Floriansjünger lehnen vorgeschlagenen Standort ab: Siegenburg sucht weiter ein Feuerwehrdomizil

Nach wie vor ist die Frage nach einem Standort für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Siegenburg nicht beantwortet. Ein Grundstück an der Tollbacher Straße ist laut Bürgermeister Dr. Johann Bergermeier mittlerweile endgültig aus dem Rennen.
Nachdem man sich wie berichtet aus Kostengründen in Siegenburg dagegen entschied, die Feuerwehr auf einem Gewerbegrundstück in Eglsee unterzubringen, hatte Bergermeier eigentlich ein Grundstück am Ortsausgang an der Tollbacher Straße Richtung Eglsee im Blick. Der Grundstückseigentümer sei bereit, es zu tauschen, außerdem sei es in des Bürgermeisters Augen geeignet. So ließ er es in einem Gespräch im Februar wissen. Davor hatte Kämmerer Samuel Konschelle eindeutig zu einem Neubau geraten, nachdem eine Kostenberechnung für notwendige Sanierungen beim Objekt in Eglsee 3,6 Millionen Euro ergeben hatte.
Schon damals reagierte Feuerwehrkommandant Martin Ettengruber, von dieser Zeitung auf die neue Möglichkeit angesprochen, eher zurückhaltend. Der räumte zwar ein, dass die Nähe zu Autobahn und Bundesstraße ein Vorteil sei und dass der Feuerwehrnachwuchs das Areal problemlos mit dem Fahrrad erreichen könnte.
Standort an der Tollbacher Straße in Siegenburg nicht ideal
Allerdings müssten dort, aufgrund der schmalen und länglichen Grundstücksform, die Baugrenzen ganz genutzt werden, zudem sei ein größerer Niveauausgleich erforderlich, um dort auf die Höhe der Tollbacher Straße zu gelangen, was nicht ideal sei. Man solle doch weitere Optionen prüfen. Mittlerweile hätten sich die Floriansjünger endgültig entschieden, berichtet Bergermeier: „Sie lehnen diesen Standort ab.“
Selbstverständlich würde laut Gemeindeoberhaupt die Kommune keinen Standort gegen die Feuerwehr durchdrücken wollen. Außerdem gebe es noch kein Zeitproblem, da das bisherige Gebäude noch in einem guten Zustand sei. Allerdings gibt es seit Jahren Debatten über den derzeitigen Standort, da die Aus- und Zufahrt eng und schmal ist. Außerdem sei eine Erweiterung dort nicht möglich, hieß es ebenso. Der Kommandant sprach vor Monaten durchaus von beengten Verhältnissen dort.
Lesen Sie doch auch: Es gibt jetzt Sport vor Ort in Siegenburg
Grundsätzlich sucht die Kommune also nun weiter ein Grundstück für den Neubau. Konkret tut das der Bürgermeister, dem die Feuerwehr einen klaren Auftrag gegeben habe: Am Ortsausgang an der Landshuter Straße sei der geeignete Standort für ein neues Gerätehaus. Dort liegen etwa Autobahnauffahrt, Gewerbegebiet und große Wohngebiete Siegenburgs nicht weit. Allerdings ist das beim abgelehnten Standort ähnlich.
Die Suche nach einem Grundstück in Siegenburg
Bergermeier stellt fest: „Entlang der Landshuter Straße besitzt die Kommune keine Grundstücke.“ Noch habe er nicht mit Grundstückseigentümern Kontakt aufgenommen. Einen Zeitplan für die Flächensuche gibt es erst einmal nicht, laut Ettengruber solle binnen zehn Jahren das Problem gelöst sein.
Mit dem ursprünglich ins Auge gefassten Grundstück in Eglsee hätten wie berichtet alle, Bürgermeister, Gemeinderäte und Feuerwehr, gut leben können. Als bekannt wurde, dass der dort ansässige Händler von landwirtschaftlichen Fahrzeugen das Gewerbegebiet verlassen wolle, nahm der Bürgermeister Kontakt auf. Der Eigentümer hätte der Kommune das Grundstück langfristig verpachtet.
Die unerwartet hohen Sanierungskosten, die selbstverständlich die Kommune hätte tragen müssen, haben diese Pläne zunichte gemacht. Immerhin bedeutet das nicht, dass es in Eglsee bald einen Leerstand gibt. Bergermeier weiß, dass dort jetzt ein anderes Unternehmen einzieht. Leer stehen würde im Übrigen auch das bisherige Feuerwehrareal nicht, sollte die Floriansjünger dort einmal ausziehen. Der Bürgermeister würde dort zusätzliche Räume für den Bauhof schaffen wollen.