Waldbrand bei Regenstauf: Glimpfliches Ende eines riesigen Feuers

Von Jürgen Scharf · 29. Juni 2026 um 17:26

Eine gigantische Rauchwolke zog am späten Sonntagnachmittag in den Himmel über Regenstauf im Landkreis Regensburg hinauf. Gegen 16.30 Uhr hatte sich auf einem Feld nördlich der Marktgemeinde ein Feuer entzündet. Und das breitete sich zunächst schier unaufhaltsam aus. Rund zwölf Hektar standen letztlich in Flammen – dann gelang es der Feuerwehr mit einem Großeinsatz, den Waldbrand zu beenden.

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Die wochenlange Dürre hatte die Vegetation in den Feld- und Waldregionen im Landkreis Regensburg zuletzt vollkommen ausgetrocknet. Teile des Landkreises wurden bezüglich Waldbrandgefahr sogar in die höchste Kategorie aufgenommen, berichtet Johann Bornschlegl. Er ist der Kreisbrandrat des Landkreises – und war am Sonntag auch in Regenstauf mit vor Ort.

„Es war einfach alles nur noch knochentrocken“

In der gesamten Oberpfalz hatte es am Wochenende mehrere Waldbrände gegeben. Die Feuerwehren im Landkreis Regensburg waren dementsprechend sensibilisiert, dass auch hier etwas passieren könnte. Es sei schließlich nicht ohne Grund die höchste Risikostufe ausgerufen worden, sagt Bornschlegl. Dass am Samstag und Sonntag vielerorts Rekord-Hitze festgestellt wurde, habe die Lage weiter verschärft: „Es war einfach alles nur noch knochentrocken.“

Gegen 16.30 Uhr brach dann das Feuer aus. Was genau die Ursache war, ist noch offen. Ludwig Hastreiter, Dienststellenleiter der Polizeinspektion Regenstauf, sagt, dass ein Traktor nach Arbeiten auf einem Feld kurz abgestellt worden war, um einen Anhänger ab- und anzukuppeln. Im Rahmen dieses Vorgangs könnte das Feuer entstanden sein. Ob es sich dabei um einen Funkensprung oder ähnliches gehandelt hat, ist derzeit aber noch unklar. Es gebe bislang auch keine Anhaltspunkte für einen technischen Defekt am Traktor, sagt Hastreiter. Es sei durchaus fraglich, sagt er, ob es überhaupt jemals ein eindeutiges Ergebnis bei der Suche nach der Brandursache geben wird.

Es war bei den Löscharbeiten ein großer Vorteil, dass wir mit dem Regen einen Fluss in direkter Nähe hattenKreisbrandrat Johann Bornschlegl

Am Wochenende hätten schließlich Bedingungen geherrscht, wie sie ungünstiger kaum hätten sein können. Die Polizei werde den Fall in Gänze untersuchen, kündigt er an. Ob es am Ende aber zum Beispiel überhaupt einen Vorwurf der Fahrlässigkeit gegen jemanden geben wird, sei derzeit nicht abzusehen. Deswegen könne auch zu allen Fragen zu einer möglichen Haftung momentan nur spekuliert werden.

Das Feuer breitete sich schnell aus. Zum Glück sei es durch den Wind aber von der Marktgemeinde weggetrieben worden, sagt Kreisbrandrat Bornschlegl. Am Ende griff es auch auf ein Waldstück und die dortigen Bäume über. Insgesamt rund 350 Einsatzkräfte eilten zum Brandort und kämpften gegen das Feuer. Auch Landwirte aus der Gegend halfen mit. Ein großer Vorteil sei gewesen, sagt Bornschlegl, dass es mit dem Regen direkt in der Nähe einen Fluss und zudem weitere Weiher gab. Hier hätten die Feuerwehren Wasser anzapfen können. Auch der Polizeihubschauer „Edelweiß“, der aus der Luft löschte, konnte hier „aufgetankt“ werden. Zudem wurde der Regensburger Rettungshubschrauber Christoph für Erkundungsflüge eingesetzt.

Der Polizeihubschrauber „Edelweiß“ führte Löschflüge über dem betroffenen Gebiet durch. - Foto: Florian Bock/NEWS5

Gegen 19 Uhr gab es dann die erlösende Nachricht: Der Brand war unter Kontrolle. Bis in die Nacht hinein wurden noch sogenannte Nachlöscharbeiten durchgeführt. Einzelne, verbliebene Glutnester seien auch die gesamte Nacht hindurch von Feuerwehrleuten überwacht worden.

Gesamtes Gelände wurde noch einmal kontrolliert

Am gestrigen Montag war dann sowieso noch einmal ein Großeinsatz vonnöten. Rund 150 Feuerwehrleute und die Polizei kontrollierten das gesamte vom Brand betroffene Gelände. Hier wurden letzte Glutnester beseitigt. Bornschlegl zeigt sich unter dem Strich erleichtert, dass keine Anwohner zu Schaden kamen und auch bei den Einsatzkräften nichts Schlimmeres passierte.

Drei mussten vor Ort wegen der körperlichen Belastung medizinisch betreut werden. Eine Bilanz, die sich angesichts der Umstände aber noch sehr im Rahmen halte, findet Bornschlegl. Schließlich hätten die Feuerwehrleute bei ohnhein brütender Hitze in voller Ausrüstung gegen das riesige Feuer kämpfen müssen.