Das neue Feuerwehrhaus ist ein Segen für die Stadt Rötz

Nun ist es soweit gewesen: Bürgermeister Dr. Stefan Spindler und Kommandant Michael Dommer haben den Schlüssel für das neue Feuerwehrhaus in Empfang genommen. Bei einer Feierstunde im Gerätehaus wurde dieser feierliche Akt vollzogen.
Bürgermeister Spindler durfte eine Vielzahl von Ehrengästen im Rötzer Gerätehaus begrüßen, allen voran Landrat Franz Löffler, KBR Michael Stahl, KBI Norbert Auerbeck, KBM Toni Semmelbauer und den kompletten Verwaltungsrat der Feuerwehr Rötz.Außerdem waren auch einige Vertreter der Architekturbüros und der ausführenden Firma anwesend. Stellvertretend begrüßte er besonders Markus Weber von der Schnabel Architekten GmbH.Der 14. November ist und wird ein besonderes Datum für die Rötzer Feuerwehr sein. Am 14. November 2022 wurde der Bauantrag gestellt. Am 14. November 2023 erfolgte der Spatenstich, und nun, zwei Jahre später, genau an diesem Datum wurde nun der Schlüssel offiziell übergeben.

Die Planung war nicht so einfach und musste mehrmals neu aufgesetzt werden. Der Durchbruch kam dann insbesondere durch die Bereitschaft der Feuerwehr Rötz, etwas zu reduzieren und in sehr hohem Maß eine Eigenleistung zu erbringen. Man hatte dann auch noch Glück, dass die Förderung von 855 000 Euro auf 1,7 Millionen Euro erhöht wurde. Der Eigenanteil der Stadt lag nun bei ungefähr zwei Millionen Euro.
Unterschiedliche Ideen
Die Baudurchführung gestaltete sich – ebenso wie zuvor schon die Planung – als anstrengend: Es gab sehr viele unterschiedliche Akteure und Interessen, die unter einen Hut zu bringen waren. So wie es bei Fußball-Länderspielen 80 Millionen Nationaltrainer in Deutschland gibt, gab es beim Feuerwehrhausbau in Rötz sehr viele Bauherren mit unterschiedlichen Ideen.
Aber „heute“ ergeht ein herzliches Vergelt‘s Gott allen Baufirmen, Handwerkern, Planern und Dienstleistern, „ich glaube es sind an die 70 Adressen, die beim Bau mitgewirkt haben“. Spindlers großer Dank zum Schluss gilt der Feuerwehr Rötz. „Ihr habt jetzt zwei Jahre auf der Baustelle gelebt und die Rege Einsatztätigkeit als Stützpunktfeuerwehr trotz aller Erschwernisse in dieser Zeit vorbildlich aufrechterhalten. Ihr habt durch die hohe Eigenleistung beim Innenausbau der Schlauchpflege die Einhaltung des Kostenrahmens erst ermöglicht.“ Die Feuerwehr Rötz sei also nicht nur einsatztechnisch spitze.

