Feuer raubt Familie ihr Zuhause: Bild der Verwüstung an der Semmelweisstraße in Maxhütte

Ein Blick durch das zerborstene Wohnzimmerfenster reicht vollkommen aus, um sich ein Bild vom ganzen Ausmaß der Verwüstung machen zu können. Bei einem Wohnungsbrand in einer Doppelhaushälfte in der Semmelweisstraße in Maxhütte-Haidhof (Landkreis Schwandorf) hat eine vierköpfige Familie in der Nacht von Sonntag auf Montag ihr Zuhause verloren.
Dem aufmerksamen 22-jährigen Sohn der Familie und dem beherzten Einschreiten der Feuerwehr ist es zu verdanken, dass niemand verletzt wurde und die Flammen nicht auf angrenzende Gebäude übergreifen konnten.
Kurz nach der Alarmierung gegen 23.30 Uhr seien bereits erste Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort gewesen und hätten eine Wasserschutzwand zum Nachbargebäude aufgebaut. Die Flammen hätten zu diesem Zeitpunkt bereits aus den Fenstern des Erdgeschosses gelodert, wie Kreisbrandmeister Christoph Spörl auf Nachfrage berichtete.
Durch das beherzte Eingreifen der rund 80 Einsatzkräfte benachbarter Feuerwehren unter der Leitung von Sören Chwastek und den Einsatz von mehreren Atemschutztrupps habe verhindert werden können, dass sich der Brand auf die zweite Doppelhaushälfte und angrenzende Nachbargebäude ausbreiten konnte. Der Einsatz von Wärmebildkameras habe auch auf Brandherde im Kellerbereich hingewiesen. Auf das Dachgeschoss hätten sich die Flammen wie durch ein Wunder nicht ausgebreitet.
Doppelhaushälfte ist nicht mehr bewohnbar
Bewohnbar sei dieser Bereich allerdings nicht mehr, wie Spörl sagte. Gegen 4 Uhr sei der Einsatz beendet worden. Unterstützt wurde die zuständige FF Meßnerskreith dabei von den Feuerwehren aus Leonberg, Maxhütte-Winkerling und Ponholz. Die Feuerwehr Teublitz wurde nachalarmiert.
Ich habe nach meiner Schwester geschaut und nach unseren zwei Hunden. Dann sind wir sofort aus dem Haus gerannt.Der Sohn (22) bemerkte als Erster das Feuer
Durch seine Aufmerksamkeit hat der 22-jährige Sohn der Familie vermutlich sein eigenes Leben und auch das seiner Schwester gerettet. „Ich bin im Dachgeschoss in meinem Zimmer gewesen, als ich plötzlich einen Brandgeruch in der Nase hatte. Ich habe nach meiner Schwester (16) geschaut und nach unseren zwei Hunden. Dann sind wir sofort aus dem Haus gerannt.“ Dann habe es auch schon lichterloh gebrannt.
Auch eine Explosion will der junge Mann gehört haben. Er vermutet, dass es sich bei dem Knall um das Zerbersten eines E-Scooter-Akkus handelte. Nachdem er in Sicherheit gewesen sei, habe er sofort den Notruf verständigt und die Nachbarn aus der zweiten Doppelhaushälfte informiert. Und auch seine Eltern habe er verständigt, die zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause gewesen seien.
Innerhalb weniger Stunden hat die Familie ihr Zuhause verloren. Wenige Stunden nach dem schrecklichen Erlebnis hat sie sich in ihrem kleinen Vorgarten niedergelassen. Mutter und Sohn sitzen auf Plastikstühlen. Die Tochter liegt auf einer Decke. Sie haben sich provisorisch zwei kleine Zelte aufgebaut. Der Vater läuft aufgeregt im Garten hin und her, greift gefühlt jede Minute nach seinem Schnupftabak. Alle wirken sehr erschöpft, angespannt und traurig. Einer der beiden Hunde hat den Brand nicht überlebt. Wie es weitergeht und wo sie künftig wohnen sollen, wissen sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Aber es gibt Hoffnung: Bürgermeister Rudolf Seidl (UWM) hat sich am Montagmorgen selbst ein Bild von der Unglücksstelle gemacht. „Ich habe der geschädigten Familie eine Notfall-Wohnung in der Bahnhofstraße angeboten.“ Bei der Kleiderkammer des Zweckverbands Städtedreieck könnten sie sich auch Klamotten beschaffen, wie Seidl betonte. Sein Lob und sein Dank galt den Einsatzkräften der Feuerwehr, die ausgezeichnete Arbeit geleistet und so Schlimmeres verhindert hätten.
Lob für die Feuerwehr gab es auch vom Dienststellenleiter der Burglengenfelder Polizei. PI-Chef Franz Wenig zitierte auf Nachfrage aus dem Polizeibericht: „Durch das koordinierte Einschreiten der Feuerwehr konnte ein Ausbreiten des Feuers auf die zweite Doppelhaushälfte verhindert werden.“
Sachschaden liegt bei rund 400.000 Euro
Die Schadenshöhe wird von der Polizei nach einer ersten Einschätzung mit rund 400.000 Euro beziffert. Bezüglich einer Brandursache könne noch keine Aussage getroffen werden, hieß es. Von Brandstiftung wird nach bisherigen Erkenntnissen jedoch nicht ausgegangen. In den kommenden Tagen soll eine Begehung der Brandstelle durch Spezialisten der Kripo erfolgen.
Auch den Nachbarn ist der Feuerwehreinsatz in der Nacht von Sonntag auf Montag nicht verborgen geblieben. Plötzlich sei alles voller Feuerwehr gewesen. Es habe lichterloh gebrannt, „von unten bis zum Dach“, so eine Anwohnerin. Gegen eins sei sie dann zu Bett gegangen. Sie habe Ohrenstöpsel benutzt, um schlafen zu können. Da seien die Einsatzkräfte noch voll am Werkeln gewesen. Viele von ihnen hätten Masken getragen, so eine Anwohnerin.