Bauamtsfrust statt Essgenuss: Neuem Malik-Imbiss droht Platzverweis in Schwandorf

Von Martin Kellermeier · 18. Juni 2026 um 19:00

Eigentlich läuft es für Nasar Alwheby wie geschmiert: Der junge Mann aus Syrien hat sich mit seinem neuen Malik-Imbiss an der Steinberger Straße in Schwandorf einen Lebenstraum erfüllt. Und das Geschäft läuft. Schawarma und Falafel wandern nur so über die Theke – wohl auch dank des prominenten Standorts in der Nähe der Berufsschule. Doch den Platz könnte der 20-Jährige bald los sein. Alwheby hat unschöne Nachrichten aus dem städtischen Bauamt erhalten.

Video ansehen

Der neue Imbiss am Rande des Kreuzbergviertels sticht gleich ins Auge. Wenn man aus Richtung Krankenhaus weiter zum Bahnhof fährt, sieht man ihn gleich im Auslauf der Unterführung. Es ist ein einachsiger, weißer Verkaufswagen mit der Aufschrift „Malik-Imbiss“. Drinnen dreht sich der Fleischspieß, und Nasar Alwheby, seit 2015 in Schwandorf, hat alle Hände voll zu tun. Das Fleischgericht Schawarma, eine Art Döner, scheint der Renner zu sein. Und auch seine veganen Falafel seien gefragt, sagt der junge Chef, der sehr gut Deutsch spricht.

Seit ein paar Tagen erst im Geschäft, geht es für Imbiss-Betreiber Nasar Alwheby schon um die Zukunft seines Ladens. - Foto: Martin Kellermeier

Seit 12. Juni hat er seinen Imbiss geöffnet. Und die Kundschaft kommt. Teilweise bildet sich vor dem Verkaufswagen, den der 20-Jährige ohne TÜV für 7000 Euro im Internet gekauft hat, sogar eine kleine Schlange. Alwheby hat also ganz schön zu tun. Die Arbeit neben dem heißen Drehspieß treibt ihm den Schweiß auf die Stirn. Aber auch das städtische Bauamt bringt ihn zum Schwitzen.

Stadt: Neuer Imbiss ist aus baurechtlicher Sicht nicht zulässig

Denn das hat festgestellt, dass der Imbiss an seinem jetzigen Standort „aus baurechtlicher Sicht nicht zulässig“ ist, wie der städtische Pressesprecher Andreas Hofmeister auf MZ-Anfrage mitteilte. Der Laden befinde sich „außerhalb der zulässigen Baulinien für diesen Geltungsbereich“. „Die Stadt Schwandorf wird nach Einholung weiterer Informationen ein angemessenes bauaufsichtliches Einschreiten prüfen“, kündigte der Pressesprecher ferner an.

Das war wie ein Schlag für mich.Nasar Alwheby, Betreiber des Malik-Imbisses

Nasar Alwheby kennt diese Einschätzung aus dem Bauamt. Nachvollziehen kann er sie nicht, sein Imbiss hat weiter geöffnet. Denn schließlich habe er sich vor der Umgestaltung des Gartens im Ordnungsamt erkundigt und dort eine mündliche Zusage erhalten, berichtet er. Erst als er sein Gewerbe umgemeldet habe, sei auch das Bauamt auf den Fall aufmerksam geworden – mit bereits genannten Folgen. „Das war wie ein Schlag für mich“, sagt der 20-Jährige. Die Auffassung des Bauamts sei purer Hohn gegenüber Selbstständigen.

Alwheby fürchtet nun um seine Existenz, sein Traum als Jungunternehmer könnte nach kurzer Zeit schon wieder platzen, sagt er. Zwar habe man ihm in Aussicht gestellt, dass er seinen Imbisswagen in den Innenhof verlagern könnte. Der prominente Standort neben der vielbefahrenen Steinberger Straße wäre damit aber dahin. Alwheby glaubt, dass darunter sein Umsatz massiv leiden würde. „Der Platz spielt eine große Rolle fürs Geschäft“, lautet seine Einschätzung. Er würde es zwar dennoch versuchen, Illusionen macht er sich aber keine.

Bringt Termin bei Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller die Lösung?

Der 20-Jährige setzt daher nun auf ein Gespräch. Bei Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller (BLS) wurde ihm ein Termin in Aussicht gestellt. „Das ist ganz wichtig für mich. Ich hoffe auf eine gute Lösung“, sagt der gebürtige Syrer, der im Oktober mit seiner Freundin Jessica den ersten gemeinsamen Sohn erwartet. Dass der Laden läuft, sei für ihn daher sehr wichtig.

Nasar Alwheby zieht sich schwarze Gummihandschuhe über seine Hände. Die nächste Bestellung wartet auf ihn. Er bereitet Schawarma zu, kann den Zwist mit dem Bauamt dabei aber nicht vergessen. „Das ist schon eine harte Geschichte, aber leider die Realität“, sagt er, während er ein dünnes Fladenbrot bereitlegt. Eigentlich hätte er gedacht, dass ihm vor allem die Konkurrenz in Schwandorf – immerhin gibt es hier derzeit schon 13 Imbissbuden – zu schaffen macht. Dass es nun das Bauamt ist, damit hatte er nicht gerechnet.