Landrat Franz Löffler gratulierte ebenfalls und zollte seinen Respekt. Heutzutage gibt es Löffler große Erwartungen an die Sicherheit. Und diese Ansprüche sind nicht unbegründet. „In unserer Region“ sei die Sicherheit hervorragend. Aber dies geht auch nur durch ein großes ehrenamtliches Engagement. „Stellen Sie sich einmal vor, es gäbe das Ehrenamt der Feuerwehr nicht. Das kann man sich nicht vorstellen!“, so die prägnante Aussage des Landrats. Und an die Rötzer richtete er den Appell: „Bleibt diese aktive Truppe, die ihr schon immer wart und seid.“
Die Stützpunktfeuerwehr Rötz ist auch über die Gemeindegrenzen hinweg im Einsatz. So wird den Menschen auch ein Sicherheitsgefühl vermittelt, sagte der Landrat.„Es gibt Leute, die mehr tun als andere!“ Dies sagte Kreisbrandrat Michael Stahl in Richtung von Kommandant Michael Dommer und seinen Leuten. Weiterhin meinte er: Notwendigkeit, Planung, Fertigstellung: Nach diesem Muster wurde in Rötz nun Großes vollbracht. Im Landkreis gibt es laut Stahl strategische Punkte, an denen das Wechselladersystem eingeführt wurde. „Gemeinsam sind wir stark!“ Bayern und der Landkreis Cham sind richtig stark. In Rötz hat man nach den Platzproblemen nun etwas gebaut für die Gerätschaften, für die Gemeinschaft und ganz wichtig auch für die Jugend. „Das Feuerwehrhaus ist ein Arbeitsplatz,“ so die abschließende Aussage des KBR.
Vaclav Havel zitiert
Als nächstes war der zuständige Architekt Markus Weber an der Reihe. Er gab einen Überblick über die Bauphase, in der nicht immer alles nach Wunsch gelaufen sei. Es sei ein Großprojekt für die Stadt Rötz, das sich nicht so leicht finanzieren und umsetzen habe lassen. Wenn man die Wichtigkeit und zukunftsweisende Notwendigkeit mit den vielen kritischen Diskussionen, Schwierigkeiten und nicht ganz unumstrittenen Einordnung betrachtet, könne man Vaclav Havel zitieren: „Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat.“ Markus Weber war denn auch froh, dass es so gekommen ist. In dem Haus stehen nun 811 Quadratmeter Netto-Raumfläche in einem Brutto-Rauminhalt von circa 5400 Kubikmetern zur Verfügung. Die Stadt Rötz investiert hierfür circa 3,6 Millionen Euro sowie weitere 200 000 Euro für die Schlauchpflege. Entstanden ist ein neues Feuerwehrzentrum für Rötz und die Region, wirtschaftlich gebaut, vor allem funktional geprägt. Die Stadt hat somit Rahmenbedingungen für die Hilfe am Nächsten geschaffen

Nach dieser Fülle von Reden übergab Markus Weber den obligatorischen Schlüssel an den Bürgermeister und an den Kommandant. Danach schlossen sich alle Gäste zum Rundgang durch das Haus an. Besonders interessiert zeigten sich die Gäste bei der Vorführung der neuen Schlauchwaschanlage. (whg)
Der Neubau setzt Maßstäbe
Der Rötzer Kommandant Michael Dommer begann seine Ausführungen mit einem Zitat: „Quod bonum, felix, faustum fortunatumque sit.“ – „Möge das, was wir heute beginnen, gut, glücklich, segensreich und erfolgreich sein.“
Dommer schaute in die Geschichte des Rötzer Gerätehauses zurück. In der Brückenstraße wurde es bald zu eng, und so konnte nach der Stilllegung der Bahn das Grundstück am ehemaligen Bahnhof erworben werden. Es entstand ein reiner Zweckbau, der als eines der „hässlichsten Feuerwehrgerätehäuser der Oberpfalz“ verschrien war. Nach Schäden am Flachdach und Platzproblemen begann 1989 die Generalsanierung des Hauses. Der Fortschritt war jedoch nicht aufzuhalten und auch nicht die damit steigenden Anforderungen an die Rötzer Wehr. Ergänzten zuerst 1995 zwei Ölsperren-Anhänger der MERO die Ausrüstungen, so kamen nach 2019 ein Wechselladerfahrzeug und verschiedene Abrollbehälter zum Fuhrpark hinzu. Das Gerätehaus konnte den gestiegenen Anforderungen nicht mehr Stand halten. Und so kam es Ende 2023 schließlich zum Startschuss für ein Bauprojekt, welches „mit dem heutigen Tag“ nahezu in seine Vollendung geht.
Der Neubau setzt Maßstäbe: Acht neue Stellplätze, eine moderne Waschhalle, ausreichend Lagerfläche im Altbau und dazu ein hochmoderner Verwaltungstrakt, großzügige Umkleideräume und ein Schlauchpflegeanlage. Die Feuerwehrwache ist damit nicht mehr nur Einsatzort – sie ist Heimat und Ausbildungszentrum zugleich. Besonders stolz ist die Rötzer Wehr auf die Integration der Kinderfeuerwehr, die Zukunft der Wehr.
Dieser Neubau ist Symbol für Zusammenhalt, Fortschritt und Engagement. Das Schlusswort lautete: „Gemeinsam werden wir das neue Feuerwehrgerätehaus mit Leben füllen, mit Einsatz und Leidenschaft, für die Sicherheit und das Wohl der Gemeinde!“