Neue Tiere in der Höllohe: Auerochsen bei Teublitz bekommen bald Zuwachs

Frohe Nachricht aus der Höllohe bei Teublitz (Landkreis Schwandorf): Die Auerochsen-Herde soll wachsen. In Zukunft wird ein Bulle das Gehege mit den drei Weibchen bewohnen. Mit diesem könnte es in Zukunft Nachwuchs bei der Herde geben. Durch eine Neuerung sollen die Besucher den Tieren außerdem noch näher kommen können.
Freitagmorgen in der Höllohe. Der Park liegt ruhig da, nur ein paar fleißige Spaziergänger gehen schon mit ihren Hunden Gassi. Tierpfleger Mario Merl schließt die Tür zum Gehege der Auerochsen auf. Der Tierpfleger pfeift mehrmals, und die großen Tiere kommen zum nahen Stall getrottet. Das Morgenritual habe er sich vom Tierpark Hellabrunn in München abgeschaut, erklärt Merl. „Das Ziel davon ist, dass wir die Tiere in der Früh in den Stall bekommen und dass wir sie einsperren können, wenn wirklich mal was wäre.“ So habe man einen schnellen Zugang zu den Ochsen. Die Rinder bekommen im Stall täglich spezielle Futterpellets.
Seit November sind die drei Auerochsen nun schon in der Höllohe zu Hause, in Zukunft sollen es vier Tiere sein. „Geplant ist, dass zwischen Ende Juni und Anfang Juli ein Jungtier dazu kommt“, erklärt Dominik Hauser von der Pressestelle des Landratsamts Schwandorf auf Nachfrage. Es handelt sich dabei um einen Bullen.
„Heckrinder sollen in einer Herdenstruktur gehalten werden. Aus diesem Grund macht es Sinn, zuerst die drei Kühe ins Gehege zu lassen.“ Der Zeitpunkt zum Hinzubringen des Stiers hänge dann mit der „Familienplanung“ zusammen. Sobald der Stier in ein paar Wochen zur Herde gestoßen ist, soll es nicht lange dauern. „Mit dem jetzigen Zeitpunkt kommt möglicher Nachwuchs ab dem Frühjahr zur Welt“, so der Pressesprecher.
Langfristig werde die Auerochsen-Herde aber nicht recht viel größer. Ungefähr vier erwachsene Tiere mit Nachwuchs sollen im Gehege sein, so das Landratsamt. Genau dafür sei die eingezäunte, zwei Hektar große Fläche im Wildpark auch ausgelegt.
Die Auerochsen sind eigentlich ausgestorben
Mit dem Gehege wolle man den Besuchern heimische Wildtierarten näher bringen – der Auerochse als Ur- oder Wildform des heutigen Hausrinds passe dort hervorragend ins Konzept, so Hauser. „Gleichzeitig dienen die Auerochsen auch als Botschafter für Umweltschutz.“
Denn, wenn man es streng nimmt, sind die Auerochsen in der Höllohe gar keine richtigen Auerochsen: „Die letzten echten Auerochsen sind 1627 aufgrund der Zerstörung des natürlichen Lebensraums und Bejagung ausgestorben. Die heutigen Tiere sind Nachfahren der Abbildzüchtungen der Gebrüder Heck“, so Pressesprecher Hauser auf Nachfrage. Genau hier wolle die Höllohe als Mitglied des Vereins zur Förderung der Auerochsenzucht (VfA) mithelfen: „Allgemeines Ziel der Mitgliedsbetriebe im VfA ist es, die Rinderrasse Auerochsen (...) zu erhalten und in Richtung von Wildtieren weiterzuentwickeln.“ Durch das Netzwerk und das Zuchtbuch des Vereins könne man dann in Zukunft den Tierbestand auffrischen oder Jungtiere abgeben.
Eine Futterrutsche für das Gehege kommt
Der Bulle ist nicht die einzige Neuerung im Gehege der Auerochsen. Besucher sollen in Zukunft eine Möglichkeit haben, den Tieren näher zu kommen – mit einer Futterrutsche, die gegenüber des Ziegengeheges angebracht werden soll. Über diese sollen Gäste die Rinder füttern können. Ziel sei es, dass die Besucher noch mehr mit den Tieren in Kontakt kommen können, sagt Hauser. „Im August soll die Auerochsenanlage im Rahmen eines offiziellen Termins gesegnet werden.“
Generell hätten sich die Tiere in den vergangenen Monaten gut in Teublitz eingewöhnt. Die Ochsen seien zu Besucherlieblingen geworden und hätten sich auch gut an die Menschen angepasst. „Die Tiere stammen von einer ruhigen, landwirtschaftlichen Weidefläche. Umso schöner ist es, dass die Tiere inzwischen starkes Zutrauen zu den Tierpflegern gewonnen und sich auch an die Besucher gewöhnt haben“, so das Landratsamt.
Tierpfleger Merl ist nun fertig mit dem Morgenritual beim Gehege der Rinder, die Ochsen dürfen zurück auf die Weide. Zeit für andere Aufgaben in der Höllohe. Bis das neue Jungtier kommt und Gäste die Auerochsen füttern können, gibt es noch einiges zu tun – etwa die Tiere an die neue Futterstelle zu gewöhnen.