Stark steigende Schülerzahlen in Riedenburg: Realschule bekommt neues Gebäude

Die Staatliche Realschule Riedenburg platzt schon seit Jahren aus allen Nähten. Nun ist in zweifacher Hinsicht Entspannung in Sicht: Aktuell werden temporäre Modulbau-Elemente installiert. Und der Kreisausschuss hat grünes Licht gegeben für die Weiterplanung eines knapp 17 Millionen Euro teuren Erweiterungsbaus.
Ähnlich wie die Abensberger verzeichnet auch die Riedenburger Staatliche Realschule seit Jahren großen Zulauf. Eigentlich vierzügig genehmigt, starten dort immer wieder bis zu sechs Eingangsklassen ins neue Schuljahr. Bislang ist Improvisieren angesagt: mit Umbauten und Trennwänden, mit Fach- und Ganztagsräume, die zu Klassenzimmern umfunktioniert sind. Seit diesem Schuljahr sind außerdem drei Räume in der benachbarten städtischen Drei-Burgen-Halle angemietet, um die aktuell 792 Schülerinnen und Schüler, verteilt auf 31 Klassen, überhaupt noch unterzubringen. Im Herbst wird deren Zahl voraussichtlich erneut steigen.
Laut den neuesten Anmeldezahlen werden im Schuljahr 2026/27 sogar 830 Jugendliche die Johann-Simon-Mayr-Realschule besuchen, dann auf 32 Klassen verteilt. Sie werden drei Klassenräume mehr zur Verfügung als aktuell: Vor etwa zwei Wochen wurden entsprechende Modulbau-Elemente geliefert: ein von der Kreispolitik beschlossener Behelf.
Neues Gebäude soll bis 2029 einsatzbereit sein
Bis 2035 erwartet die Schulbedarfsprognose freilich mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler in 37 Klassen an der Mayr-Realschule, ehe die Zahlen dann wohl wieder deutlich sinken. Wenn alles gut geht, ist aber schon 2029 ein neues Gebäude betriebsbereit, das die Raumnot lindert und den sechszügigen Betrieb ohne Improvisationskünste ermöglicht. Architekt Norbert Raith stellte die Pläne dafür im Kreisausschuss vor.

Der Erweiterungsbau soll etwa zwölf Klassenzimmer beherbergen, dazu Ausweich-, Sanitär- und sonstige Räume. Wie bei der Realschul-Erweiterung in Abensberg sind außerdem auch in Riedenburg „Lernlandschaften“ vorgesehen. Diese offenen „Markplätze“ sind nicht für klassischen Frontalunterricht konzipiert, sondern für eigenständiges und Arbeiten in Kleingruppen, sagte Architekt Raith auf Nachfrage von Eva Buchner (AfD).
Außerdem sind diese Bereiche explizit auch als räumlicher Teil des künftig geforderten Ganztags-Angebots vorgesehen. Deshalb gibt es dafür erhöhte Förderung vom Freistaat, erläuterte Kreiskämmerer Reinhard Schmidbauer in einer Finanz-Übersicht. Das sei ein Argument – trotzdem sehe er die Aufwendungen für solche „Lernlandschaften“ kritisch, merkte Simon Steber (Junge Liste) an.
Ähnlich Thomas Krebs, der dann auch als einziger Kreisrat das Raumprogramm für die Riedenburger Realschule ablehnte: Er forderte, zu „sparen, wo es nur möglich ist“. Denn die Finanzierung der Landkreis-Schulprojekte belaste via Kreisumlage die 24 Gemeinden stark. Dort könnten als Folge „unsere eigenen Mittelschulen ins Hintertreffen geraten“, warnte er.
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Aus Kostengründen ist in Riedenburg nicht für jede der sechs Jahrgangsstufen ein eigener „Marktplatz“ geplant, sondern nur drei insgesamt. Sie könnten außerdem, wenn die Schülerzahl ihr Maximum erreichen, dann auch zu Klassenräumen umgebaut werden. Damit spare man sich, die Schule gleich auf Siebenzügigkeit zu erweitern. Denn auch in der angepeilten Sechszügigkeit wird das Vorhaben ein finanzieller Kraftakt für den Landkreis, der Sachaufwandsträger dieser weiterführenden Schule ist (siehe Info am Textende).
Auch in Riedenburg wird Modulbauweise geprüft
Auch bei dieser Schule regte Landrat Christian Nerb an, für den Erweiterungsbau neben klassischer Bauweise auch die Modulbauweise, also mit Fertig-Elementen, zu prüfen. Diese seien in Beton- aber auch in Holzbauweise möglich, antwortete Architekt Raith auf die Frage von Maria Krieger (Grüne). Bis September sollen die Prüfungsergebnisse samt Kostenvergleich dem Kreisausschuss zur Entscheidung vorliegen.
In den Nachbar-Landkreisen gibt es derzeit keine Planungen, die eine Notwendigkeit der Riedenburger Erweiterung in Frage stellen würden: Das sagte Landrat Nerb auf Anfrage von Peter-Michael Schmalz (ÖDP): Die Realschule Parsberg werde zwar gerade erweitert, aber nur für ihren aktuell schon vorhandenen Mehrbedarf; und in Eichstätt sei nichts geplant.
Finanzierung
Kosten: Die Erweiterung der Staatlichen Johann-Simon-Mayr-Realschule in Riedenburg ist aktuell auf rund 16,95 Millionen Euro geschätzt. Gut die Hälfte, knapp 8,7 Millionen Euro, muss der Landkreis Kelheim aus eigenen Mitteln aufbringen; knapp 8,3 Millionen Euro kann er vom Freistaat erwarten. Einen Nachschlag bei den Fördermittel gibt es später nicht mehr, obwohl die Baupreise mutmaßlich weiter steigen werden.
Plus: Bei angenommenen fünf Prozent Baukostensteigerung jährlich käme das Bauvorhaben somit sogar auf rund 18,9 Mio. Euro; die Mehrkosten wären Sache des Landkreises, sagte Kämmerer Schmidbauer. Das sei schon eine Herausforderung, schließlich „haben wir eine dramatische Haushaltslage“, kommentierte Dr. Andreas Fischer (SLU) – aber an der Bildung dürfe der Landkreis keinesfalls sparen.