Rekord beim Run for Rett ist geknackt: Mehr als 700 Läufer sammeln Spenden für Ella

Der Rekord ist geknackt: 5375 Runden haben 741 Läuferinnen und Läufer beim Run for Rett in Herrnried am Wochenende zurückgelegt. Einzelsieger wurde Richard Kirschner aus Dietfurt, der 48 Runden, also 52,8 Kilometer geschafft hat. Es war zu erwarten, dass beim großen Fest im eher kleinen Herrnried mit seinen 250 Einwohnern der Lauf in seiner zweiten Auflage zur absoluten Attraktion in der Region werden würde.

Im Vorfeld waren zahlreiche Wetten abgeschlossen worden, ob die 741 Läuferinnen und Läufer den Rundenrekord aus dem letzten Jahr von 5180 knacken würden. Die meisten waren skeptisch: hatten im letzten Jahr doch mehr als 1300 Läuferinnen und Läufer teilgenommen – also deutlich mehr als diesmal. Auch bei den Bambinis und Kindern wagten sich nur 199 Teilnehmer gegen 299 aus 2025 auf die 1,1 km lange Strecke.
Herrnried und Seubersdorf: Zwei Orte halten fest zusammen
Was hat nun den neuen Rekord ausgemacht? Erstens: Das große Engagement der diesjährigen Teilnehmer. Zweitens: Der tolle Zusammenhalt zweier Vereine bzw. Orte. In Seubersdorf findet alljährlich der Silvesterlauf statt, bei dem Moderator Christoph Wittmann die Leitung innehat. Dort sind die Herrnrieder regelmäßig zu Gast.
Zusammen mit Wittmann haben die Herrnrieder nun den ehemaligen Stadionsprecher Willi Meyer als Moderator verpflichtet. Wittmann und Meyer waren es schließlich, die die Läuferinnen und Läufer fünf Stunden lang immer wieder motivierten, weiter zu laufen oder nach einer Pause noch einmal eine Runde zu starten.
Und es wurde zum Ende hin reichlich spannend: Um 16.45 Uhr wurde die Runde 5100 eingeläutet. Um 16.51 Uhr Runde 5160 und um 16.55 Uhr Runde 5184 – der Rekord war geknackt. Bis zum Ende um 18 Uhr tröpfelte noch noch einige Runden ein, bis der Endstand von 5375 erreicht war.
Unter den Läuferinnen war auch eine bekannte Triathletin zu finden: die Europameisterin im Cross-Triathlon und mehrfache Bayerische und deutsche Meisterin in unterschiedlichen Triathlon-Distanzen Astrid Zunner aus Velburg.
Zunner und Benz: Bekannte Läufer motivieren Hobby-Läufer zusätzlich
Das Rett for Run-Team konnte als Schirmherren Bürgermeister Josef Bauer und den ebenso bekannten Läufer Marco Benz gewinnen. Bauer erklärte: Herrnried sei zwar nicht der größte Ortsteil von Parsberg – „aber was die zum zweiten Mal auf die Beine gestellt haben, ist fantastisch. Das Ehrenamt ist dabei natürlich das A und O“.

Bauer sei schon im letzten Jahr total überrascht gewesen – der Lauf habe sich zu einem Volksfest entwickelt. Marco Benz schlug in dieselbe Kerbe und versicherte, dass er die Schirmherrschaft übernommen habe, um andere Sportlerinnen und Sportler zum Mitmachen zu motivieren. „Ich tu das vor allem für Ella und alle anderen Mädchen, die am Rett-Syndrom leiden“.
Ellas Vater zeigte sich im Interview zuversichtlich, dass diese und andere Spendenaktionen zur weiteren Erfolgen in der Rettforschung beitragen. „Ein neues Zeitalter in der Forschung bricht an“, weiß Robert Harteis: „Die Forscher wissen mittlerweile, dass das Rett-Syndrom durch Veränderungen im MeCP2-Gen verursacht wird. Das bedeutet, sie können jetzt direkt an der Ursache der Krankheit arbeiten“.
Die Organisatoren des Laufs rechnen noch mit weiteren Spenden. Es gab eine Bühne mit musikalischen Live-Acts, eine Tombola mit Preisen, ein buntes Programm für Kinder, Kaffee und Kuchen, erfrischende Getränke, Grillspezialitäten und vieles mehr.
Die Fieranten, alles freiwillige Helfer, versicherten: „Wir spenden zu 100 Prozent“. Alle Spenden aus allen Richtungen, müssen natürlich erst ermittelt und gesammelt werden. Unser Medienhaus wird zu gegebener Zeit darüber berichten.