Lieber Handwerk statt Studium: Friseurin (25) aus Waldmünchen unter den Besten ihres Jahrgangs

Von Martin Hladik · 10. Juni 2026 um 11:00

Die 25-jährige Frisörmeisterin Lissi Lintl aus Waldmünchen (Landkreis Cham) ging lieber ins Handwerk, statt zu studieren. Jetzt arbeitet sie bei ihrer Tante im Salon und zeigt in einer Frisörschule in Weiden angehenden Meisterinnen Tipps und Tricks.

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Lintl ist 25 und frischgebackene Frisörmeisterin, noch dazu ausgezeichnet mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung, den die besten 20 Prozent des Jahrgangs erhalten. Wenn zwei Tanten Frisörinnen sind, dann zieht es einen auch selbst zum Friseurberuf. Ihre Tante Jutta Wittman habe über Jahrzehnte einen Salon in der Schulstraße gehabt. Ihre andere Tante, Sandra Preißer, führe den Laden weiter. „Ich bin damit aufgewachsen und schon als Kind im Laden gestanden“, beschreibt Lintl ihren Berufsweg. Und dennoch hatte sie zunächst eine andere Vorstellung davon, was aus ihr werden sollte.

Meisterausbildung an der Frisörschule Müller

Nach ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau machte sie zunächst ihr Abitur an der FOS/BOS und wollte danach Lehrerin für Mathematik und Englisch werden, erzählt Lintl. Weil aber ihre Tante im Salon Preißhair Unterstützung brauchte, habe sie die Ausbildung zur Frisörin gemacht und mit der Meisterprüfung abgeschlossen. Ihren Meister habe sie allerdings an der Frisörschule Müller in Weiden gemacht. Das ist eine auch überregional bekannte Friseurschule, die Fachkurse abbietet.

Durch die Schule ist in gewisser Weise auch Lintls Wunsch Lehrerin zu werden, erfüllt worden. Denn die private Frisörschule hat ihr angeboten, als Ausbilderin zu arbeiten. Das tut sie an vier Tagen der Woche. Im Frisörsalon in Waldmünchen ist sie die Frau, die „nur freitags da“ ist, wie sie sich selbst auf Instagram beschreibt.

Gestaltung und Technik nennt sich der Unterrichtsbereich, in dem Lintl anderen Friseurinnen Neues beibringt. „Wir wissen in Bio, Chemie und Physik Bescheid“, sagt die Frisörmeisterin überzeugend und beschreibt , dass das alles zusammen zum Beispiel wichtig sei, wenn man Haare richtig und schön färben wolle. Da könnten in falschen Händen durchaus Unfälle passieren, macht die Fachfrau deutlich. Neben solchen Wissensgebieten sei aber auch Salonmanagment und die Praxis in Schnitt und Farbe ihre Themen.

Am Freitag kümmert sich Lintl ganz um die Kunden in Waldmünchen. Und das mit Begeisterung. Es sei einfach ein Anreiz zu sehen wie Frisöre „Menschen immer wieder ein Lächlen ins Gesicht zaubern kann“, sagt die junge Meisterin.

Nach dem Abi muss es nicht immer ein Studium sein

Der Frisörberuf beinhalte zehn Berufe in einem. Man sei Handwerker, aber müsse auch über medizinische Fragen Bescheid wissen und psychologisch geschickt sein. Es freue sie immer, wenn sie jemand den Mut zu einer neuen Frisur machen konnte, der sich sonst vielleicht nicht getraut hätte.

Ihr eigener Lebensweg habe sie überzeugt, dass es nicht immer ein Studium sein müsse, dass aufs Abitur folge. Auch das Handwerk biete sehr viele Möglichkeiten. Womit sie durchaus einen Trend ihrer eigenen Generation trifft.

Auch wenn sich Lintl selbst als eine Person beschreibt, die viel arbeitet, ein Hobby hat sie dann doch: Sie macht in Tiefenbach beim Theater mit.