Feuerwehrgerätehaus und Mehrzweckfahrzeug der FFW Rötz erhalten kirchlichen Segen

Von Stefanie Bauer · 8. Juni 2026 um 05:00

Am Heimatfest-Sonntag erhielten das neue Feuerwehrgerätehaus und das neue Mehrzweckfahrzeug der FFW Rötz bei einem großen Festakt den kirchlichen Segen. Der Feiertag, an dem die Sonne vom Himmel strahlte, begann morgens, als Feuerwehren, Ehrengäste, weitere Vereine und Zugteilnehmer sich für den Kirchenzug in der Bahnhofsstraße aufstellten. Wie bedeutend dieses Ereignis für die gesamte Region ist, erkannte man beim Zug zur Pfarrkirche St. Martin an dem nicht enden wollenden Strom der Teilnehmer.

Den Festgottesdienst zelebrierte Pfarrer Alfons Eder aus der Seelsorgeeinheit Schönthal-Döfering-Hiltersried in Vertretung des erkrankten Rötzer Stadtpfarrers Alexander Dyadychenko. Beim Gottesdienst wie schon beim Kirchenzug und später beim Festakt sorgte die Blaskapelle St. Nikolaus Heinrichskirchen für einen überaus feierlichen Rahmen.

Die Rötzer Wehr freute sich über zahlreiche Gäste beim großen Festakt am Feuerwehrgerätehaus. - Foto: Stefanie Bauer

In seiner Predigt hob Pfarrer Eder die große Bedeutung der Ehrenamtlichen hervor: Als der liebe Gott „Feuerwehrmann und Feuerwehrfrau“ geschaffen habe, habe er auf die Frage, warum er schon am sechsten Tag Überstunden mache, geantwortet: „Das muss noch fertig werden, es ist ein ganz wichtiges Modell.“ Erst wenn dieses fertig sei, könnten die anderen Geschöpfe beruhigt den Sonntag feiern. Ein Segen sei, „was Sie für die Allgemeinheit tun“, sagte er an die Ehrenamtlichen gerichtet und dafür ein „Vergelt‘s Gott“. Nach einem Applaus für die Blaskapelle St. Nikolaus schloss der Gottesdienst feierlich mit dem Lied „Großer Gott, wir loben Dich“.

„Investition in die Sicherheit der Bürger“

Der Kirchenzug führte von der Bahnhofsstraße in die Pfarrkirche St. Martin. - Foto: Stefanie Bauer

Wieder zurück beim Feuerwehrhaus, begrüßte Martin Hofstetter, Vorstand der Rötzer Wehr, den Bürgermeister der Stadt und seine Stellvertreter, die zahlreich erschienenen Stadträte, MdB Martina Englhardt-Kopf, MdL Julian Preidl, die FW-Führung auf Kreis- und Gemeindeebene, alle Feuerwehren aus der Umgebung, eine Abordnung der Feuerwehr aus der Partnergemeinde Dily sowie zahlreiche weitere Ehrengäste.

Bei der anschließenden Segnung sprach Pfarrer Eder auch seine persönlichen Wünsche an die Ehrenamtlichen aus, sie mögen von den Einsätzen immer gut wieder heim kommen. Das neue Feuerwehrgerätehaus als auch das neue Fahrzeug mögen dazu beitragen, Katastrophen abzuwehren.

Für den Festgottesdienst war die Pfarrkirche St. Martin passend geschmückt. - Foto: Stefanie Bauer

Bürgermeister Gerhard Hofmann betonte, was für ein wichtiger Meilenstein mit dem Bau für die Feuerwehr und die gesamte Stadt erreicht worden sei. Ein Projekt, das viele Jahre diskutiert, geplant und schließlich gebaut worden sei, habe abgeschlossen werden können. Der Bürgermeister ging auf die stetig wachsenden Anforderungen an die Feuerwehren ein, die den Bau notwendig gemacht hätten. Dieser sei Voraussetzung, dass die Wehr ihren unverzichtbaren Dienst, Schaden von der Bevölkerung abzuwenden, weiterhin erfüllen könne. Dieses Ehrenamt verdiene höchste Anerkennung und Respekt.

Auch bei der FW Hetzmannsdorf steht ein großes Fest vor der Tür. - Foto: Stefanie Bauer
Die FW Pillmersried, die 2025 Gründungsfest feierte, nahm am Kirchenzug teil. - Foto: Stefanie Bauer

Es handle sich nicht nur um eine Investition in ein Gebäude, sondern vor allem in die Sicherheit der Bürger. Hofmann bedankte sich bei den planenden und bauausführenden Firmen sowie bei seinen Amtsvorgängern. Der Startschuss war unter Ludwig Reger erfolgt, Dr. Stefan Spindler war mit der Verwirklichung betraut. Und nicht zuletzt galt Hofmanns Dank den Mitgliedern der Feuerwehr selbst für ihren Einsatz, ihre Kameradschaft und ihr Verantwortungsbewusstsein. „Möge das Feuerwehrhaus stets ein Ort der Kameradschaft und Hilfsbereitschaft sein.“

