Burg Parsberg wird Kulturbühne: Immer mehr Künstler nutzen Areal für Veranstaltungen

Am Anfang waren die Burgspiele. Doch im Schatten der Theaterspieler hat sich mit dem Kultursommer in den letzten Jahren ein breites Kulturprogramm auf dem Areal entwickelt. Grund ist ein besonderes Angebot der Stadt Parsberg an die Kulturschaffenden.
„Das Konzept ist ebenso einfach wie erfolgreich“, berichtet Andreas Pöller, der bei der Stadt für die Öffentlichkeitsarbeit und daneben für die Burg und das Burgareal verantwortlich ist. Die Stadt Parsberg stelle regionalen Künstlerinnen und Künstlern, Vereinen und Veranstaltern die einzigartige Kulisse der Burg zur Verfügung und übernehme die organisatorischen Rahmenbedingungen.
Dazu gehörten unter anderem die Bereitstellung der Veranstaltungsflächen, die Koordination der Termine sowie die Übernahme der Kosten für Gema und Veranstalterhaftpflicht. „Dadurch können sich die Kulturschaffenden auf das Wesentliche konzentrieren – ihre Kunst –, während gleichzeitig ein vielfältiges Kulturprogramm für die Bevölkerung entsteht“, sagt Pöller.
Stadt Parsberg bietet den Künstlern einen Rahmen an
Dieses Konzept habe sich in den vergangenen Jahren bewährt und dafür gesorgt, dass immer mehr Künstler und Veranstalter Teil des Kultursommers werden. Auch die Zuschauer profitieren dabei. Denn bei fast allen Veranstaltungen, ausgenommen Burgspiele und Marionettentheater, wird kein Eintritt verlangt.




Auf diesem Weg verwandle sich die Burg in eine Bühne für unterschiedlichste Kulturformate. Dies zeige eindrucksvoll, wie vielfältig das kulturelle Leben in Parsberg ist. Theater, Musik unterschiedlichster Stilrichtungen, Tanz und Familienveranstaltungen machten die Burg über Wochen hinweg zu einem lebendigen Treffpunkt.
Gelungene Premiere der Burgspiele Parsberg
Den Anfang machte am vergangenen Freitag die Premiere der Komödie „Dinner für Spinner“ von Francis Veber, die das Burgspielensemble auf die Freilichtbühne brachte. Mit viel Humor, Spielfreude und einer beeindruckenden Kulisse entstand ein unvergesslicher Theaterabend, der die Vorstellungen der Burgspiele zu einem Herzstück des Kultursommers macht.
Es folgen Konzerte mit dem Symphonischen Blasorchester, verschiedenen Bands und Musikern, ein Tanzabend und das Marionettentheater im Burgsaal. „Der Kultursommer hat sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt. Unsere Burg ist nicht nur ein historisches Wahrzeichen, sondern auch ein Ort der Begegnung und der Kultur geworden“, sagt Parsbergs Bürgermeister Josef Bauer. Er freue sich besonders, dass die Stadt damit Künstlern, Vereinen und Veranstaltern aus der Region eine attraktive Bühne bieten könne. Die steigende Zahl an Veranstaltungen zeige, wie gut dieses Konzept angenommen wird.
Ein entscheidender Punkt dafür ist laut Stadtrat Christian Sinzinger, Beauftragter der Stadt Parsberg für Kunst und Kultur, dass hier auch viel ehrenamtlich gemacht wird. „Der Kultursommer lebt von den Menschen, die ihn mit Ideen, Kreativität und Engagement gestalten“, sagt er. Dass sich immer mehr Künstler und Vereine beteiligen würden, zeige, welches Potenzial in diesem Format steckt. Die Burg biete dafür eine einmalige Atmosphäre und mache jede Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis.
