Schlaflose Nächte für den Neustart: Asia-Restaurant Miss Hoi An in Cham hat geöffnet

Von David Salimi · 23. Juni 2026 um 05:00

Mustafa Senyeli und Nguyen Quynh haben die ehemaligen Orlandini-Räume in den vergangenen Monaten grundlegend umgestaltet. Seit Mitte Juni ist das neue Miss Hoi An in Cham geöffnet. - Foto: David Salimi

Mustafa Senyeli sitzt an einem der Tische im neuen Miss Hoi An und wirkt erleichtert. Die vergangenen Monate haben Spuren hinterlassen. Hinter dem Gastronomen liegen unzählige Stunden voller Planungen, Verhandlungen und handwerklicher Arbeit. Seit gut einer Woche hat nach Roding nun der zweite Standort des Asia-Restaurant in den ehemaligen Räumen der Pizzeria Orlandini in Cham-Brunnendorf geöffnet. Nun zieht Senyeli eine erste Bilanz.

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Wer die Gaststätte heute betritt, erkennt die früheren Räume kaum wieder. Bereits im Eingangsbereich fällt der Blick auf eine Decke aus roten Ahornblättern, die gemeinsam mit warmem Licht eine Atmosphäre schafft, die an einen japanischen Herbstgarten erinnert. Holz, dezente Leuchten und natürliche Elemente prägen das Bild. Statt italienischem Flair weht heute ein fernöstlicher Wind durch die historischen Gewölbe. Gleichzeitig war es ihm wichtig, den Charakter des denkmalgeschützten Gebäudes mit seinen historischen Gewölben zu erhalten, sagt Senyeli.

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Dabei folgt jeder Gastraum einem eigenen Gestaltungskonzept. Dunkle Holzverkleidungen verbinden die Räume miteinander. Dennoch unterscheiden sich diese deutlich voneinander. „Wir haben jeden Raum etwas anders gestaltet, um den Gästen bei jedem Besuch ein abwechslungsreiches Ambiente zu bieten“, erklärt der Gastronom.

Viele Gäste erkennen Räume kaum wieder

Die Reaktionen der Besucher bestätigen ihn bislang in seinem Konzept. Viele Gäste würden die ehemaligen Orlandini-Räume kaum wiedererkennen. Selbst aus Roding seien bereits Stammgäste angereist, um sich die neue Filiale anzusehen. Während ein Bereich bewusst dunkel und gemütlich gestaltet wurde, setzt ein anderer auf helle Farben, traditionelle asiatische Motive und großformatige Wandbilder. Kirschblüten, Laternen und Rundbögen schaffen dort eine Kulisse, die an die Gassen historischer asiatischer Viertel erinnert.

Wir haben jeden Raum etwas anders gestaltet, um den Gästen bei jedem Besuch ein abwechslungsreiches Ambiente zu bieten.Mustafa Senyeli, Betreiber von Miss Hoi An über die neuen Räume in Cham

Verändert hat sich auch die Aufteilung der Gasträume. Dort, wo früher eine Spielfläche für Kinder war, entstand ein separater Bereich für geschlossene Gesellschaften. Nach den Erfahrungen am Standort Roding legen Senyeli und seine Lebensgefährtin Nguyen Quynh, mit der er gemeinsam die Lokale betreibt, in Cham besonderen Wert auf mehr Freiraum zwischen den Tischen.

Der neue Schriftzug über dem Eingang weist den Weg: In den ehemaligen Räumen des Orlandini in Cham-Brunnendorf ist das Restaurant Miss Hoi An eingezogen. - Foto: David Salimi
Ein Blickfang im Gastraum: Blüten, warmes Licht und asiatische Gestaltungselemente prägen das Ambiente. - Foto: David Salimi
Mehr Platz für die Gäste: Die Betreiber haben die Räume neu aufgeteilt und großzügiger gestaltet. - Foto: David Salimi
Historische Gewölbe treffen auf modernes Design: Die denkmalgeschützte Bausubstanz blieb erhalten. - Foto: David Salimi
Jeder Raum hat seinen eigenen Charakter: Holz, Licht und Dekoration sorgen für unterschiedliche Stimmungen. - Foto: David Salimi
Kirschblüten und asiatische Akzente: Viele Details wurden eigens für den neuen Standort ausgewählt. - Foto: David Salimi
Nach monatelanger Sanierung stehen Mustafa Senyeli und Nguyen Quynh nun hinter der Theke ihres neuen Restaurants. Die ersten Tage im Miss Hoi An in Cham stimmen die Betreiber optimistisch. - Foto: David Salimi
Auch der Innenhof wurde neu gestaltet: Im Sommer soll er zu den besonderen Anziehungspunkten gehören. - Foto: David Salimi
Ein Garten mit künftig fernöstlichem Einschlag? Weitere Aufwertungen sind bereits geplant. - Foto: David Salimi
Für Radfahrer wurden vor dem Restaurant neue Fahrradstellplätze geschaffen. Sechs der insgesamt zwölf Plätze verfügen über Lademöglichkeiten für E-Bikes. - Foto: David Salimi

„Das hat mir oft wehgetan, wenn wir in Roding Gäste wegen Platzmangels wegschicken oder die Leute im Gastraum ohne viel Abstand sitzen mussten“, sagt Senyeli. Nun hoffen beide, dass sich die Besucher künftig stärker auf die beiden Standorte verteilen.

