Furth im Wald und die Herausforderung des Wasserreichtums mit den Flüssen Chamb und Pastritz

Von Alexander Frimberger · 2. Juli 2026 um 11:00

Die Landesgartenschau hat vieles zum Guten verändert, das gilt auch für die Wasserwege, die in der und um die Stadt fließen. Bürgermeister Sandro Bauer erläutert im Gespräch die Situation und was bei den Sanierungsarbeiten angepackt wurde.

Chamb, Kalte und Warme Pastritz, Mühlbach oder Drachensee, eigentlich könnte die Stadt auch „Furth im Wald und an den Flüssen“ heißen. Das ist zum einen ein Geschenk, weil Wasser gerade beim Thema Hitze in der Stadt und wie man sie verringert, eine große Rolle spielt. „Aber natürlich muss man sich auch um den Erhalt und die Herausforderungen, die das mit sich bringt, kümmern“, sagt der Rathauschef.

Chamb und Pastritz waren Thema bei Fachtagung

Die Flüsse der Drachenstadt waren Thema eines Vortrages vor Fachleuten beim Regionalen Wasserforum Oberpfalz in Regensburg. Bauers Überschrift lautete: „Für eine lebenswerte Kalte Pastritz und einen schönen Chamb“. Letztlich gehe es um die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die den Schutz aller Gewässer und Uferbereiche gesetzlich vorschreibt. Ziel sei, europaweit einen guten Zustand zu erreichen. „Überprüfen, erhalten und verbessern war und ist auch unser Ansatz“, so Bauer. Parameter, wie der Einfluss der Landwirtschaft und der Kläranlage, werden ins Auge gefasst, um die Wassergüte und die Artenvielfalt im Wasser zu erhalten.

Zur Situation in Furth im Wald: Die Kalte Pastritz ist laut Bauer ein Gewässer III. Ordnung. Das heißt, sie gehört zu den kleineren , regionalen Flüssen, die zumeist eine untergeordnete Bedeutung haben. Der Fluss entspringt circa elf Kilometer nördlich von Furth im Wald in Tschechien, auf einer Quellhöhe von rund 878 Metern. Bis zur Mündung in den Chamb in Furth im Wald falle sie um etwa 500 Höhenmeter. Während der Chamb durch den künstlich angelegten Drachensee weitgehend entschärft ist, schlängelt sich die Pastritz vom Schafberg durch die Stadt. Seit Jahren gibt es Diskussionen darüber, wie die Hochwassergefahr an neuralgischen Punkten entschärft werden kann (wir berichteten mehrfach).

Als einen „historischen Moment“ bezeichnete Bauer die Öffnung des Kanalarms auf der Postgartenseite der Hoferinsel im August 2024. Die Maßnahme wurde im Rahmen der Arbeiten zur Landesgartenschau vorgenommen. „Alles, was wir an den Gewässern gemacht haben, durfte die Situation nicht verschlechtern, sondern musste sie verbessern“, erklärt der Rathauschef. Das ist offensichtlich gelungen. Vor der Maßnahme war der Kanal, der die Hoferinsel auf der gegenüberliegenden Seite einschließt, der wasserführende Hauptarm. Hier wurde ein Wehr entfernt, das die Pastritz in einen Ost- und einen Westarm teilt und es Fischen unmöglich gemacht hat, ungehindert zu wandern.

Am unteren Ende der Hoferinsel wurde eine Turbine abgebaut, die ebenfalls ein unüberwindbares Hindernis für Wassertiere dargestellt hat. Gut für die seltene Mühlkoppe, das Bachneunauge und die Bachforelle, die in der Pastritz ihre Heimat haben. Die „Postgartenseite“ wurde aufgemacht, die Kanalmauern abgebrochen und der Flussarm erweitert sowie mit großen Steinen zum Belüften des Wassers und um die Fließgeschwindigkeit zu drosseln, bestückt. Jetzt führt dieser Arm das Wasser, der gegenüberliegende ist häufig trocken.

Im August 2024 wurde die Pastritz, auch zur Freude von Dr. Henrike Saile, Fachberaterin für Fischerei beim Bezirk Oberpfalz (l.), durchgängig gemacht. - Foto: Alexander Frimberger/Archiv

Auch im Bereich Späth-Gelände wurde der einstige Kanal verbreitert, was die Hochwassersituation entschärfen kann. Viele weitere kleinere und größere Veränderungen wurden vorgenommen. So wurden Uferbereiche, beispielsweise beim Himmelreich, für 25 Jahre gepachtet, damit man dort etwas verändern kann. „Manche Bereiche konnten wir nicht verändern, weil die Bewohner dies nicht wollten.“ Bevor sie am Landesgartenschaugelände in den Chamb mündet, verästelt sich die Kalte Pastritz unter anderem unter dem Bayplatz.

Der Chamb ist mit einer Länge von 51 Kilometern der längste Nebenfluss des Regen. Er entspringt auf einer Höhe von rund 540 Metern auf tschechischer Seite und mündet auf einer Höhe von circa 370 Metern bei Cham in den Regen. Bevor er in den Drachensee fließt, wird er vom Danglesbach zusätzlich gespeist und wenige Meter nach dem Staudamm bekommt er am sogenannten Wodsteg Verstärkung von der Warmen Pastritz.

Am Brückenring vereinen sich Chamb und Pastritz

Wenig später zweigt ein Wasserast ab, der Mühlbach. Er führt unter der Eschlkamerstraße auf das Landesgartenschaugelände. „Der Nebenarm führt selten Wasser und erfüllt an dieser Stelle den Zweck einer Flutmulde, die gewollt trocken läuft.“ Der Brückenring Loop schließlich umarmt die Stelle, an der Kalte Pastritz und Chamb sich vereinigen und der Fluss in Richtung Arnschwang und Cham weiterfließt. Eine aufregende Reise durch die „Stadt Furth im Wald und an den Flüssen“ endet hier.