Ein besonderer Dank gelte laut Sinzinger hier vor allem Maxim Pöller und seiner Firma „The one light Philosophy“. Mit persönlichem Engagement unterstütze er mehrere Veranstaltungen des Kultursommers unentgeltlich bei der Organisation und übernehme darüber hinaus die technische sowie organisatorische Betreuung vor Ort. Sinzinger: „Dieses ehrenamtliche Engagement trägt auch wesentlich dazu bei, dass die Konzerte in dieser Form stattfinden können.“
Daten und Fakten zum Kultursommer in Parsberg
• Burgspiele: Bis 24. Juli zeigen die Burgspiele die Komödie „Dinner für Spinner“. Tickets für weitere Aufführungen am 3., 4., 10., 11., 17., 18., 23. und 24. Juli jeweils ab 20.30 Uhr gibt es unter www.burgspiele-parsberg.de und an der Abendkasse.
• Sommerserenade: Am 12. Juli um 17 Uhr bietet das Symphonische Blasorchester Parsberg (SBOP) unter Leitung von Matthias Dietz im Burggarten ein abwechslungsreiches Konzertprogramm. Auf der Open-Air-Bühne spielt das Orchester Oldies, Countrysongs, aktuelle Hits und klassische Stücke. Der Eintritt ist frei.
• C-Moon: Weiter geht es am Mittwoch, 15. Juli, mit der Regensburger Band C-Moon. Ab 20.30 Uhr verbinden die fünf Musiker Pop und Pop-Rock mit unterschiedlichsten musikalischen Einflüssen und schaffen daraus ihren ganz eigenen Sound. Statt sich in feste Genres einordnen zu lassen, setzen sie auf handgemachte Musik mit Wiedererkennungswert. Ihre ausschließlich englischsprachigen Songs erzählen persönliche Geschichten. Der Eintritt ist frei.
• Offene Zuschauerbühne: Um 17.45 Uhr gehört die Bühne dem Tanzstudio Parsberg mit Vorstand Nikola Achhammer. Dabei präsentieren Tänzerinnen und Tänzer unterschiedlichster Altersgruppen ihr Können und geben Einblicke in die Vielfalt des Tanzsports. Der Eintritt ist frei.
• Blacktory: Am Mittwoch, 22. Juli, um 20.30 Uhr steht mit Blacktory moderner Alternative Rock auf dem Programm. Die vier Musiker aus der Region stehen für einen kraftvollen, emotionsgeladenen Sound, der klassische Rockeinflüsse mit modernen Elementen verbindet. Unter ihrem Motto „Crucify the Dark“ verarbeitet die Band persönliche Erlebnisse und nachdenkliche Themen in ihren Songs und möchte Mut machen, auch in schwierigen Zeiten nach Hoffnung zu suchen. Der Eintritt ist frei.
• Marionettentheater: Ein Erlebnis für die ganze Familie erwartet die Besucher am 23. und 24. Juli. Jeweils um 15 Uhr spielt im Burgsaal das Marionettentheater Andreas Bille die Märchenklassiker „Der gestiefelte Kater“ am Donnerstag und „Von einem, der auszog, das Gruseln zu lernen“ am Freitag. Liebevoll gestaltete Marionetten, detailreiche Bühnenbilder und eine spannende Inszenierung machen die Vorstellungen zu einem besonderen Ferienerlebnis. Der Eintritt kostet vier Euro pro Person.
• Konzertabend: Den musikalischen Abschluss des Programms bildet am Freitag, 31. Juli, ab 18 Uhr ein Konzertabend mit drei Bands. Den Auftakt gestaltet die Singer-Songwriterin Vero Nika aus Laaber. Mit englischen Songs, deutschen Texten und bayrischen Liedern erzählt sie authentisch und gefühlvoll von den kleinen und großen Momenten des Lebens. Anschließend stehen Naked in Disguise auf der Bühne und bringen mit ihrem modernen Rocksound weitere musikalische Vielfalt auf die Burg. Ihre energiegeladenen Songs verbinden Härte mit Melodie und laden gleichermaßen zum Mitsingen, Tanzen und Abtauchen ein. Den Abschluss des Konzertabends übernimmt Corporal Defect. Neben ihrer Musik engagiert sich die Gruppe seit vielen Jahren auch gesellschaftlich. Besonders hervorzuheben ist ihr Einsatz für das inklusive Rockfestival „Rock im Buni“, das Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringt. us