Vermisstensuche in Guggenberger See weiter erfolglos – Am Dienstag kommen Hunde aufs Wasser

Von Benedikt Baumgartner · 22. Juni 2026 um 12:06

Am Sonntag ist ein 29 Jahre alter Nichtschwimmer mit einem Bekannten auf einem Stand-Up-Paddle-Brett auf den Guggenberger See (Landkreis Regensburg) hinausgefahren – und nicht mehr zurückgekommen. Während der Begleiter nach dem Sturz ins Wasser wieder auftauchte, ertrank der Mann. Die am Sonntag erfolglose Suche ist am Montagvormittag wieder aufgenommen worden. Zwei weiteren Badegästen wurde am Sonntag das Leben gerettet.

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Zwei Männer, 29 und 30 Jahre alt, paddeln gemeinsam auf einem Stand-up-Board auf den Guggenberger See hinaus – nur einer sollte ans Ufer zurückkehren. Die beiden Bulgaren verloren das Gleichgewicht und stürzten ins Wasser. Der 30-Jährige tauchte sofort wieder auf, der 29-Jährige kam dagegen nicht wieder an die Wasseroberfläche zurück. So schildert Florian Stöckl, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Neutraubling, den tödlichen Badeunfall am Sonntag um 15 Uhr.

Wir gehen nicht mehr von einer Rettung aus, sondern von einer Bergung.Florian Stöckl, Polizei Neutraubling

Am Montag wurde die bis dahin erfolglose Vermisstensuche fortgesetzt, wie Stöckl auf MZ-Nachfrage am Vormittag informiert. Hoffnung auf ein Happy End bestand da freilich nicht mehr. „Wir gehen nicht mehr von einer Rettung aus, sondern von einer Bergung.“ Der Sturz des Bulgaren sollte am Sonntag nicht der einzige Fall von Lebensgefahr am Guggenberger See bleiben – zwei weitere junge Männer wurden aus höchster Not gerettet.

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Ein weiterer Bekannter der beiden Bulgaren sah den Sturz ins Wasser vom Ufer aus und rief sofort um Hilfe. Badegäste setzten umgehend einen Notruf ab. Trotz des raschen Handelns der Rettungskräfte konnte am Sonntagabend kein Sucherfolg mehr vermeldet werden. Am Montagvormittag wurde mit der Suche aus der Luft per Drohne begonnen, informierte Stöckl auf MZ-Nachfrage. Weitere Maßnahmen wie der Einsatz von Booten oder eines Polizeitauchers seien erwogen worden, allerdings nicht zum Einsatz gekommen.

In diesem Gewässer haben wir im Moment mit laufendem Badebetrieb und aufgewirbeltem Wasser ein geringes Sichtfeld.Klaus Zimmermann, Leiter BRK-Wasserwacht Regensburg

Die Schwierigkeiten der Vermisstensuche im Wasser beschreibt BRK-Wasserwachtleiter Klaus Zimmermann: „In diesem Gewässer haben wir im Moment mit laufendem Badebetrieb und aufgewirbeltem Wasser ein geringes Sichtfeld.“ Das gelte für die verschiedensten Suchszenarien mit dem Sonar, der Schleppstange oder dem Pendel.

Am Dienstag kommen Hunde zum Einsatz

Auch die Suche per Drohne ist am Montag ergebnislos verlaufen und am Nachmittag eingestellt worden, teilt Stöckl mit. Am Dienstag gehe die Suche weiter. Es werden voraussichtlich Hunde auf Booten mit auf den See genommen. „Vielleicht können die bessere Ortungsergebnisse liefern“, sagt der Polizeihauptkommissar. Der Bereich von der Cantina Bar bis zur Wasserwacht-Station werde ab den frühen Morgenstunden für den Badebetrieb gesperrt. Der Körper – soweit er tatsächlich leblos ist – befinde sich aktuell noch unter der Wasseroberfläche. Es sei jedoch davon auszugehen, dass er je nach Witterung in den nächsten Tagen von selbst auftaucht, wenn er zuvor nicht gefunden wird, beschreibt Stöckl.

Wasserwacht rettet zwei weitere Männer

Zwei weitere Männer in Lebensgefahr konnten am Sonntag von den Einsatzkräften gerettet werden. Rund eineinhalb Stunden nach dem fatalen Unfall des bulgarischen Badegasts ging laut Polizei-Auskunft ein 35-jähriger Syrer im Guggenberger See unter. Wie Zimmermann erläutert, sei den Wasserwachtlern eine hilfsbedürftige Person aufgefallen, die bewusstlos war. Der Mann wurde aus dem Wasser gezogen, versorgt und zur weiteren medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht.

Beide hatten Glück im Unglück, dass unser Team so schnell zur Stelle war und die Lage erkannt hat.Klaus Zimmermann, Leiter BRK-Wasserwacht Regensburg

Ein 24-jähriger Landkreisbewohner schwamm gegen 16.45 Uhr auf den See hinaus. „Dabei ging ihm die Kraft aus und er konnte sich nicht mehr eigenständig aus dem Wasser begeben“, vermeldet die Polizei in ihrem Bericht. Der Mann klammerte sich an einer Boje fest und schrie um Hilfe. Einsatzkräfte konnten ihn unversehrt aus dem Wasser bergen. In beiden Fällen sei die Wasserwacht eigenständig ohne Alarmierung auf die Personen aufmerksam geworden, sagt Zimmermann. „Beide hatten Glück im Unglück, dass unser Team so schnell zur Stelle war und die Lage erkannt hat.“

Von der Wasserwacht-Station am Ufer aus könne schnell agiert werden. „Es ist von großem Vorteil, wenn wir beispielsweise von unserem Plateau aus sehen, wo sich der Schwimmer genau befindet, wo konkret Hilfe benötigt wird“, erläutert Zimmermann. Der Sonntag sei ein besonders einsatzreicher Tag für die Wasserwacht gewesen, sagt Zimmermann, nicht nur am Guggenberger See, auch an der Donau. Über den Sarchinger Weiher zog am Sonntagnachmittag zudem ein kurzzeitiges, heftiges Gewitter mit Hagel. Wasserwacht-Einsätze habe das aber nicht ausgelöst.

Tücke der Gewässer wird oft unterschätzt

Es falle auf, dass immer mehr Menschen nicht schwimmen können, aber auch nicht auf Hilfsmittel wie Schwimmwesten zurückgreifen, sagt der Wasserwacht-Leiter. „Unvernünftig“ gehe so mancher dennoch zum Abkühlen ins Wasser, wissend, dass er nicht schwimmen kann. Die Tücke der Gewässer werde oftmals unterschätzt.

Ehrenamtler bekommen psychosoziale Hilfe

Spurlos geht das an ehrenamtlichen Helfern nicht vorbei. „Sicherlich gibt es immer wieder auch Einsatztage und ganze Wochenenden, die sowohl körperlich als auch psychisch an die Nieren gehen können“, sagt Zimmermann. Allerdings seien die Teams entsprechend gut geschult und können auf psychosoziale Hilfe zugreifen. Mit Grauen blicke man nicht auf die anstehenden heißen Wochenenden, wie Zimmermann versichert. „Wir sind entsprechend vorbereitet.“

Der Artikel wurde am Montagnachmittag aktualisiert.