Schwandorf, Neunburg und Nittenau: So schlugen sich die drei Volksfeste im Vergleich

Gleich drei Volksfeste buhlten am Wochenende im Landkreis Schwandorf um die Gunst ihrer Besucher: Nittenau, Neunburg vorm Wald und das der Kreisstadt selbst. Während am Freitag noch Nieselregen die Stimmung zu drücken drohte, zeigte sich ab Samstag auch das Wetter von seiner freundlichen Seite. Doch was war auf den Festplätzen geboten? Wo warteten die größten Attraktionen auf die Besucher? Und wer hatte im Dreikampf der Volksfeste die Nase vorn?
Zwar begann das Wochenende mit wenig sommerlichen Aussichten. Am Freitag zeigte sich das Wetter in der Region immer wieder von seiner nassen Seite. In Neunburg mussten Helfer sogar mit Bierbänken gegen die Zeltdecke drücken, damit sich das Regenwasser nicht sammelte. Doch spätestens am Samstag hatte sich das Blatt gewendet. Die Sonne lockte die Menschen nach draußen – und die Volksfeste füllten sich zunehmend.
Dabei setzte jedes Fest eigene Akzente. In Nittenau spielte vor allem das Wetter den Veranstaltern in die Karten. Das Besondere dort: Die Bühne steht nicht im Festzelt, sondern davor unter freiem Himmel. Was an kühleren Tagen ein Risiko sein kann, wurde am Samstag zum großen Pluspunkt. Schon am späten Nachmittag füllte sich das Gelände merklich. Als die Band „Waidler Power“ aus Roding am Abend aufspielte, reichten die Plätze längst nicht mehr aus. Helfer trugen zusätzliche Bierbänke nach draußen, damit die Besucher noch einen Sitzplatz fanden.
Festzug bringt über Tausend Teilnehmer auf den Volksfestplatz
Dabei hatte das Volksfest zunächst eher verhalten begonnen. Der Festzug mit rund 1200 Teilnehmern sorgte am Freitag zwar für einen starken Auftakt, doch der Nieselregen ließ viele Gäste nach dem Anstich rasch wieder den Heimweg antreten. Am Samstag zeigte sich dagegen ein völlig anderes Bild. Ab dem späten Nachmittag kamen immer mehr Besucher hinzu. Gegen 20 Uhr herrschte Hochbetrieb, die Stimmung erreichte bis in die Nacht hinein ihren Höhepunkt.

Auffällig war vor allem das junge Publikum. Viele Besucher erschienen in Tracht und nutzten den Volksfestbesuch offenbar als Auftakt für einen längeren Sommerabend. Das Gelände selbst blieb überschaubar. Neben einer kleinen Buden- und Essensmeile lockte vor allem der Autoscooter die Besucher an. Familien schlenderten entspannt über den Festplatz, während vor der Open-Air-Bühne ausgelassen gefeiert wurde.
Ganz anders präsentierte sich das Volksfest in Neunburg vorm Wald. Im Stadtpark entstand eine klassische Volksfestatmosphäre. Die Fahrgeschäfte fielen zwar ebenfalls überschaubar aus, doch Autoscooter und das sogenannte Partyboot, die Schiffschaukel, erwiesen sich als Publikumsmagnete. Zeitweise bildeten sich sogar längere Warteschlangen.

Im Festzelt ließ die Stimmung nicht lange auf sich warten. Die Partyband Power legte früh los, die Besucher zogen mit. Spätestens als Leuchtstäbe durch die Reihen wanderten und zahlreiche Gäste auf Bänken und Tischen mitsangen, hielt es kaum noch jemanden auf seinem Platz. Zwar galt das Heimspiel der „Rotzlöffl“ am Freitag für viele als Höhepunkt des Wochenendes, doch auch am Samstag wurde kräftig weitergefeiert. Festwirt Matthias Meier zeigt sich deshalb zufrieden: „Es hat sich ein bisschen die Waage gehalten.“ Viele Besucher hätten die Außenbereiche genutzt, gleichzeitig sei aber auch das Festzelt gut gefüllt gewesen. „Wir sind rundum zufrieden.“
Konkurrenz, wie Schwarzhofener Marktfest, hat keinen spürbaren Einfluss
Das Publikum zeigte sich bunt gemischt. Neben Neunburgern waren zahlreiche auswärtige Besucher unterwegs. Trotz der Konkurrenz durch andere Veranstaltungen in der Region, etwa das Schwarzhofener Marktfest, blieb das Volksfest gut besucht. Viele junge Gäste kamen ebenfalls in Tracht. Die älteren Besucher zog es dagegen eher nach draußen auf eine Maß am Weizenflieger.
Auffällig war zudem die starke Unterstützung durch die örtlichen Vereine. Ohne deren Hilfe, so machte Meier deutlich, wäre ein Volksfest dieser Größenordnung kaum zu stemmen. Auf die Frage, ob die Veranstaltung ohne die Vereine überhaupt möglich wäre, antwortet er knapp: „Kann man deutlich nein sagen.“ Während er die Organisation übernehme, komme die nötige Manpower für Aufbau, Ausschank und Betrieb aus den Vereinen.

Schwandorf zeigte sich am Samstagabend von seiner gemütlichen Seite. Statt ausgelassener Partystimmung prägten entspannte Gespräche, volle Biergärten und ein überwiegend reiferes Publikum das Bild. Trachten waren deutlich seltener zu sehen als auf den Volksfesten in Nittenau oder Neunburg. Die Band auf der Bühne gab zwar alles, sorgte für gute Stimmung und überzeugte auch musikalisch. Viele Besucher zog es jedoch lieber nach draußen. Mit Blick auf die Naab oder vor dem Zelteingang verbrachten sie den Abend lieber in geselliger Runde mit Freunden und Familie, während im Festzelt noch einzelne Plätze frei blieben.

Auch der neue Festwirt Bastian Schuhmann sorgte für Gesprächsstoff. Viele Besucher wollten sich ein Bild vom neuen Konzept machen. Vor allem Service und Bewirtung wurden vielfach gelobt. Die Bedienungen arbeiteten schnell und aufmerksam, viele Gäste zeigten sich mit Essen und Ablauf zufrieden.

Für Schuhmann war das Volksfest zugleich ein Praxistest. „Für das nächste Mal müssen wir schauen, ob das Zelt zu groß oder zu lang ist“, sagt er. Der Biergarten sei zwar schön geworden, für die Musik aber teilweise „tödlich“, weil sich die Besucher stärker auf die Außenbereiche verteilten. Vieles sei im Vorfeld Theorie gewesen. Nun gelte es zu analysieren, was sich in der Praxis bewährt habe. Grundsätzlich zieht der Festwirt jedoch ein positives Fazit. Wichtig sei vor allem, dass sich die Gäste wohlfühlen und auch das Personal langfristig gehalten werden könne. Sein Eindruck nach dem ersten Jahr: „Leute haben Bock auf Schwandorf.“
So unterschiedlich die drei Volksfeste auch waren, einen Verlierer gab es an diesem Wochenende nicht. Nittenau lockte mit seiner besonderen Open-Air-Atmosphäre, Neunburg mit Feierlaune im Festzelt und Schwandorf mit entspanntem Biergartenflair. Trotz zahlreicher Parallelveranstaltungen fanden alle drei Feste ihr Publikum. Während andernorts häufig über sinkende Besucherzahlen geklagt wird, zeigte sich in der Region das Gegenteil: Die Menschen nahmen das vielfältige Angebot dankbar an.