Im Regensburger Westen: Aus Einfamilien-Leerstand werden 30 neue Wohnungen

Hinter Sträuchern und einer Garagenzeile verborgen schlummerte im Regensburger Westen jahrelang ein Leerstand. Nun wird aus dem unbewohnten Einfamilienhaus nach einem Abriss Wohnraum für rund 50 Menschen. Ein Beispiel für Nachverdichtungen in einer Stadt, die dringend neue Wohnungen braucht, in der aber kaum welche entstehen.
Um den Vertrieb des Projekts Yorkstraße 14 kümmert sich die Rennplatz Immobilien GmbH. Man sei schon mehrere Jahre mit dem Vorhaben befasst, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Tobias Fleischer der Mittelbayerischen Zeitung. „Als Makler muss man schon Geduld beweisen, gerade wenn es um Neubauprojekte geht.“ Die Planungszeit erstrecke sich nicht selten über mehrere Jahre. Man müsse eben hartnäckig bleiben. Nun rollen allerdings seit einiger Zeit die Bagger. Im Moment wird die zweigeschossige Tiefgarage gebaut. Demnächst soll dann die Bodenplatte entstehen, sagt Fleischer.
In der Yorkstraße im Regensburger Westen entstehen neue Wohnungen
Insgesamt seien 30 Wohneinheiten geplant, sagt Immobilienkauffrau Julia Meller. Es sollen Ein-, bis Vierzimmerwohnungen entstehen. Ganz oben seien in dem mehrstöckigen Gebäude Penthouse-Wohnungen vorgesehen. Das Projekt soll nach jetzigem Stand Anfang 2028 fertig sein. Dabei können die Nutzer durchaus flexibel mit dem Wohnraum umgehen, sagt Fleischer und berichtet von einem älteren Ehepaar, das eine Ein- und eine Zweizimmerwohnung zusammengelegt habe, um dort ihren Alterssitz entstehen zu lassen. Insgesamt habe man einen besonderen Fokus auf Nachhaltigkeit beim Projekt gelegt, sagt Meller. „Das Gebäude braucht nur 40 Prozent vom Klimaenergiebedarf eines vergleichbaren Referenzgebäudes.“ Dafür seien bestimmte Anforderungen nötig. Etwa eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, eine Wärmepumpe oder dreifachverglaste Fenster.
Das Grundstück sei knapp 1000 Quadratmeter groß, sagt Fleischer. Vorher stand hier lediglich ein Einfamilienhaus. Er finde durchaus, dass es sich hierbei um ein gutes Beispiel für Nachverdichtung handele, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Fleischer.
Regensburg braucht neue Wohnungen – es werden allerdings kaum welche fertig
In Regensburg ist das durchaus nötig. Die Zahl der Einwohner der Domstadt wächst laut Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik und der Stadt Regensburg seit Jahren konstant an. Das Baureferat schrieb etwa in einer Vorlage für den Planungsausschuss des Stadtrates im Frühjahr: „Der anhaltende Bevölkerungszuwachs von durchschnittlich rund 1900 Personen pro Jahr im Zeitraum von 2013 bis 2024 stellt einen zentralen Treiber für den steigenden Druck auf den Wohnungsmarkt in Regensburg dar.“ Die Staatsregierung habe daher für Regensburg einen „angespannten Wohnungsmarkt“ festgestellt.
Zugleich kann man die Zahl der Wohnungen, die in der Domstadt entstehen, als durchaus schwankend bezeichnen. Das offenbart ein Blick auf eine Statistik des Baureferats. 2024 wurden demnach nur etwas mehr als 400 Wohnungen fertig – ein Tiefstwert der vergangenen Jahre. 2020 waren es dagegen rund 1900 Wohnungen. Es liege die Vermutung nahe, dass es in der jüngeren Vergangenheit häufig zur Nicht-Umsetzung von Baurecht kam. „Die Stadt Regensburg steht hier, wie andere Ballungsräume, vor Herausforderungen, die sie selbst nur marginal beeinflussen kann“, schreibt das Baureferat. „Die allgemein angespannte Lage am Finanz- und Immobilienmarkt zeigt sich insbesondere in Form von hohen Zinsen für Immobilienkredite sowie von stark gestiegenen Bau- und Nebenkosten.“ Eines steht allerdings auch für die Bau-Experten im Rathaus fest: „Die Verwaltung geht davon aus, dass der Wohnraumbedarf in Regensburg langfristig hoch bleiben wird.“ Im Schnitt brauche es etwa 1200 Wohnungen mehr pro Jahr – 30 davon entstehen nun in der Yorkstraße.