Bürgermeister Hofmann bei seiner Rede - Foto: Stefanie Bauer
Pfarrer Eder segnet die neuen Räume. - Foto: Stefanie Bauer

Die Bundestagsabgeordnete und Heimatstaatssekretärin Martina Englhardt-Kopf dankte den Ehrenamtlichen dafür, die zu jeder Tages- und Nachtzeit für den Einsatz in der Feuerwehr da seien. Das sei gelebtes ehrenamtliches Engagement und zeige auch die Verbundenheit mit der Heimat. Nicht nur als Rettungsorganisation, auch im sozialen Bereich leisten die Feuerwehren enorm Wichtiges, und das „über Generationen hinweg“, wie im Bereich der Jugendarbeit. Werte vorzuleben und zu vermitteln, das sei „von unschätzbarem Wert“.

Die besten Wünsche von Martina Englhardt-Kopf für die Rötzer Wehr - Foto: Stefanie Bauer

MdL Julian Preidl merkte an, dass „die gesamte Region“ zu diesem feierlichen Anlass gekommen sei, zeige dessen große Bedeutung. Die Feuerwehren würden neben ihren zahlreichen wichtigen Aufgaben im Rettungswesen auch einen großen Beitrag zur Kultur leisten. Nachts um halb vier nicht nur für große, sondern auch für kleinere Einsätze auszurücken, das verdiene höchste Anerkennung. Das Geld für das neue Feuerwehrgerätehaus sei „sehr gut investiert“.

Auch MdL Julian Preidl zählte zu den Ehrengästen. - Foto: Stefanie Bauer

Kreisbrandinspektor Norbert Auerbeck sprach für den gesamten KBI-Bereich und für alle FW-Führungskräfte und überbrachte die Grüße des Kreisbrandrats Michael Stahl. In der 158-jährigen Geschichte der Rötzer Wehr sei der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses ein „Meilenstein“. Es habe zudem den für die Stadt sehr glücklichen Umstand gegeben, dass die Förderung dafür verdoppelt worden sei. Er selbst sei damals bei der Rötzer Wehr in den Feuerwehrdienst eingetreten.

FW-Vorstand Hofstetter (li.) und Kommandant Dommer mit Pfarrer Eder - Foto: Stefanie Bauer

Nach einigen Anekdoten aus der Rötzer Feuerwehrgeschichte sprach Auerbeck im Namen des gesamten Kreisfeuerwehrverbands einen Dank aus an alle, die ihren Beitrag zum Bau geleistet haben, allen voraus die Mitglieder der Rötzer Wehr, die hier viel in Eigenleistung gestemmt haben. An Michael Dommer, den Kommandant der FFW Rötz, überreichte er eine Christophorus-Plakette für das neue Mehrzweckfahrzeug.

Auch Dommer blickte gemeinsam mit den Festbesuchern auf die Geschichte der FFW Rötz zurück, die im Jahr 1868 begonnen hat, und auf die großen Veränderungen, die es in all diesen Jahrzehnten gegeben hat – immer begleitet von stetig sich verändernden Anforderungen. Ende 2023 schließlich sei der Beginn der Bauarbeiten für das neue FW-Gerätehaus erfolgt mit acht neuen Stellplätzen, der Schlauchpflegeanlage, ausreichendem Lagerraum und einem hochwertigen Verwaltungstrakt. Die Feuerwache sei nicht nur Einsatzzentrale, sondern auch Ausbildungsort, betonte Dommer. Besonders stolz sei man auf die räumliche Integration der Kinder-Feuerwehr, der Rötzer Blaulichtbande.

KBI Norbert Auerbeck sprach im Namen des gesamten Kreisfeuerwehrverbands einen Dank aus an alle, die ihren Beitrag zum Bau des Feuerwehrgerätehauses geleistet haben. - Foto: Stefanie Bauer

Blick ins FW-Haus bei Tag der offenen Tür

Das FW-Haus solle eine „Begegnungsstätte aller Feuerwehr-Generationen“ sein. „Wir sichern damit nicht nur unsere Einsatzbereitschaft, sondern auch den künftigen Feuerwehr-Nachwuchs.“ Ein Dank des Kommandanten ging an alle, die sich mit Herzblut an dem Projekt beteiligt haben, Planer, Unternehmer, die Stadtverwaltung und „die Helfer aus unseren Reihen“. „Wir werden das Feuerwehrhaus gemeinsam mit Leben füllen“, versprach der Kommandant, wofür er großen Applaus erntete.

Nachmittags hatten alle Interessieren Gelegenheit, bei einem Tag der offenen Tür einen Blick in das neue Feuerwehrgerätehaus zu werfen.

Eine Fahne wird neben der anderen aufgereiht für den großen Festakt beim neuen Feuerwehrgerätehaus. - Foto: Stefanie Bauer