Auf Ansturm vorbereitet: Bergwacht Furth im Wald ruft wieder zum Goasriegel-Bergfest

Von Mittelbayerische Zeitung · 16. Juni 2026 um 19:00

Immer um Johanni, wenn die Nächte am kürzesten sind, rufen die Bergwachtler auf den Berg – zum „Goasriegel-Bergfest“ vor die Roberthütte am Voithenberg. Am kommenden Wochenende, 19. bis 21. Juni, ist es wieder so weit.

„Das Fest zählt zu den ältesten dieser Art in der Umgebung und erfreut sich im Laufe der Jahre zunehmender Beliebtheit“, sagt Lotte Schächtl von der Bergwacht Furth im Wald.

Über die Jahre musste viel renoviert werden

In einer lauen Samstagnacht könnten es schon mal über tausend Besucher sein, die sich unter den alten Buchen vor der Bergwachthütte einfinden. Auch die traditionelle Messe am Sonntagmorgen locke immer wieder auf den Berg – und das nicht nur bei sonnigem Wetter.

Los ging es demnach in den 1960er Jahren. Damals hätten sich die Bergwachtler mit ihren Familien zum Johanni-Feuer vor der Roberthütte versammelt und Geigen- und Zithernweisen gelauscht. Das habe sich schnell herumgesprochen. „1966 hatte man gerade das Dach der Roberthütte erneuert und das schöne Zimmer über der Küche angebaut“, so Schächtl.

Das habe die Kasse trotz der Eigenleistungen belastet. Der damalige Bereitschafts-Kassier Gabriel Weber übernahm im Jahr darauf die Organisation des ersten Bergfestes am Sonntagnachmittag, 25. Juni 1967 ab 13 Uhr. In der Einladung stand damals: „Es spielen die Voithenberg Schrammeln, Küche und Keller sind für regen Zuspruch gerüstet, sie haben Gelegenheit zur Hüttenbesichtigung und finden die schönste Aussicht auf Furth.“

Von Jahr zu Jahr seien es mehr Besucher geworden und die Einnahmen halfen neben den allgemeinen Aufgaben der Bergwacht für die Bergrettung und den Naturschutz vor allem die Renovierung und den Ausbau der Hütten zu finanzieren. Der Andrang zum Bergfest forderte demnach weitere Investitionen an der Roberthütte. Ein Blick in die Chronik verrät laut Schächtl: „1974 wurde der Keller mit Terrasse darüber angebaut und 1983 schließlich eine Wasserleitung vom Steinernen Brünnl zur Hütte gelegt.“ Vorläufiger Höhepunkt sei die Verlegung einer 750 Meter langen Stromleitung entlang der Zufahrtsstraße vom Voithenberg hinauf gewesen. Es folgten noch eine Holzlege und eine neue Bar, welche als Funktionsgebäude gebaut wurde.

Vor mehr als dreißig Jahren an der Bergfest-Schänke (v. li.): Paul Kerscher, Helmut Dendorfer, Georg Meindl und im Hintergrund der erste Bergfestleiter Gabriel Weber. - Foto: Archiv Bergwacht

Heute habe sich am Grundgedanken des Bergfestes wenig geändert – und doch habe es sich mit der Zeit entwickelt. Nach wie vor steige das Fest am Voithenberg vor der Roberthütte, liebevoll unter den Einheimischen auch „Teehaisl“ genannt. Der Weg vom Parkplatz hinauf ist dabei beleuchtet und weist die Besucher zum Fest.

„Kracherl“ und Bierflaschen mit Schnappverschlüssen in der Holzkiste wurden mit dem Unimog der Gutsverwaltung zur Roberthütte transportiert. - Foto: Archiv Bergwacht

Die Bergwachtler, die von der eigenen Jugend unterstützt werden, sind auf den Ansturm vorbereitet. Am Freitagabend spielt ab 19 Uhr die „Daxxl-Liveband“ und am Samstag ab 17 Uhr die Band „Sowieso“. Der Sonntag beginnt mit der Bergmesse um 9.30 Uhr, umrahmt von den Geschwister Sporer. Die Formation Noggabazi rundet das Wochenende ab.

Viele helfende Hände sorgen für die Gäste

An lauen Abenden tummeln sich 1000 Besucher und mehr auf dem Bergfest. - Foto: Alexander Frimberger / Archiv

Hinter den Kulissen stemmen zahlreiche aktive Bergwachtler die Organisation des Festes: Sei es in der Küche, beim Barbetrieb, am Grill, im Bierausschank, beim Kuchenverkauf oder im Service. „Besonders stolz können wir auf unseren Zusammenhalt innerhalb der Bereitschaft sein, der sich nicht nur im Alltagsgeschehen bei Einsätzen oder Übungen zeigt, sondern auch alle Jahre wieder, wenn wir unser Bergfest ein ganzes Wochenende – sowie weit davor in Planung und Organisation – auf die Beine stellen können“, so Georg Hofstetter, der nun sein Amt als Bereitschaftsleiter seit über einem Jahr ausführt.