Open-Air in Bildern: Café Zinnober Big Band zieht mehr als 3000 Besucher nach Bad Kötzting

„Heiße Nächte in Bad Kötzting“ – Klaus Eber-hartingers Textpassage (EAV, „heiße Nächte in Palermo“) dürfte den Freitagabend im Kurpark bestens beschrieben haben. Zu den hohen Temperaturen heiße Musik der Café Zinnober Big Band, die zur „Greatest Show On Earth“ im Kurpark geladen hatte. Die Band um Hans Traurig jun. zelebrierte Hits von Queen, Earth, Wind & Fire, The Beatles, Rolling Stones, Ike & Tina Turner, Michael Jackson, Toto, Journey und vielen anderen in einer lauen Sommernacht.
Schon am Nachmittag war Bewegung am Theatron, als um 17.30 Uhr DJ Thomas Stammberger den Abend eröffnete. Nach ‚Pippi Langstrumpf‘ zum Einstieg wechselte der Plattenaufleger aber schnell ins ernsthafte Genre.
Humorvoller Übergang mit „Paulchen Panther“
„Paulchen Panther“, Schlusssong der DJ-Playlist, hatte die Uhr auf 20.10 Uhr gedreht, als die Band die große Bühne betrat. Zuvor als Intro zwei Songs aus John Sad AI, Hans Traurigs Pseudonym, KI-unterstütztem Album – dann begann mit „Paradise City“ die Zeitreise durch die Klassiker der Musikgeschichte. Je größer die Hits wurden, desto größer wurde auch der Andrang vor der Bühne und an den Bars.
Gitarrist Matthias Kilger entlockte seiner Gibson Les Paul das berühmte Riff von „Paradise City“, das Publikum war sofort im Boot. Das Leadgesang-Quartett Carolin Juretschka, Katharina Klingseisen, Laura Klein und Michael Kurnoth zeigte schon einmal, wohin die musikalische Reise die kommenden fast drei Stunden führen sollte. Mit „Easy Lover“ griff die Horn Section mit Simon Miethaner (Trompete), Annabell Prager (Trompete) und Daniel Huber (Saxophon) erstmals in größerem Umfang ein. „Seven Nation Army“, die Rhythmusgruppe um Bassist Philipp Houben und Andreas Adlhoch am Schlagzeug gaben dem Stück den richtigen Groove.
Die Stunde von Percussionist Mathias Schindlmeier schlug spätestens bei „Africa“. Das grandiose Klavierspiel von Hans Traurig jr. kündigte mit sanften Klängen „Man in the Mirror“ an, um sich zur epischen Pop-Hymne auszuwachsen.










Ein bisschen nervös vor Auftritt als Blues Brothers
Gegen Mitte der Show enterten „The Blues Brothers & Kyb Kalloway“ die Bühne. Michael Irlbeck, Philipp Lang und Thomas Kybelksties, die Szenegastronomen, zelebrierten mit Coolness ihren Auftritt, auch wenn letztgenannter am Donnerstag in der heimischen Kneipe sich angespannt zeigte. Die drei gaben die Klassiker „Everybody Needs Somebody To Love“ und „Minnie The Moocher“ zum Besten und schlossen mit der Zugabe „Heiße Nächte in Palermo“.
Mit „Bohemian Rhapsody“ ging es weiter. Caro Juretschka bleibt bei Queen und schiebt „Don’t Stop Me Now“ hinterher, holt sich die Zinnoberettes auf die Center-Stage und schmettert mit Daniela Torwarth, Katrin Multererl und ihrer Schwester Susanna Falter „We Are Family“. Kaum ist die Sonne hinterm dem Kurpark untergegangen, hält Michael Kurnoth mit der Band und kraftvollem Bläsersatz bei „September“ von Earth, Wind & Fire das Publikum gesangsstark in Stimmung.
Italienischer Sommer im Kurpark
Und dann ist italienischer Sommer: „Un’ estate Italiana“ singt jeder mit. Die Nacht ist schwarz und heiß wie ein Espresso. Michael Gleißner und seine Fender Telecaster sind „Always on the Run“. Ein Song wie geschrieben für die Rock-Röhre von Laura Klein. Bestens interpretiert „Alkohol” von Grönemeyer und begleitet von Daniel Huber am Saxophon. „You Shook me all Night Long“ – Kathi Klingseisen könnte bei AC/DC jederzeit den Gesangs-Part übernehmen.
Das textsichere Publikum war spätestens bei Journeys „Don’t Stop Believing'“ nicht mehr zu halten, auch wenn der Refrain erst nach 3 Minuten 20 beginnt – dafür umso gewaltiger.
Mit dem Benefiz-Song „We Are the World“, 1985 vom Projekt USA for Africa aufgenommen, wurde das Ende der Show eingeläutet. Vereinte der Song damals 45 der größten Musikstars der damaligen Zeit, war es diesmal die Zinnoberband, die mit dem singenden Publikum den Song zelebrierte.
Es war nach dem Schlagerpark vom vergangenen Freitag die zweite gelungene Veranstaltung im Kurpark. Auch diesmal mit im Boot Bad Kötztings Gastronomie, die die weit über 3000 Fans kulinarisch versorgte.
Mit der After-Show-Party in der CasinoLounge & RooftopBar in der Spielbank Bad Kötzting mit DJ RoboKopp (Robert Auzinger) fand der Abend seinen Abschluss.