuer durch den Busch.“ Wer solche Satzgebilde ausdrucksstark hinbekommen will, muss sich den Atem gut einteilen.
Im Gefolge von Oberon wandeln Elfenwesen mit mystischen Namen wie Bohnenblüte (Daniela Schiegl) und Senfsamen (Susanna Sedmak). Den „Spinnweb“ verkörpert Gabriele Fischer, die zugleich für die Maske verantwortlich ist. Helga Solleder, Michaela Janker und Carola Sedlak bilden den Hofstaat. Dazu gehört außerdem Irmgard Sauerer, die „nebenher“ noch den Spielleiter unterstützt und das Ensemble mit selbst hergestelltem Feingebäck bei Laune hält.

Für die extrem aufwendigen Kostüme der Hochrenaissance ist Sylvia Schiegl zuständig und für die Regieassistenz Franziska Adlhoch, unterstützt von Thomas Buchhauser. Um Requisiten kümmern sich Betty Dums und Korbinian Fink. Als Philostrat, Meister für Vergnügung an Theseus Hof, kommt Hans-Michael Schreier ins Spiel. Renate Brandl koordiniert die Probenpläne. Besondere Herausforderungen beim Sommernachtstraum sind das Bühnenbild (Marius Burger), die Technik (Mario Sedmak) und der Bühnenbau. Man denke nur an das Blumenbett der Titania – ein Wunder der Natur, das Franz Löffl, Hans-Georg Nägelsbach, Robert Böck und Marian Sedlak Realität werden lassen.
Eine beeindruckende Naturbühne zu bespielen, das sei Chance und Schwierigkeit zugleich, sagt Georg Blüml über die Kulisse. „Jede Mauer, jeder Stein, jeder Baum muss integriert werden.“ Mittendrin in dieser Herrlichkeit lenkt der Regisseur die Akteure und freut sich: „All das, was es für diese Komödie an Zauber braucht, bringt die Burg mit.“