Bad Kötztings Stadtrat plant 120.000 Euro für Spielplätze im Kurpark und den Stadtteilen

Erst vor Kurzem konnte sich die Stadt Bad Kötzting über eine Sonderförderung des Freistaats in Höhe von 90 000 Euro für Mehrgenerationen-, Bewegungs- und inklusive Spielplätze freuen. Nun hat der Stadtrat die nächsten Schritte eingeleitet. In seiner Sitzung am Dienstagabend beriet das Gremium über die Weiterentwicklung der Spielplätze im Kurpark, in Steinbühl und Wettzell. Insgesamt stehen dafür nach ersten Planungen rund 120 000 Euro im Raum.
Neben den Fördermitteln aus München stünden auch Haushaltsmittel der Stadt zur Verfügung, erklärte Bürgermeister Markus Hofmann. Die Auswahl der drei Standorte sei bewusst erfolgt. Der Spielplatz im Kurpark sei der größte im Stadtgebiet. Aus Steinbühl und Wettzell wiederum hätten sich Eltern mit dem Wunsch nach einer Erneuerung an die Stadt gewandt. Auf Nachfrage von Stadtrat Markus Ziesche (UWG) erklärte Hofmann, dass die Stadt mit dem Eingang der Fördergelder bis Ende des Jahres rechne.
Zu Beginn der Beratung stellte Bauamtsleiter Christian Kopf ein Konzept vor, das in Zusammenarbeit mit der Firma Westfalia erstellt worden ist. Die Firma setzt auf Spielgeräte aus Recyclingkunststoff. Anhand bereits vorhandener Spielplätze schilderte Kopf die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Holz überzeuge zwar aus ökologischer Sicht, sei jedoch deutlich weniger langlebig. Hinzu komme, dass ältere Holzspielgeräte häufiger Sicherheitsmängel aufwiesen und dadurch ein höheres Verletzungsrisiko entstehe.

Den größten Handlungsbedarf sieht die Verwaltung derzeit auf dem Spielplatz im Kurpark beim Kiosk. Nach der jüngsten Spielplatzprüfung müsse der Spielturm ersetzt werden, berichtete Kopf. Auch die Balancierbalken hätten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Einzelne Elemente seien bereits gesperrt worden.
Die Fördermittel sind mit der Maßgabe verbunden, inklusive Spielgeräte im Sinne der Teilhabe aller zu schaffen.Bürgermeister Markus Hofmann
Als Ersatz präsentierte der Bauamtsleiter einen Spielturm, der gezielt auf Inklusion ausgelegt ist und auch von Kindern im Rollstuhl genutzt werden kann. Bürgermeister Hofmann erinnerte daran, dass die staatliche Förderung an genau diesen Gedanken geknüpft sei. „Die Fördermittel sind mit der Maßgabe verbunden, inklusive Spielgeräte im Sinne der Teilhabe aller zu schaffen.“ Damit der Turm barrierefrei erreichbar werde, müsse allerdings auch der bisherige Sandbelag durch einen rollstuhlgerechten Untergrund ersetzt werden. Ergänzend sind neue Balancierbalken, ein Spielhäuschen sowie ein inklusives Karussell vorgesehen.
Auch in Steinbühl stehen größere Veränderungen bevor. Dort soll neben dem Friedhof ein komplett neuer Spielplatz entstehen, nachdem das bisherige Grundstück künftig privat genutzt wird. Geplant sind unter anderem eine Schaukel, ein Sandkasten, Sitzgelegenheiten sowie verschiedene Spielgeräte. Herzstück soll eine neue Spielkombination werden.
Auf dem Spielplatz in Wettzell müssen ebenfalls mehrere Geräte ersetzt werden. Dort haben der Spielturm und das Karussell das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht. Sitzgruppen und die Tischtennisplatte sollen zumindest saniert werden. Für das neue Karussell stellte Kopf sowohl eine inklusive als auch eine günstigere Standardvariante vor.
Während der Beratung machte Stadtrat Christian Wiesinger (FW) darauf aufmerksam, dass sich auch der Spielplatz am Bühläcker in keinem guten Zustand befinde. Hofmann entgegnete, dass die Stadt grundsätzlich alle Spielplätze im Blick habe, eine umfassende Sanierung aller Anlagen gleichzeitig aber finanziell nicht möglich sei. „Wir können nicht alle Spielplätze auf einmal erneuern“, sagte der Bürgermeister. Die Priorisierung orientiere sich unter anderem an der Nutzung der Anlagen. Stadtrat Ziesche regte die Erstellung einer Prioritätenliste an, um Übersicht zu wahren.
Nach den derzeitigen Berechnungen der Verwaltung entfallen auf die verschiedenen Bereiche des Kurpark-Spielplatzes insgesamt rund 71 000 Euro. Für Steinbühl sind knapp 29 000 Euro vorgesehen, für Wettzell rund 21 700 Euro. Insgesamt belaufen sich die vorgestellten Maßnahmen damit auf rund 121 850 Euro.
Stadtrat Michael Roeßgen (SPD) regte an, das Thema zusätzlich im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie zu beraten. Zustimmung fand auch ein weiterer Vorschlag des Bürgermeisters. Um die künftige Gestaltung möglichst nah an den Bedürfnissen der Familien auszurichten, soll eine Arbeitsgruppe mit Eltern eingerichtet werden. Diese soll den Stadtrat bei den weiteren Planungen beratend begleiten.