Besuchermagnet: Perfektes Wetter lockt die Gäste zahlreich auf das Heimatfest in Rötz

Fünf Tage schönster Ausnahmezustand sind in Rötz mit einem großen Finale am Heimatfest-Sonntag zu Ende gegangen. Und besser hätte es eigentlich gar nicht laufen können, sind die Beteiligten sich einig.
Für Gerhard Hofmann war es das erste Heimatfest in der Funktion als Erster Bürgermeister der Stadt, wodurch er automatisch Vorsitzender des Heimatfest-Ausschusses ist. Heuer habe er dadurch erstmals viele repräsentative Aufgaben beim Fest übernehmen müssen, und durch sein gutes Team im Heimatfest-Ausschuss habe er sich darauf auch konzentrieren können. Dank perfektem Heimatfest-Wetter – sonnig, aber nicht zu heiß–, habe es in diesem Jahr besonders viele Besucher auf die Festwiese und ins Zelt gezogen. Schon zum Auftakt am Mittwoch seien so gut wie alle Tische reserviert gewesen, so Hofmann.
Täglich gab es ein Programm, bei dem wieder für jeden und für alle Generationen etwas dabei war: die Line Dance-Party, die Tanzeinlagen der Kindertanzgruppe, der Kinder- und der Seniorennachmittag, das Bierkisten Stapeln und das Preisschafkopfturnier. Besonders großer Beliebtheit erfreut hat sich auch das Zweiradtreffen mit dem vergünstigten Preis für eine Maß Radler am Donnerstagnachmittag. Bekannt ist das Rötzer Heimatfest natürlich auch für die Spitzen-Bands, die abends auftreten und ein dementsprechend volles Festzelt.
Der ganze Landkreis zu Besuch in Rötz
Er persönlich habe sich besonders darüber gefreut, dass das Städte- und Gemeindetreffen so überaus gut besucht war, so Hofmann. Neben Landrat Christian Schindler und MdL Julian Preidl waren etwa auch alle drei Bürgermeister der Stadt Cham, zahlreiche Bürgermeister sowie Stadt- und Gemeinderäte aus dem gesamten Landkreis und vor allem dem Altlandkreis Waldmünchen zu Besuch in Rötz gewesen.
Der Höhepunkt war heuer das FFW-Fest am Sonntag mit dem Festgottesdienst und Festakt zur Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses und des neuen Mehrzweckfahrzeuges. Etwa 40 Vereine hatten sich an dem Kirchenzug und dem Festakt beteiligt. Die Resonanz beim sich an den Festakt anschließenden Tag der offenen Tür sei sehr gut gewesen, berichten Kommandant Michael Dommer und Schriftführerin Sonja Meyer: Die nachmittags für die Bevölkerung im FFW-Haus angebotenen Führungen seien sehr gut angenommen worden.
Eine positive Bilanz kann auch aus Polizeisicht gezogen werden: Wie Bianca Drechsel, Leiterin der Polizeistation Waldmünchen, angibt, sei das Fest heuer sehr friedlich verlaufen. Es seien lediglich kleinere Einsätze zu verzeichnen gewesen. Besonders erfreulich: Alkoholfahrten wurden nicht festgestellt. Aufgefallen seien den Beamten jedoch Parkverstöße im zweistelligen Bereich in der Feuerwehr-Anfahrtszone, dafür mussten etliche Strafzettel ausgestellt werden.
Wie Josef Brandl, der ehrenamtliche Geschäftsführer der Rötzer Malteser, angibt, sei es auch für den MHD wieder ein relativ ruhiges Fest gewesen. Um die 20 kleinere Verletzungen seien zu versorgen gewesen, in etwa so viele wie jedes Jahr während der fünf Tage. Auf jeden Fall, so Brandl, habe man wieder gesehen, wie entscheidend es sei, dass der Malteser Hilfsdienst auf dem Fest vor Ort sei.
Der einsatzreichste Abend ist alljährlich der Samstag: Dann halten die meisten sich wohl länger auf dem Fest, weil sie am nächsten Tag frei haben. Nächstes Jahr wolle man deshalb eine weitere Mannschaft stellen, da es an solchen Abenden zu zweit dann doch schwierig sei.

Manuel Ploss war heuer erstmals nicht nur mit seinem Losstand, sondern auch mit dem „Süßen Fischer“, den er von Angelika Fischer übernommen hat, auf dem Fest vertreten. „Es war ein sehr schönes Fest“, sagt auch er. Mit dem Umsatz auf dem Heimatfest ist er – „wie gewohnt“ – zufrieden. In Rötz falle ihm alljährlich positiv auf, dass die Bürger hier oft (fast) jeden Tag auf ihr Fest gehen würden – vor allem in größeren Städten würde man das oft nicht mehr so sehen.
In gewohnter Manier versorgte Theos Fischladl die Besucher mit bekannten Fischspezialitäten. Als Festküche konnte „Zum Woidjäger“ von Reinhold Winterl aus Bernried bei Deggendorf für das Heimatfest gewonnen werden. Vroni Wiehtaler berichtet, dass man sehr zufrieden sei und positiv überrascht war vom Fest und vom Zusammenhalt der Gemeinde, der Vereine und der Festbesucher. „Wir stammen ja aus dem ,anderen‘ Bernried und sind sehr freundlich empfangen worden.“
Die gesamte Speisekarte sei sehr gut angenommen worden, darunter auch das vegane Chili als Alternative für die Veganer und Vegetarier. Das Rehragout sei so gut angekommen, dass es tatsächlich „leer gegessen“ wurde, berichtet Vroni Wiehtaler. Dieses Gericht könne man nur in einer gewissen Menge anbieten, da das Wild dafür selbst erlegt werde. „Es hat allen geschmeckt“, fasst sie zusammen, was sie von den Festbesuchern gehört hat.
Demnächst werde man sich mit dem Ausschuss für ein Abschlussgespräch zum diesjährigen Heimatfest zusammensetzen und dann auch besprechen, wie es nächstes Jahr weitergehe. Auch der Umsatz müsse dafür berücksichtigt werden, da man aus dem niederbayerischen Bernried durch die weitere Distanz wesentlich höhere Fahrtkosten habe.
Ansprechpartner für alle Anliegen

Auch für das Rötzer Festbier zieht Anton Eberl vom Stamsrieder Getränkehandel, der die Rötzer Genossenschaftsbrauerei übernommen hat, ein positives Fazit. Auch wenn der ein oder andere das Festbier vielleicht als etwas stark empfunden habe, sagt er mit einem Augenzwinkern, geschmeckt hat es auf alle Fälle. „Es hatte eine schöne Farbe und einen super Schaum.“
Ein großes Lob spricht er der Stadtverwaltung und dem Bauhof aus, an die er sich mit allen Anliegen habe wenden können, den Mitarbeitern der Brauerei, den Bedienungen und allen anderen am Fest Beteiligten. Und an Florian Kestler, der fünf Tage lang ehrenamtlich auf dem Fest ausgeschenkt habe.