Standort für E-Lkw: Logistiker Elflein investiert in Obertraubling

Das Transportunternehmen Elflein aus Bamberg wechselt von Regensburg nach Obertraubling (Landkreis Regensburg). Dort entsteht auf einem 7269 Quadratmeter großen Grundstück im Gewerbegebiet Nord ein neuer Logistikstandort, die „Elflein Zero Emission Transport Unit“.
Geplant sind ein Bürogebäude und 31 Lkw-Stellflächen, davon zehn mit Ladestation. Gestern war Spatenstich auf dem Gelände Am Langwiesfeld 5. „Wir wollen hier ein Leuchtturmprojekt errichten“, sagte Rüdiger Elflein, geschäftsführender Gesellschafter der Elflein Holding.
Gemeinsam mit Staatssekretär Tobias Gotthardt, Landrätin Tanja Schweiger, Obertraublings Bürgermeister Simon Wagner, MdL Patrick Grossmann sowie Unternehmer Matthias Kienbaum, der sich mit seinem Architektur- und Ingenieurbüro um die bauliche Umsetzung des Projekts kümmert, griff Investor Elfein zwar symbolisch, aber dennoch beherzt zum Spaten.
Emissionen sollen „massiv gesenkt werden“
Musikalisch untermalt wurde die Szene von dem 80er-Jahre-Klassiker „Ja, jetzt wird wieder in die die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt“. Denn, so Elflein, „genau das machen wir“. Insgesamt würden in den neuen Standort 7,5 Millionen Euro investiert, mit dem Ziel „Emissionen massiv zu senken“. An die 70 Arbeitsplätze entstünden in Obertraubling, etwa zwanzig mehr als am bisherigen Standort im Regensburger Hafen. Dort würden derzeit rund 200 Transporte täglich abgewickelt. E-Lkw seien in Regensburg nicht im Einsatz. Das soll sich mit dem Umzug nach Obertraubling ändern. „In drei bis fünf Jahren wollen wir komplett auf E-Lkw umstellen.“ Diese hätten bis zu 400 Kilometer Reichweite. Insbesondere der Irankrieg habe den Preis für Diesel massiv erhöht, dadurch hätten alternative Antriebe enorm an Bedeutung gewonnen, so der Unternehmer. Mit Obertraubling rücke man auch näher an den „Hauptkunden“ BMW heran und hole Verkehr aus der Stadt. Für den Autobauer transportiert Elflein demnach täglich 60 bis 70 Lkw-Ladungen mit Sitzen aus Tschechien. Der Firmenchef betonte zudem, dass sich die Lkw-Fahrer am neuen Standort wohlfühlen sollen. „Ohne sie geht es nicht.“

Die Bagger sind schon auf dem Gelände in Obertraubling unterwegs. Bis Ende August sollen laut Projektentwickler Kienbaum die Parkflächen fertig sein. Das Bürogebäude mit einer Grundfläche von gut 200 Quadratmetern und zwei Ebenen soll Ende des Jahres stehen. Wann die Ladeflächen fertig sind, hängt laut Kienbaum noch an Fördermitteln, könnte aber noch in diesem Jahr gelingen. Zum Projekt gehört eine PV-Anlage, sowohl auf dem Dach des Bürogebäudes als auch über den Lkw-Stellplätzen. Diese wird laut Kienbaum viel mehr Energie erzeugen als benötigt wird.
Viel Lob aus der Politik für das Projekt
Die geladenen Vertreter aus der Politik waren voll des Lobes. Staatssekretär Gotthardt spracht von einem „Vorzeigeunternehmen“. Die Landrätin dankte für den „Spirit“, die Zukunft zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen. „Toll, was Sie auf die Beine stellen“, freute sich auch Obertraublings Bürgermeister. Er überbrachte zudem die gute Nachricht, dass der Bauausschuss am Montag der Tekturänderung zugestimmt habe und das Gebäude 3,5 Meter länger werden dürfe. Auch die Landrätin sicherte ein schnelles Genehmigungsverfahren zu. Das hörte Unternehmer Elflein gern. Der gebürtige Bamberger hat auch einen ganz persönlichen Bezug zu Obertraubling. „Mein Sandkastenfreund, den ich schon seit 47 Jahren kenne, wohnt hier.“
Von der Wassermühle zur Logistik
• Historie: Die Firma Elflein mit Sitz in Bamberg wurde 1932 gegründet. Das Unternehmen ist nach Auskunft von Rüdiger Elflein, geschäftsführender Gesellschafter, aber älter: Vor 200 Jahren begann die Historie mit dem Betrieb einer Wassermühle. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand das Logistikunternehmen.
• Zahlen: Insgesamt 1400 Mitarbeiter arbeiten bei Elf-lein, etwa 500 eigene Lkw (20 davon elektrisch, 120 fahren mit Biokraftstoff) gehören zum Unternehmen. Es gibt insgesamt 18 Standorte, davon ist einer in der Region. Der neue Standort in Obertraubling wird den bisherigen im Regensburger Hafen ersetzen.