Camper aus Frankreich sorgen in Burglengenfeld für Gesprächsstoff

Da staunte manch Burglengenfelder (Landkreis Schwandorf) nicht schlecht, als kürzlich eine Kolonne von mindestens 30 Wohnwagen-Gespannen von der Schwandorfer Straße in Richtung Eislaufplatz abbog. Ziel der Gruppe, die aus Südfrankreich stammt, war eine größere Wiese, die unmittelbar an das städtische Freizeitgelände am Irl angrenzt. Dort haben die Durchreisenden ihr Lager aufgeschlagen. Nach MZ-Informationen wollen sie rund drei Wochen bleiben.
Die Nachricht war auch Mittwochabend im Stadtrat kurz ein Thema. BFB-Rätin Christine Kammerl wollte wissen, ob die Camper ihren Aufenthalt angemeldet hätten und ob er genehmigt sei.
Die Verwaltung hätten diesbezüglich bereits Dutzende Anfragen erreicht, wusste Bürgermeister Martin Antretter (SPD) zu berichten. Seinen Recherchen zufolge haben die Landfahrer in der Tat ganz legal das Grundstück belegt. Der Pächter der Wiese habe diese an sie befristet weitervermietet. Dagegen gebe es vorerst wenig einzuwenden, meinte Antretter. Natürlich habe man ein Augenmerk auf die Umweltbelange. Aktuell könne man sagen, dass Abwasser nicht unkontrolliert abgelassen, sondern in geschlossenen Systemen gespeichert werde.
Angst vor einem Flächenbrand
Bedenken äußerte Antretter wegen der Brandgefahr durch Grillen, die aufgrund der anhaltenden Hitze und Trockenheit momentan besonders groß sei. Ansonsten lautete die Parole: Entspannt bleiben, Kontakt suchen, mit den Leuten reden. Dem entsprechend wollten Antretter und Geschäftsleiter Wolfgang Weiß der Gruppe zeitnah einen Besuch abstatten.
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Auch die Redaktion hat dies getan. Sie traf auf einen Mann, Anfang 50, der sich als Chef einer Gruppe von Roma ausgab. Freundlich, aber bestimmt gab er zu verstehen, dass man keinen Wert auf Berichterstattung lege, zumindest nicht jetzt. Man kenne die Vorbehalte, die es vielerorts aus Teilen der Bevölkerung noch immer gebe. Das habe ja leider traurige Tradition.
Gruppe will „nur Urlaub machen“
Aber, so der Mann weiter, die Burglengenfelder Bürger dürften beruhigt sein. Bei „den Fremden“ handle es sich um brave Leute christlichen Glaubens. Man halte sogar eigene Gottesdienste. Man wolle niemanden stören, sondern suche nur Ruhe und Abgeschiedenheit. Man verbringe in Burglengenfeld Urlaub und genieße die Schönheit der Natur.
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Was das Campen betrifft, so sei alles Wesentliche organisiert, versicherte der Mann. Man habe nicht nur einen Mietvertrag für die Nutzung des Geländes, sondern auch die Abfallentsorgung sei geregelt. Dafür stünden zwei große Container bereit. Und wenn die Schmutzwassertanks voll seien, steuere man eine Station an, wo man die Behälter ordnungsgemäß leeren könne.
Nur die Stromaggregate störten die Idylle
Am Irl hat sich aktuell eine zweite, wenngleich auch viel kleinere Gruppe niedergelassen – Heimaturlauber aus Burglengenfeld. Sie nutzen dafür ein Vereinsgelände. Ein Mann erklärte, auch er habe sich über die „neuen Nachbarn“ gewundert. Spannungen habe es bisher aber keine gegeben. Nur die Stromaggregate der Landfahrer seien etwas lästig.
Dem wollte die Polizei in der Nacht zum Donnerstag einen Riegel vorschieben. Nachdem Mitglieder eines Vereins Bedenken wegen der Kraftstoffbehälter, aus denen die Aggregate befüllt werden, geäußert hatten, sah sich die Dienststelle zum Einschreiten veranlasst.