Parsberg: Ganzes Dorf kämpft beim Run for Rett gegen Ellas seltene Krankheit

Von Markus Rath · 10. Juni 2026 um 17:00

5180 Runden. Mehr als 5600 gelaufene Kilometer. 100 000 Euro Spendensumme. Als im vergangenen Jahr der erste „Run for Rett“ in Herrnried über die Bühne ging, übertraf der Benefizlauf alle Erwartungen. In zwei Tagen startet die zweite Auflage – und die Organisatoren hoffen darauf, den Rekord von 2025 noch einmal zu übertreffen.

Einer, der die besondere Atmosphäre des Premierenlaufs noch genau in Erinnerung hat, ist Schirmherr Marco Benz. Eigentlich hatte sich der Läufer im vergangenen Jahr nur zehn Runden vorgenommen. Am Ende wurden daraus 33 Runden – und somit rund 34 Kilometer.

„Es war heiß und eine tolle Stimmung“, sagt Benz rückblickend. Überall habe Musik gespielt, Anwohner hätten die Läufer mit Wasser aus dem Gartenschlauch abgekühlt und mit Getränken versorgt. Gemeinsam mit dem Passauer Spitzenläufer Marco Pscheidl sei er Runde um Runde gelaufen. „Wir haben uns nett unterhalten, waren beide in der Marathonvorbereitung.“

Zusammenhalt im Dorf begeistert Schirmherren

Gerade diese Mischung aus sportlicher Herausforderung, Gemeinschaft und Emotionen habe den Lauf so besonders gemacht. „Ich hoffe, dass wir Ella und allen anderen kranken Mädchen helfen können“, sagt Benz. Besonders beeindruckt habe ihn der Zusammenhalt in Herrnried. „Es ist toll, wie das Dorf anpackt, wie einer dem anderen hilft und diese Veranstaltung organisiert. Das ist Wahnsinn für so ein kleines Dorf – eine tolle Idee und einfach genial, diesen wunderbaren Zusammenhalt zu erleben.“

Ob Benz heuer selbst viele Kilometer sammeln kann, ist offen. Seit längerer Zeit plagt ihn eine Verletzung. „Ich hoffe, dass ich vorher grünes Licht bekomme und am Samstag wieder langsam ins Laufen einsteigen kann“, sagt er.

Bürgermeister Josef Bauer fungiert wieder als Schirmherr. - Foto: Sandra Hirschmann

Auch Parsbergs Bürgermeister Josef Bauer unterstützt den „Run for Rett“ erneut als Schirmherr. „Das ist eine wahnsinnig tolle Aktion“, sagt Bauer. „Es ist unheimlich wichtig, auf die Krankheit aufmerksam zu machen.“ Was beim ersten Benefizlauf erreicht worden sei, bezeichnet er als „phänomenal“. Deshalb sei es für ihn selbstverständlich gewesen, die Veranstaltung erneut zu unterstützen – auch mit einer persönlichen Spende.

Schwierige Situation von Ellas Familie im Blick

„Ich bin stolz auf das Dorf. Das zeigt, wie stark man zusammenhalten kann. Hier wird eine wahnsinnige Leistung vollbracht“, sagt Bauer. Er sei überzeugt, dass der zweite Lauf „so gut oder sogar noch besser wird wie der erste“.

Gleichzeitig verweist Bauer auf die schwierige Situation der betroffenen Familien. „Die Eltern sind natürlich in einer tragischen Situation, weil sie dem Kind nicht wirklich helfen können“, sagt er. Gerade deshalb müsse alles getan werden, um die Erforschung des Rett-Syndroms voranzubringen. Nur so sei es möglich die seltenen neurologischen Entwicklungsstörung, die fast ausschließlich Mädchen betrifft, irgendwann heilen zu können. „Da reicht es nicht, nur von Solidarität zu sprechen. Man muss aufstehen, etwas tun und das Projekt unterstützen.“