Trotz Rewe-Rückzug: Brucks Bürgermeisterin sieht keine Gefahr für neuen Supermarkt-Standort

In Sachen Rewe-Ansiedlung in Bruck im Landkreis Schwandorf haben sich die Nachrichten in den vergangenen zwei Wochen geradezu überschlagen: Erst wurde der Rückzug von Rewe bekannt, kurz darauf der Grundstückskauf der Gemeinde Bodenwöhr für eine potenzielle Erweiterung des Edeka-Markts. Brucks Bürgermeisterin Heike Faltermeier (CSU) bleibt gelassen.
Auch sie sei von der Mitteilung überrascht gewesen, dass Rewe seine Ansiedlung an der Schöngraser Straße in Bruck aktuell nicht mehr weiterverfolge. In einer E-Mail hatte ein Manager des Unternehmens diese Entscheidung kommuniziert und darauf verwiesen, man habe den Investoren im Januar 2026 ein Mietpreisangebot gemacht – das diese bis dato aber nicht angenommen hätten.
Auch wenn das Schreiben des Lebensmittelkonzerns signalisiert, dass das Unternehmen seine Pläne in Bruck nicht weiter vorantreiben will – aus Faltermeiers Sicht ist hier das letzte Wort noch nicht gesprochen. „Ich gehe davon aus, dass Rewe weiterhin Interesse hat“, sagt sie. Möglicherweise werde derzeit einfach gepokert, um zum Zug zu kommen, vermutet sie.
Brucks Bürgermeisterin äußert Verständnis für Nachbarkommune
Auch angesichts der Tatsache, dass die Gemeinde Bodenwöhr nun offensiv um ihren Edeka-Standort kämpft, bleibt die Brucker Rathauschefin entspannt. Es sei das gute Recht von Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU), sich Gedanken zu machen, wie es in seiner Gemeinde weitergehen solle. „Da ist ihm in Bruck niemand böse“, betont sie. Sie könne auch verstehen, dass man in Bodenwöhr nicht gerade begeistert sei, falls man den eigenen Lebensmittelmarkt verliere.

Faltermeier hegt derweil aber große Zweifel daran, dass Edeka sich überhaupt auf Erweiterungspläne am alten Standort in Bodenwöhr einlassen wird. Noch habe das Unternehmen der Kommune schließlich keine Zusage gegeben. Wahrscheinlich, so vermutet Faltermeier, wäre der Konzern bereits von sich aus auf dieselbe Idee gekommen, wenn er den aktuellen Standort in Bodenwöhr als so attraktiv bewerte wie die Gemeinde dies aktuell tue.
Zudem, so betont Faltermeier, handle es sich bei dem von Bodenwöhr neu erworbenen Grundstück, so wie beim geplanten Rewe-Standort in Bruck auch, um eine Fläche im Außenbereich. „Da hängt ein Rattenschwanz dran, bis es zur Bebauung kommt“, sagt sie.
Für Faltermeier bleibt Rewe der Favorit
Diese Erfahrung hat Faltermeier in Bruck schließlich selbst gerade gemacht. „Ich kann verstehen, wenn Rewe jetzt zurückziehen würde – das dauert in Bruck ja alles schon Jahre“, sagt sie. Dennoch: Aus ihrer Sicht bleibt Rewe weiterhin ihr Favorit für die Ansiedlung, für die man in Bruck mittlerweile so lange kämpfe.
Wenn es so einfach und lukrativ wäre, hätte Edeka schon sein Einverständnis gegeben.Heike Faltermeier, Brucks Bürgermeisterin
Zweifel am umstrittenen Standort an der Schöngraser Straße hat die Bürgermeisterin nicht. „Für mich gibt es keinen anderen. Er liegt zentral und ist von mehreren Seiten aus zugänglich“, sagt sie. Das Grundstück, das die Gemeinde Bodenwöhr für die Erweiterung oder den Neubau von Edeka anbiete, sei dagegen aus ihrer Sicht nicht ideal, die Zufahrt ungeklärt. „Wenn es so einfach und lukrativ wäre, hätte Edeka schon sein Einverständnis gegeben“, vermutet Faltermeier. Zudem müsse natürlich auch hier – so wie es die Gegner beim Rewe-Vorhaben in Mögendorf kritisierten – bislang unbebaute Fläche versiegelt werden.
Bürgermeisterin ist froh, einen Investor an der Hand zu haben
Zudem, so betont Faltermeier, sei die Bodenwöhrer Variante, ein Grundstück zu kaufen, ohne einen festen Betreiber für den erweiterten Markt an der Hand zu haben, nicht der ideale Weg – und ein teurer noch dazu. „Wir könnten uns das nicht leisten. Ich bin froh, dass wir einen Investor haben, denn Bruck kostet die Bauleitplanung keinen Cent“, sagt sie. Man habe bislang lediglich Verwaltungsarbeit in das Projekt gesteckt, aber „keinen Cent vom Steuerzahler“.
Bodenwöhr kann machen, was es will. Und wir in Bruck machen, was wir in Bruck wollen.Heike Faltermeier, Brucks Bürgermeisterin
Sollte Rewe tatsächlich endgültig abgesprungen sein, kann sich Faltermeier nach eigenen Aussagen auch damit arrangieren, wenn Edeka den Standort in Bruck übernähme. „Wir projektieren hier einen Lebensmitteleinzelhandel, aber auf die Vergabe haben wir keinen Einfluss“, sagt sie. Wichtig sei, dass Bruck am Ende nicht in die Röhre schaue, weil keine Ansiedlung geklappt habe. „Bodenwöhr kann machen, was es will. Und wir in Bruck machen, was wir in Bruck wollen“, sagt sie.
Markträte sprechen über den Bauantrag
Ungeachtet der Rückzugsankündigung von Rewe wird am 16. Juli der Bauantrag der Investorengruppe für den Standort an der Schöngraser Straße im Brucker Bauausschuss behandelt. Sie selbst habe den Antrag noch nicht gesehen, allerdings liege er bereits beim Landratsamt vor, sagt Faltermeier.
Am 30. Juli soll im Brucker Marktrat dann der Satzungsbeschluss folgen. Eine Vereinbarung mit dem Staatlichen Bauamt und den Investoren, der Kiermeier Unternehmensgruppe aus Straubing und der Biber Holding aus Regensburg, über die nötige neue Abbiegespur und den Straßenunterhalt steht laut Faltermeier noch aus. Sie hofft, dass im kommenden Jahr der neue Lebensmittelmarkt – egal unter welchem Betreiber – in Bruck seine Pforten öffnen wird. Denn mittlerweile, so sagt die Rathauschefin, reiche das Hin und Her einfach. „Egal wo ich hinkomme, werde ich auf Rewe angesprochen. Auch in anderen Landkreisen – die lachen schon“, sagt Faltermeier. Bruck sei durch die Rewe-Diskussion in der Region bekannt geworden.