Solo für Kaulquappe und Fledermaus: Kostenloses Picknick-Konzert im Museumsgarten Kelheim

Von Martina Hutzler · 12. Juni 2026 um 05:00

Konzerte gab’s ja schon einige im Archäologischen Museum. Aber noch nie standen Kaulquappe, Fledermaus und Co. auf der Besetzungsliste. Deshalb sind selbst die Organisatoren des kostenlosen Picknick-Konzerts am Samstagabend, 27. Juni, gespannt, was ihnen „Auf dem Klangteppich der Wildnis“ so alles um die Ohren zwitschert, brummt und flötet.

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Für Franziska Jäger vom „Nationalen Naturmonument Weltenburger Enge“ (NNM) ist es „definitiv ein Highlight unseres Programms heuer“: eine musikalische Reise durch heimische Nationalparks und Schutzgebiete, bei der Tiere und sogar Pflanzen als Solisten vor Hightech-Mikrofone geholt worden sind. Darunter auch solche, die in der Weltenburger Enge zuhause sind. „Konzertmeister“ und zugleich Mitwirkende sind Ursula und Frank Wendeberg aus Regenstauf.

Technik macht Fledermäuse für uns hörbar

Frank Wendeberg ist Musiker, Komponist und Tontechniker. Zwei Jahre lang hat er zusammen mit seiner Frau Ursula deutschlandweit typische Geräusche, Tierlaute und Klänge eingesammelt und sie in eigene Kompositionen eingebaut: vom gluckernden Moos über den nagenden Borkenkäfer und die rufende Kröte bis zur Fledermaus, deren (für uns Menschen unhörbare) Ultraschall-Rufe er eigens „tiefergelegt“ hat.

All diesen „Vielklang der Natur“, so der Projektname, kombiniert er mit eigener Musik, die Weltmusik, Klassik und Jazz. Mit einem Instrumentarium, das ähnlich neugierig macht wie die tierischen Interpreten. Wer kennt denn schon den Sound von Lithophon, Handpan oder Sansula…?

Kennenlernen können ihn alle, die sich am Samstag, 27. Juni, ins Archäologische Museum Kelheim aufmachen. Gerne ausgestattet mit Picknickdecke und -zubehör, rät Museumsleiter Bernd Sorcan – bei schönem Wetter ist nämlich der lauschige baumbestandene (aber nicht bestuhlte) Museumsgarten Schauplatz für das Konzert. Bei Regen findet es in der (bestuhlten) Museums-Aula statt. Hier wie dort können sich die Besucher beim Museumsteam mit einem Glaserl Wein, Bier oder Nicht-Alkoholischem versorgen, und mit „Steckerl-Eis“.

Einlass ist ab 18.15 Uhr, eine Anmeldung nicht erforderlich. Denn der Eintritt ist eh frei. Möglich ist dies, weil das Konzert Teil ist des Veranstaltungsprogramms vom NNM-Naturerlebniszentrum und Landschaftspflegeverband Kelheim. Und das zu Recht, sagt Franziska Jäger, Leiterin der NNM-Umweltbildung: „Tiere und Pflanzen vertonen – das ist mal eine ganz andere Wahrnehmung von Natur als üblich“ – auch sie selbst, die die Weltenburger Enge kennt wie ihre Westentasche, ist schon „richtig gespannt, wie sich das anhört!“

Bernd Sorcan ist außerdem sehr neugierig darauf, wie die Wendebergs ihr Vorhaben technisch umgesetzt haben. „Überhaupt auf so eine Idee zu kommen, ist faszinierend!“ Kein Wunder, dass das Projekt des naturverliebten Ehepaars bayernweit auf Interesse gestoßen ist; unter anderem BR-Klassik widmete den Wendebergs voriges Jahr eine Reportage.

Museumsgarten: die „kleine Oase“ soll bekannt werden

Für Museum und NNM ist das Konzert ein weiterer Baustein der Zusammenarbeit, die Bernd Sorcan und Franziska Jäger ausbauen wollen. Und zudem, ergänzt Sorcan, sei es eine gute Gelegenheit, die Kelheimerinnen und Kelheimer mal wieder an ihre „kleine grüne Oase in der Innenstadt“ zu erinnern: Der Museumsgarten ist, unabhängig von Öffnungszeiten, immer zugänglich – ein Ort, „an dem man zwischendurch die Seele baumeln lassen kann…“

Mit Hightech hat Frank Wendeberg den Sound der Natur eingefangen – und zu einem ungewöhnliche Konzert verwoben, das am 27. Juni im Kelheimer Museumsgarten Station macht. - Foto: Ursula Wendeberg