Bei Parsberger Bank steht Personalwechsel im Vorstand an – so geht es in Zukunft weiter

Von Markus Rath · 1. Juli 2026 um 05:00

Das Feld ist bestellt, die Weichen für die Zukunft gestellt. Bei der Vertreterversammlung der Raiffeisenbank im Oberpfälzer Jura eG in Herrnried kündigte Vorstandssprecher Martin Reindl seinen Abschied in den Ruhestand an. Gleichzeitig präsentierte er einen Nachfolger.

Reindl berichtete, dass sein Beschäftigungsverhältnis am 31. August 2027 enden wird. Deshalb habe sich der Aufsichtsrat mit der Nachbesetzung seiner Vorstandsposition beschäftigt und darüber beraten. Reindl: „Als Ergebnis einer externen und internen Ausschreibung mit anschließendem Auswahlprozess hat sich der Aufsichtsrat für eine bankinterne Nachfolgebesetzung entschieden.“ Mit Maximilian Meier aus Hamberg übernimmt diese Position ein Mitarbeiter, der seit Beginn seiner Ausbildung zum Bankkaufmann 2007 im Unternehmen tätig ist.

Als Mitarbeiter der damaligen Raiffeisenbank Parsberg-Velburg eG war er in der Geschäftsstelle in Seubersdorf im Kundenservice und in der Kundenberatung eingesetzt. 2015 wechselte er in die Kreditabteilung, 2017 übernahm er deren Leitung. Seit der Fusion mit der Raiffeisenbank Hemau-Kallmünz eG 2019 ist Meier Bereichsleiter „Marktunterstützung Aktiv“ und seit Februar 2026 – im Hinblick auf die künftige Vorstandsposition – zusätzlich Prokurist. Geplant ist laut Reindl, dass Meier zum 1. Juli 2027 zum Vorstand berufen wird. „Ich hoffe, dass Sie meinem Nachfolger dasselbe Vertrauen und dieselbe Unterstützung geben wie mir“, sagte Reindl.

Reindls Nachfolger kommt aus den eigenen Reihen

Zuvor hatte Reindl über das abgelaufene Geschäftsjahr berichtet. Man habe im Jahr 2025 die Aufmerksamkeit auf ein weiterhin schwaches wirtschaftliches Umfeld mit zurückhaltender Investitionsbereitschaft lenken müssen und sich dabei positiv entwickelt.

„Wir haben uns den Herausforderungen gestellt, das Geschäft mit Besonnenheit betrieben und den konservativen und nachhaltigen Kurs fortgesetzt“, betonte er. Vor diesem Hintergrund freue er sich über ein gutes Ergebnis und eine dynamische Neugeschäftsentwicklung, die den Mitgliedern der Genossenschaft eine Dividende von einem Prozent einbrachte.

Vorstand Roland Pirzer gab einen Überblick über die wesentlichen Geschäftszahlen. Die Bilanzsumme habe sich 2025 um 7,1 Prozent auf 1,198 Millionen Euro erhöht. Hervorzuheben sei die hervorragende Entwicklung im Kreditgeschäft. Mit einem überdurchschnittlichen Zuwachs von 16,8 Prozent lag man weit über den Planungen und deutlich über dem Durchschnitt aller bayerischen Genossenschaftsbanken von lediglich 3,8 Prozent. Auch bei den Einlagen konnte man einen Zuwachs (7,9 Prozent) verzeichnen. Eine wichtige Messgröße der Bank, das Kundengesamtvolumen, erreichte im Jahr 2025 einen neuen Höchststand von 2,604 Millionen Euro, was laut Pirzer einem überdurchschnittlichen Wachstum von 8,8 Prozent entspricht.

Raiffeisenbank will in der Fläche aktiv bleiben

Infos gab es bei der Vertreterversammlung auch über die geplante Neubelebung der ehemaligen Filiale am historischen Marktplatz in Kallmünz. Hier ist laut Reindl eine gemischte Nutzung mit Gastronomie im Erdgeschoss sowie Wohnungen in den oberen Stockwerken vorgesehen. Aktuell sei die Raiffeisenbank auf der Suche nach einem geeigneten Gastronomiepächter.

Des Weiteren seien einige Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten wie Fassadenerneuerungen, Photovoltaikanlagen und die Modernisierung von Betriebs- und Geschäftsausstattungen an verschiedenen Standorten erfolgt beziehungsweise noch im Gange. „Dies ist ein eindeutiges Bekenntnis zur Region und ein Vertrauensbeweis, dass man in der Fläche präsent bleiben wolle, solange es wirtschaftlich verantwortlich ist“, sagte Reindl.

So ist die Lage bei der Raiffeisen Waren GmbH

• Umsatz: Das rückläufige Preisniveau beim Getreide führte bei der Tochtergesellschaft zu einem leicht reduzierten Gesamtumsatz von 34,9 Millionen Euro (Vorjahr 35,2 Millionen Euro).

• Umschlagsmengen: Erfreulich war die Entwicklung bei den Umschlagsmengen im Agrargeschäft, also im Bereich Getreide, Dünger und Pflanzenschutz. Diese konnten auf dem sehr guten Niveau des Vorjahres gehalten oder sogar ausgebaut werden.

• Marktlage: Durch Investitionen in die Getreidefassungs- und Siloanlage am Standort Pfraundorf werden zusätzliche Lagerkapazitäten von 4800 Tonnen geschaffen, was die Vermarktung der Ernte flexibler und wirtschaftlich attraktiver macht. Nach dem Rückzug und teilweisen Rückbau einiger regionaler Landhändler in den vergangenen Jahren sei die Raiffeisen Waren GmbH nach eigenen Angaben mit vier leistungsstarken Standorten mittlerweile der führende Handelspartner für die Landwirte der Region.