Ein Stück Orlandini ist dennoch geblieben. Die Tische und Stühle stammen noch aus Zeiten des früheren italienischen Lokals. „Die haben wir übernommen und aufbereitet“, erzählt Senyeli.

„Das hat mir oft wehgetan, wenn wir in Roding Gäste wegen Platzmangels wegschicken oder die Leute im Gastraum ohne viel Abstand sitzen mussten.Mustafa Senyeli über die beengten Verhältnisse im Rodinger Restaurant

Bis die Räume jedoch in neuem Glanz erstrahlen konnten, mussten die Betreiber einige Hürden überwinden. Besonders die Küche entwickelte sich zur größten Baustelle des Projekts. „Die haben wir komplett zerlegt und neu aufgebaut“, berichtet Senyeli. Gasanschlüsse mussten neu verlegt, Elektroleitungen erneuert sowie Wasserleitungen geöffnet werden.

Immer wieder stieß das Team dabei auf Überraschungen. „Teilweise standen wir vor einem Berg Kabeln und wussten weder, wo die genau herkommen noch wo sie hinführen“, erinnert sich der 70-Jährige. Erschwert wurden die Arbeiten zusätzlich durch den Denkmalschutz. Notwendige Genehmigungen hätten immer wieder für Verzögerungen gesorgt. Dadurch sei aus der Sanierung zeitweise ein Geduldsspiel geworden.

Aus dem ursprünglich geplanten Eröffnungstermin im April wurde deshalb letztlich Mitte Juni. Viele Arbeiten übernahmen Senyeli, Quynh, Familienmitglieder und Mitarbeiter selbst. Unter anderem brachten sie die Holzverkleidungen in den Gasträumen eigenhändig an. Dadurch sei das ursprünglich veranschlagte Budget von 180 000 Euro unterschritten geblieben.

Teilweise standen wir vor einem Berg Kabeln und wussten weder, wo die genau herkommen noch wo sie hinführen.Mustafa Senyeli über die ungeahnten Hürden beim Umbau

Trotz aller Herausforderungen bereut Senyeli die Entscheidung nicht. Zweieinhalb Jahre lang habe er nach geeigneten Räumlichkeiten in Cham gesucht. Mehrfach sei die Suche beinahe gescheitert. „Die meisten Räume, die wir uns angesehen haben, waren zu klein – teilweise sogar kleiner als in Roding“, erzählt er. Sein Anspruch sei stets gewesen, dass sich eine Expansion auch lohnen müsse. Als seine Lebensgefährtin schließlich auf die leerstehende Fläche in Brunnendorf aufmerksam wurde, sei die Entscheidung schnell gefallen.

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Erfreulich verlief hingegen die Personalsuche für die Küche. Nach der Änderung des Einwanderungsrechts konnte das Unternehmen mehrere Fachkräfte aus Drittstaaten gewinnen. Insgesamt neun neue Mitarbeiter wurden in den vergangenen Monaten in den Restaurants in Roding und Amberg eingearbeitet und anschließend nach Cham versetzt.

Zufriedener Start nach schlaflosen Nächten

Schwieriger gestaltet sich weiterhin die Suche nach Servicekräften. Aktuell helfen neben Senyeli und Quynh auch der Sohn sowie weitere Familienmitglieder im laufenden Betrieb mit. Langfristig sollen noch zwei bis drei zusätzliche Kräfte eingestellt werden.

Mit dem Start in Cham zeigt sich die Gastronomenfamilie bislang zufrieden. „Die ersten Tage sind gut angelaufen“, sagt Senyeli. Besonders seit dem vergangenen Wochenende beobachte er einen deutlichen Anstieg der Gästezahlen. Auch zur Mittagszeit seien bereits größere Gruppen bewirtet worden. Gleichzeitig setzt der Gastronom auf Geduld. „Ich glaube, es muss sich erst noch weiter herumsprechen, dass wir nun auch in Cham geöffnet haben.“

Neue Fahrradständer mit Ladesäulen für E-Bikes

In den kommenden Wochen soll auch der weitum bekannte Innenhof weiter aufgewertet werden. Geplant sind unter anderem ein zusätzlicher Brunnen sowie ein Sonnenschutz für den oberen Gartenbereich. Bereits installiert wurden zwölf Fahrradständer, sechs davon mit Lademöglichkeiten für E-Bikes. „Gerade viele Familien sind im Sommer mit dem Rad auf der Route zwischen Regensburg und Furth im Wald unterwegs“, sagt Senyeli. Künftig sollen sie hier Rast machen und ihre Akkus aufladen können.

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An weitere große Projekte denkt der 70-Jährige derzeit nicht. Nach den anstrengenden Monaten möchte er den Betrieb zunächst in ruhigeres Fahrwasser bringen. „Wir genießen einfach, wie es jetzt ist“, sagt er und fügt nach einer kurzen Pause fügt hinzu: „Das Schwierigste haben wir hinter uns.“